13.10.2026

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Im Januar 1938 im elf Kilometer südwestlich von Lyck gelegenen Dorf Mostolten: Gerd Bandilla
Bild: privatIm Januar 1938 im elf Kilometer südwestlich von Lyck gelegenen Dorf Mostolten: Gerd Bandilla

Die dunklen Jahre meiner Kindheit

Hunger und Erniedrigung prägten die Nachkriegszeit im heimatlichen Ostpreußen

Gerd Bandilla
02.10.2026

Vor 92 Jahren, am 3. Oktober 1934, kam ich in Mostolten zur Welt. Mostolten ist ein Dorf im westlichen Teil des Kreises Lyck in Masuren. Es hatte 1945 etwas mehr als 200 Einwohner. Hier besaßen wir einen Bauernhof und lebten dort bis Januar 1945.

Am 20. Januar 1945 kam der Fluchtbefehl. Mein Vater, der beim Volkssturm war, erhielt Kurzurlaub. Weil eines unserer beiden Pferde an Druse, einer hochansteckenden Infektionskrankheit der Atemwege, erkrankt war, beschlossen wir, mit der Eisenbahn zu flüchten. Mein Vater brachte meine Mutter und mich am 21. Januar zum Bahnhof Baitenberg. Mit einem Güterzug ging es am 22. Januar zunächst in Richtung Allenstein. Aber schon in Johannisburg wurde der Zug in Richtung Lötzen–Königsberg umgeleitet, weil Allenstein bereits von der russischen Armee eingenommen war. Wir waren drei Tage bei klirrender Kälte unterwegs und kamen nur bis Tharau südlich Königsberg. Viele gingen von dort aus zu Fuß in Richtung Frisches Haff, um dort über das Eis zur Frischen Nehrung zu kommen und sich so in Richtung Danzig zu retten. Mein Onkel Franz Hinz, mit dem wir zusammen waren, wollte das nicht. Er sagte: „Die Russen werden so schlimm nicht sein. Wir gehen nach Hause und leben dann wie im Frieden weiter.“ Das war ein großer Fehler.

Fluchtbefehl im eisigen Januar

Am 28. Januar 1945 wurden wir von der russischen Front überrollt; jetzt fing die Leidenszeit an. Ausplünderungen, Vergewaltigungen der Frauen und Belästigungen jeder Art waren an der Tagesordnung. In Ernsthof bei Tharau drangen betrunkene Sowjetsoldaten mongolischer Herkunft in ein Haus ein und schossen willkürlich auf Frauen und Kinder. Hierbei erschossen sie unter anderen die Frau Hedwig Sakrzewa, einen ihrer Söhne und ihre unverheiratete Schwester Grete Hostmann aus Mostolten. Ein anderer Sohn der Frau Sakrzewa, der schwer verwundet wurde, verstarb später. Insgesamt sollen mehr als zehn Personen erschossen worden sein. Einige Tage später jagten die Russen uns alle zusammen und trieben uns von morgens bis abends über Uderwangen und Gr. Lindenau (Zementfabrik) nach Starkenberg, Kreis Wehlau, wo schon viele an Erschöpfung starben, hierunter auch der 70-jährige Fritz Kruck aus unserem Dorf. Nach elf Tagen „Ruhe“ wurden die Jüngeren ausgesucht, auf Autos verladen und wahrscheinlich nach Russland verschleppt. Die anderen wurden weitergetrieben. Es ging über Wehlau, Norkitten und Georgenburg bis Insterhöhe bei Breitenstein ohne jegliche Verpflegung. Wer zusammenbrach, blieb an der Straße liegen. In Insterhöhe kamen wir Ende Februar an.

Anfang April 1945 wurden wir nach Tilsit verfrachtet. Die deutschen Frauen mussten die Straßen enttrümmern. Anfang Mai hörten wir eine wilde Schießerei und dachten, die Deutschen kämen zurück. Dabei war es das Freudenfeuer der Russen wegen des gewonnenen Krieges. Nachdem Mitte Mai die Straßen aufgeräumt waren, brachte man uns wieder nach Insterhöhe.

Ende Mai machten wir uns auf und wollten zu Fuß nach Hause gehen. Wir kamen jedoch nur bis Gumbinnen. Auf der Bismarckstraße hielten uns die Russen an und sperrten uns ins Schützenhaus ein. Nach einigen Tagen brachte man uns nach Brakupönen (Roßlinde) in die Militär-Sowchose Nr. 141. Lagerkommandant war ein Hauptmann Karpow. Hier wurden wir in früheren Landarbeiter-Häusern, jeweils etliche Personen in einem Zimmer, untergebracht. Wir schliefen auf mit Stroh ausgelegten Holzpritschen. Ungeziefer wie Läuse, Flöhe und Wanzen war an der Tagesordnung. Die Erwachsenen mussten landwirtschaftliche Arbeiten, z.B. Kartoffeln anpflanzen, verrichten. Verpflegung gab es jedoch nicht. Wir lebten von dem, was wir in den Gärten und Feldern fanden sowie von Küchenabfällen der Russen und vom Stehlen von Feldfrüchten. Der Winter 1945/46 war grausam. Viele erkrankten, auch ich, an Typhus. Ohne meine Mutter hätte ich nicht überlebt. Ich schätze, dass in dieser Zeit etwa die Hälfte (täglich bis zu 20 Personen) der insgesamt 1.500 Deutschen an Hungerkrankheiten gestorben ist, unter anderen meine Cousine Hedwig Brejora. Sie starb am 2. Dezember 1945. Die Toten wurden auf dem Dorffriedhof beerdigt. Als ich nach vielen Jahren wieder Brakupönen [Kubanowka] besuchte, musste ich mit innerer Empörung feststellen, dass die Russen sinnigerweise auf dem Friedhof Schweinestallungen errichtet hatten. In Brakupönen waren wir nicht eingesperrt, durften das Dorf jedoch nicht verlassen. Wer einen Fluchtversuch unternahm, lief Gefahr, erschossen zu werden.

Sowjetische Willkürherrschaft

Zur Ernährungslage im allgemeinen: Von Ende Januar 1945 bis Sommer 1946 erhielten wir keinerlei offizielle Verpflegung. Wovon haben wir uns ernährt? Im Winter und Frühling 1945 fand man noch einiges in den Kellern der verlassenen Häuser, z.B. Eingemachtes in Gläsern oder zumindest eingekellerte, wenn auch verfrorene Kartoffeln. Im Sommer 1945 suchten wir Essbares in den Gärten oder auf den Feldern, z.B. Obst oder Roggen, den die Deutschen im Herbst 1944 noch eingesät hatten. Aus Melde und Brennnesseln wurde „Spinat“ gekocht. Sehr schlimm war, wie bereits erwähnt, der Winter 1945/46.

Am 1. April 1946 wurden wir wieder nach Gumbinnen gebracht. Wir wohnten einigermaßen erträglich in einem Haus in der Siedlung Annahof. Auf dem neuen Friedhof an der Erich-Koch-Straße lagerten erbeutete Waffen. Hier mussten die Frauen Gewehre putzen.

Sterben in der Militär-Sowchose

Einige Wochen später mussten wir nach Sabadszuhnen (Bergenbrück) zur Heuernte. Die Behandlung durch die Russen war hier wieder schlechter. Amerikanische Fleischkonserven, die wohl für uns bestimmt waren, verzehrten die russischen Bewachungssoldaten. Uns gab man gekochte Pferdehufe zum Essen. Erwähnt werden muss, dass am 1. Juli 1946 die Militärverwaltung durch russische Zivilverwaltung abgelöst wurde. Nach und nach wanderten auch russische Zivilfamilien ein. Aus Sabadszuhnen sind wir, weil wir es hier nicht aushalten konnten, in einer Nacht im Sommer 1946 geflohen. Wir konnten in der Mackensenstraße in Gumbinnen in einer Wohnung Unterkunft finden. Hier hat uns auch mein Vater im November 1946 auf seltsame Weise gefunden.

Mein Vater, der wie bereits erwähnt, beim Volkssturm war, kam mit seiner Einheit bis in die Gegend um Rhein, Kreis Lötzen. Dort desertierte er, ließ sich von der russischen Front überrollen und ging zu Fuß, meistens nachts, zurück in unser Heimatdorf Mostolten. Da er in Mostolten niemanden antraf, begab er sich in das acht Kilometer entfernte Neuendorf, wo einige Deutsche wohnten. Dort wurde er verhaftet und kam über Lötzen und Insterburg nach Preußisch Eylau in das Lager Nr. 533 des sowjetischen Innenministeriums. Es war der 20. April 1945. Hier starb von schätzungsweise 3.000 Häftlingen jeder zweite. Die Toten wurden ohne Registrierung in einem Panzergraben verscharrt. Am 31. Oktober 1946 wurde mein Vater entlassen. Er versuchte, wieder nach Mostolten zu gelangen. Auf direktem Wege und auch über Insterburg ging es nicht mehr. So versuchte er es über Gumbinnen. Aber auch hier war kein Durchkommen. Die russisch-polnische Grenze mitten durch Ostpreußen war schon festgezurrt. In Gumbinnen sprach er eine deutsche Frau an und sagte ihr, dass er aus dem Kreis Lyck komme. Die Frau erzählte ihm, dass hier in Gumbinnen „eine Frau mit einem etwa zwölfjährigen Jungen“ wäre, die auch aus dem Kreis Lyck komme. Nach der Beschreibung konnten es nur meine Mutter und ich sein. So fand uns mein Vater. Welch ein Wunder!

Weihnachtswunder in Gumbinnen

Von der Mackensenstraße zogen wir in das Vordergebäude der Schule an der Meelbeckstraße. In diesem Haus wohnten wir ganz allein. Im Hofgebäude hatten die Russen ein Kulturhaus eingerichtet.

Meine Mutter musste als Reinigungsfrau und mein Vater als Heizer in der Cecilienschule, wo eine russische Mittelschule eingerichtet wurde, arbeiten. Der Direktor der Schule, der in der Hindenburgstraße wohnte, hieß Schtschetschinin. Er und andere Russen besaßen Pferde und Kühe, die meine Eltern versorgen und die ich in der Nähe des im Bau befindlichen Freibades hüten musste. In diesem Freibad habe ich schwimmen gelernt. Das Wasser war zwar nicht sauber, aber man konnte darin baden.

Die Ernährung war sehr schlecht Es gab zwar seit dem 1. Juli 1946 Lebensmittelkarten, aber selten etwas zu kaufen. Die Deutschen mussten sich ohnehin immer ans Ende der Schlange stellen. Ich konnte mittlerweile so gut Russisch, dass ich nicht als Deutscher erkannt wurde, was häufig sehr nützlich war. Zum zehnfachen Preis konnte man allerdings Lebensmittel auf dem schwarzen Markt kaufen, der in der Hindenburgstraße in unmittelbarer Nähe der Turnhalle abgehalten wurde.

Aus Not fuhren viele Jugendliche und auch ich nach Litauen betteln. Die litauische Landwirtschaft war nicht kollektiviert. Die meisten Litauer verhielten sich uns gegenüber freundlich. Wir fuhren mit dem Zug. Täglich verkehrten zwei Züge. Ein Personenzug Königsberg–Wilna und ein Schnellzug Königsberg–Moskau. Wir fuhren entweder auf dem Trittbrett, auf den Puffern oder auf dem Dach mit; denn Geld für eine Fahrkarte hatten wir nicht. Häufig trieb uns die Bahnpolizei weg. Oft wurden uns unsere Habseligkeiten von räuberischen Dieben entwendet. Manchmal durften wir auf der Lokomotive mitfahren; dafür mussten wir heizen. Hier waren wir vor Bahnpolizei und Dieben sicher. Nicht selten fuhren wir auch mit einem Güterzug. Das Abspringen, wenn der Zug in Gumbinnen nicht hielt, war nicht ganz ungefährlich. Zuerst wurde der Rucksack mit dem gebettelten Brot heruntergelassen und dann musste man, ob man wollte oder nicht, nachspringen. Auf unseren Fahrten kamen wir weit nach Litauen hinein, manchmal bis hinter Kaunas.

Auf illegalen Pfaden in die Freiheit

Im Landratsamt in Gumbinnen war die Militärkommandantur eingerichtet. Die zivile Verwaltung war in der Verwaltung des Ostpreußenwerkes untergebracht. Dort in der Nähe war auch das russische Gericht. Das Schützenhaus war Offizierskasino und die Turnhalle an der Hindenburgstraße Kino.

Am 26. September 1948 wurden wir entlassen und aus Ostpreußen ausgewiesen. Die Fahrt in einem Güterzug von Gumbinnen über Königsberg, Elbing und Schneidemühl nach Küstrin-Kietz dauerte drei Tage. Verpflegung erhielten wir nicht, hatten aber Brot und etwas zum Trinken bei uns. Der Güterzug brachte uns zunächst nach Pasewalk in Vorpommern. Da wir dort nicht bleiben konnten, ging es weiter nach Sachsen. Es vergingen weitere zwei Tage. Am l. Oktober 1948 wurden wir im Quarantäne-Lager Dresden-Neustadt aufgenommen. Entlaust wurden wir dreimal, und zwar am 2., 7. Und 12. Oktober. Am 4. und 8. Oktober wurden wir gegen Typhus geimpft.

Am 12. Oktober 1948 wurden wir der Gemeinde Frankenheim, Kreis Leipzig, zugewiesen. Hier wollten wir nicht bleiben, weil wir die Russen leid waren und unsere Verwandten in der britischen Zone lebten. Am 16. November 1948 fuhren wir von Frankenheim (Bahnstation Miltitz) zu meiner Tante Elfriede Grochowski, die in der Heilstätte Sorge in Benneckenstein im Harz, unmittelbar an der Zonengrenze, Dienst als Diakonisse tat. Die Fahrt ging zuerst über Nordhausen. Der letzte Anschlusszug dieses Tages der Harz-Querbahn war bereits weg. Am nächsten Tag, dem Buß- und Bettag, fuhr, weil Feiertag, kein Zug, sodass wir zwei Nächte in der Bahnhofshalle von Nordhausen verbringen mussten. In der Heilstätte angekommen, durften wir zuerst baden. Eine Diakonisse schenkte mir ihre Uhr, die ich heute noch besitze. Es war die erste eigene Uhr in meinem Leben. Am 19. November, im Morgennebel, ging es dann „schwarz über die grüne Grenze“, unsichtbar begleitet von einem einheimischen Volkspolizisten (das gab es damals noch!) nach Hohegeiß. Beim Übertritt der unbefestigten Grenze hatten wir uns noch verlaufen. Statt nach Hohegeiß zu gehen, liefen wir in Richtung Braunlage. Als westdeutsche Polizeibeamte uns darauf aufmerksam machten, wussten wir, dass wir im sicheren Westen waren. In Hohegeiß hatte mein Großvater Karl Grochowski, der in Nienrade, Kreis Oldenburg in Holstein wohnte, bei einem Schuhmachermeister für uns 100 D-Mark als Fahrgeld deponiert. Woher mein Großvater so kurz nach der Währungsreform so viel Geld hatte, bleibt sein Geheimnis. Von Hohegeiß fuhren wir zu unseren Verwandten nach Nienrade. Hier wohnten wir zu elf Personen in einem Zimmer. In Nienrade erhielten wir keine Zuzugsgenehmigung, obwohl mein Onkel Fritz Schmittat im Gemeinderat war. Deshalb mussten wir Nienrade verlassen. Am 23. November meldeten wir uns im Flüchtlings-Lager Lübeck-Poeppendorf. Da wir erklärten, in Niedersachsen über die Grenze gekommen zu sein, verwies man uns am 24. November nach Uelzen. Dorthin fuhren wir nicht, weil bekannt war, dass Uelzen alle Flüchtlinge wieder in die Sowjetische Besatzungszone zurückschickte. Stattdessen fuhren wir nach Nienrade zurück. Unsere Verwandten behielten uns ohne Lebensmittelmarken und trotz sehr beengter Wohnverhältnisse über Weihnachten und Neujahr bei sich.

Ankunft im sicheren Westen

Am 7. Januar 1949 meldeten wir uns wieder im Flüchtlings-Lager Lübeck-Poeppendorf und erklärten wahrheitswidrig, von Mecklenburg gekommen zu sein. Deshalb behielt man uns diesmal und verbrachte uns am nächsten Tag in das Flüchtlings-Lager Wipperfürth im Rheinland. Hier ging ich nach vierjähriger Unterbrechung wieder zur Schule. Ich wurde sozusagen vom 5. Schuljahr in die 7. Klasse versetzt. Auch meldete ich mich zum Konfirmanden-Unterricht an. Pfarrer Mirle erklärte mir, wenn ich die Bergpredigt aus dem Matthäusevangelium auswendig könne, würde ich konfirmiert Zwischendurch sollten wir dem Kreis Erkelenz zugewiesen werden. Da ich mich aber zur Konfirmation angemeldet hatte, beantragten wir, bis nach Ostern im Lager bleiben zu dürfen. Dem wurde stattgegeben. Meine Mitkonfirmanden sammelten Geld und kauften mir bei Müller-Wipperfürth, einem damaligen Bekleidungs-Fabrikanten, einen dunkelblauen Konfirmationsanzug.

Am 10. April 1949 wurde ich in der evangelischen Kirche von Wipperfurth konfirmiert. Die Bergpredigt konnte ich auswendig! Mein Konfirmationsspruch lautet: „Alle euere Sorgen werfet auf ihn, denn er sorget für euch.“

Am 20. April 1949 wurden wir dem Kreis Euskirchen zugewiesen. Zehn Tage mussten wir in einer Sammel-Baracke in Groß-Vernich wohnen, eh wir am 30. April 1949 über Lechenich nach Friesheim verbracht wurden. Zwischen Ahrem und Friesheim blühten an der Landstraße die Apfelbäume schön. Damit endeten die von Hunger und Erniedrigung geprägten dunklen Jahre meiner Kindheit.

• Sollten auch Sie sich an Ihre Flucht oder Vertreibung aus Ostdeutschland oder einem anderen Vertreibungsgebiet oder zumindest an das Ankommen und die Aufnahme danach in Mittel- oder Westdeutschland erinnern, wäre es nett, wenn Sie uns einen eine halbe bis ganze Zeitungsseite füllenden, also zwischen 5000 und 10.000 Buchstaben langen, Bericht an redaktion@paz.de mailen, an (040) 414008-50 faxen oder an PAZ, Buchtstraße 4, 22087 Hamburg mit der Briefpost schicken.


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Kommentare

Valentina Selge am 09.10.26, 12:47 Uhr

Meine Großmutter war mit einem Koffer Schuhe und zwei von drei Kindern, eines war gestorben am Blinddarm-Entzündung, nach Allenstein geflohen, dort steckte die fest bis 1948, meine Mutter erinnert sich an die zusammen hängenden Keller, in denen sie als Kinder nach Konserven suchten, sie verbrachte das 9. bis 12. Lebensjahr dort.
Dann ging es zu Bauern bei Hannover, dort tauchte mein Großvater wieder auf und nähte Ledertaschen, das brachte ihnen Geld, um nach Travemünde zu ziehen, wo er als Croupier arbeitete.
Begonnen hatte die lange Reise mit einem Milchhandel in Tilsit.
Meine Großmutter hatte keinen Rentenanspruch, niemand hatte je für sie eingezahlt.

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