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Das Gebäude im Besitz des Museums der Weltmeere wird restauriert – Historische Architektur mit modernen Elementen
Das Gebäude der ehemaligen Staatlichen Bernstein-Manufaktur Königsberg, das an der Ecke Sattlergasse 6 / Knochenstraße (ul. Serpuchowskaja) liegt, befindet sich seit 2013 im Besitz des Museums der Weltmeere. Schon länger ist geplant, hier eine Außenstelle des Königsberger Bernsteinmuseums einzurichten, aber erst jetzt wurden Entwürfe für eine umfassende Restaurierung vorgelegt. Geplant ist, dabei die historische Architektur mit modernen Lösungen zu verbinden.
Den Plänen zufolge soll die Hauptfassade ihr gewohntes Aussehen behalten. Das rote Backsteinmauerwerk wird jedoch durch helle Einsätze ergänzt, und das oberste Stockwerk erhält ein Mansarddach mit kleinen Fenstern. Zur Straßenseite werden die Ziereinfassungen der Fenster und des Eingangsbereichs wiederhergestellt. Der Entwurf sieht im Innenhof alte Ziegelwände neben hell verputzten Bereichen vor. An einer der Fassaden ist eine großflächige geometrische Komposition in Grautönen vorgesehen. Daneben entsteht ein gläserner Anbau mit transparentem Dach. Die Entwürfe zeigen auch ein Türmchen mit einem hohen Dach.
Das im Jahr 1883 im Stil der Neo-Renaissance erbaute Gebäude blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Zunächst beherbergte es die Direktion des staatlichen Unternehmens, einen Bernsteinverarbeitungsbetrieb sowie ein Lager und eine kleine Wohnung. Nach dem Ersten Weltkrieg ging das Bernsteinwerk an die PreusSAG. 1926 wurde das Königsberger Unternehmen ein Zweigwerk der Staatlichen Bernstein-Manufaktur. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte das russische Verteidigungsministerium das Haus, das bis 2009 als militärische Unterkunft diente. 2011 übergab das Militär das Gebäude an das Bernsteinmuseum, welches es jedoch nicht nutzte, sodass es dem Verfall preisgegeben war. Mit dem Übergang in den Besitz des Museums der Weltmeere gab es erste Pläne, das alte Gebäude für Ausstellungen zum Thema Bernstein herzurichten. Dabei war sogar eine Nachbildung des Bernsteinzimmers im Gespräch. 2013 erfolgte nach langem Leerstand zunächst die Sanierung des Daches; Brüstungen wurden gesichert, Fensteröffnungen verschlossen und ein Teil der ehemaligen Garagen zu Werkstätten und Ausstellungsräumen umgebaut.
Eine Sachverständigenkommission hat den Entwurf für die Restaurierung der Bernsteinmanufaktur inzwischen genehmigt. Die Kosten für die erforderlichen Arbeiten sollen im kommenden Jahr festgelegt werden. Wenn die Finanzierung gesichert ist, könnte eines der erhaltenen Beispiele für die deutsche Industriearchitektur des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Ostpreußen seiner Rolle als Kulturerbe von regionaler Bedeutung endlich gerecht werden und Besucher empfangen.