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Besonders viel Mut zur eigenen Identität – Die Schlesierin Natalia Klimaschka ist Sprachwahrerin des Jahres
Die Bewahrung der eigenen Muttersprache ist weit mehr als reine Philologie; sie ist ein Akt des kulturellen Widerstands und der persönlichen Aufrechterhaltung historischer Identität.
Wie vital und zugleich konfliktträchtig dieses Engagement im heutigen Europa sein kann, zeigt das aktuelle Beispiel von Natalia Klimaschka. Die engagierte Wissenschaftlerin und Publizistin aus dem oberschlesischen Ratibor wurde von den Lesern der „Deutschen Sprachwelt“ zur „Sprachwahrerin des Jahres“ gewählt. Mit beachtlichen 26,2 Prozent der abgegebenen Stimmen setzte sie sich in der bundesweit renommierten Abstimmung gegen prominente Konkurrenz durch: Auf dem zweiten Platz folgte der bekannte „Bild“-Kolumnist Harald Martenstein mit 21,4 Prozent, während das österreichische Bundesland Steiermark mit 15,1 Prozent den dritten Rang belegte.
Größere überregionale Bekanntheit erlangte Klimaschka bereits im Vorjahr als schlesische Finalistin beim Wettbewerb „Auslandsdeutsche des Jahres“. Ihre Nominierung rief jedoch nicht nur wohlverdiente Anerkennung, sondern auch tief sitzende Ressentiments hervor. Von nationalistischen Kreisen in Polen wurde sie als vermeintliche „Verräterin“, „deutscher Abschaum“ und feindliche Agentin diffamiert; sogar Gewaltandrohungen blieben nicht aus.
Doch die promovierte Historikerin, Juristin und Journalistin, deren Familie nachweislich seit dem 17. Jahrhundert tief in Schlesien verwurzelt ist, ließ sich von diesen Anfeindungen nicht beirren. Ihre eigene Familiengeschichte spiegelt das kollektive Trauma der Region wider: Nach 1945 mussten ihre Eltern unter dem polnischen kommunistischen Regime ihre Namen zwangsweise polonisieren und die deutsche Sprache komplett ablegen. Nach der politischen Wende erwuchs daraus das dringende Bedürfnis, die jahrzehntelang systematisch unterdrückte deutsche Kultur neu zu erforschen.
Heute vertritt Klimaschka eine der rund 300.000 Personen starken deutschen Minderheiten in der Republik Polen, die vor allem in Oberschlesien sowie in Ermland-Masuren beheimatet sind. In vielen Gemeinden nahe Ratibor ist Deutsch mittlerweile als zweite Amtssprache gesetzlich anerkannt, sichtbar untermauert durch zweisprachige Ortsschilder. Ihre fundierte akademische Expertise – sie promovierte an der Universität Kattowitz über das Deutschlandbild in der polnischen Nachkriegspresse – nutzt Klimaschka für ein professionelles, zweisprachiges Internetportal. Mit historischen Artikeln und aufwendigen Dokumentarfilmen, etwa über den Dichter Joseph von Eichendorff oder das Fürstenhaus Lichnowsky, wirbt sie unermüdlich für die nachhaltige deutsch-polnische Verständigung.
Ihr Einsatz zeigt sich auch im Kleinen: Nach langem Ringen erreichte sie, dass ihr Familienname im Ausweis wieder in der ursprünglichen deutschen Schreibweise geführt wird. Die Auszeichnung als „Sprachwahrerin“ würdigt somit eine mutige Frau, die in der vordersten Reihe für die Restitution verdrängter Kulturgeschichte kämpft.
Ekkehard Schutsch am 07.10.26, 06:41 Uhr
Liebe Natalia,
es geht mehr um Deutsch als Kultur, als um Landesgrenzen!
Dazu hat sich wunderbar der Philosoph Axel Burkhart geäußert. Gott sei Dank ist der noch Christ, in der anthroposophischen Szene.
Ist Dir Juchowo ein Begriff?
Da haben Menschen versucht, Kultur zu machen.
Im Moment geht alles dahin, daß im einst deutschsprachigen Raum alles auf Englisch "gesprochen" werden muß.
Englisch ist ein Sammelbecken von gescheiterten Kulturen, mit schlechten Ausdruckmöglichkeiten, ohne Lautierungen.
Gemessen an der Qualität, ist sie eine sehr schwere Sprache!
Ein Onkel in Amerika erklärte mir, damit es gerecht ist, müssen wir in Europa auch Englisch sprechen.
Das dumme ist nur, daß das Deutsch unser großes Pfund war, als europäische Sprache!
Wissenschaftler hofften, daß sie nicht nur die Sprache der Denker und Dichter bliebe.
In Spindlermühle war jeder zweite Urlauber Deutscher und an Automaten wurden sieben Sprachen angeboten, aber nicht auf Deutsch!
Wir sollten unsere deutsche Kultur in Mitteleuropa bewahren, nur so können wir gegen Amerika und Russland bestehen.
Mit freundlichen Grüßen
Dipl. Ing. Ekkehard Schutsch
sitra achra am 03.10.26, 17:46 Uhr
Die (wunderhübsche) junge Schlesierin hat das Schatzkästlein der deutschen Kultur entdeckt und zu ihrem eigenen Schatz gemacht. Die Mehrheit der Kartoffeln (kartoflarzy) hingegen weiß ihre reiche Kultur jedoch nicht zu schätzen und verehrt die angelsächsische Hyper"kultur". Kompliment also an die junge Dame, Goethe würde sie verehren!