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Vortrag mit einem Bildnis von Herder: Angelika Rejs, Leiterin des Oberlandmuseums in Mohrungen
Bild: U.H.Vortrag mit einem Bildnis von Herder: Angelika Rejs, Leiterin des Oberlandmuseums in Mohrungen

282. Geburtstag von Johann Gottfried Herder

Kleine Kostbarkeiten, die begeistern

Traditionelles Gedenken in Mohrungen – Der große ostpreußische Aufklärer in der Kunst

Uwe Hahnkamp
30.09.2026

Der 25. August ist ein fester Termin im kulturellen Kalender der Stadt Mohrungen. An diesem Datum wird seit vielen Jahren der bekannteste Sohn der Stadt, der Philosoph und Theologe Johann Gottfried Herder, zu seinem Geburtstag geehrt. Diese Initiative der Gesellschaft der deutschen Bevölkerung „Herder“ in Mohrungen und des Oberlandmuseums, das bis vor Kurzem nach Herder benannt war, wurde auch in diesem Jahr zum 282. Geburtstag fortgesetzt.

Tradition an diesem Tag ist das Niederlegen von Blumen vor dem Herder-Denkmal gegenüber der Stelle, an der einst das Elternhaus des Philosophen stand. Dort erinnert eine Gedenktafel an den berühmten Sohn der Stadt, die demnächst auf Initiative von Waldemar Mańka, dem Vizevorsitzenden der Gesellschaft „Herder“, durch eine zweisprachige Version ersetzt werden soll. Als zweiter Programmpunkt wartet stets ein Vortrag zu einem mit Johann Gottfried Herder verbundenen Thema in den Räumlichkeiten des Museums im Stadtschloss der Familie Dohna.

Neue Räume und ein hoher Gast

In diesem Jahr hatte sich die Leiterin des Oberlandmuseums, Angelika Rejs, „Das Bildnis von Herder auf Medaillen, in Malerei und Skulptur“ vorgenommen. Doch vor dem Vortrag gab es Neuigkeiten zum Museum selbst. Nach der langjährigen Renovierung des Gebäudes und seiner Wiedereröffnung 2025 ist die Ausstellung in Mohrungen neu arrangiert. Die Innenräume beeindrucken die Besucher, lediglich der Außenputz bedarf noch der Erneuerung. Der Anteil der Exponate zu Johann Gottfried Herder ist derzeit jedoch relativ gering und das wird sich erst einmal nicht ändern. Denn wie der Direktor des Museums von Ermland und Masuren in Allenstein, Piotr Żuchowski, betonte, der als besonderer Gast zu Herders Geburtstag erschienen war, stehen dort in der Burg umfangreiche Renovierungen an. Das Oberlandmuseum in Mohrungen als Filiale der Allensteiner Zentrale wird dann einige Ausstellungsstücke aus den dortigen Sammlungen übernehmen müssen.

Museumsstandorte auf Medaillen

Exponate mit dem Konterfei Herders aus den museumseigenen Sammlungen standen dann aber im Zentrum des Vortrags von Rejs. Angesichts der immensen Menge an Herder-Darstellungen weltweit konzentrierte sie sich auf die regionalen Schätze, die teilweise überraschende Details enthüllen. Eine wichtige Medaille zum 220. Geburtstag des Philosophen entstand 1964 aus Anlass der Enthüllung von Denkmal und Tafel beim Herderhaus und der Eröffnung des Museums. Es war das erste Museum überhaupt in Mohrungen und hatte seinen Sitz im historischen Rathaus der Stadt.

„Das Schloss der Familie Dohna war damals noch eine Ruine, es wurde erst in den 70er Jahren renoviert. Danach wurde es Teil des Museums von Ermland und Masuren und ist auf der Gedenkmedaille von 1994, zum 250. Geburtstag Herders, zu sehen“, erklärte Rejs. Dazwischen wurde noch eine Medaille mit dem Bildnis Herders geprägt, das war 1977 zum 650-jährigen Jubiläum der Stadt. Es gab auch einen bundesrepublikanischen Beitrag zu Herder in den Sammlungen des Museums zu präsentieren: eine 80-Pfennig-Briefmarke und eine silberne 10-Mark-Gedenkmünze aus dem Jahr 1994.

Prunkstück und von Rejs im Vortrag voller Stolz gezeigt, sind die Preziosen zur Verleihung des Johann-Gottfried-Herder-Preises an den Kunsthistoriker und Ethnologen Professor Ksawery Piwocki im Jahr 1969. Der Preis wurde von der Herder-Gesellschaft Basel und der Alfred-Toepfer-Stiftung in Hamburg geschaffen und damals von der Universität Wien verliehen. Das Museum besitzt sowohl die Medaille und die Urkunde als auch das Anschreiben an Professor Piwocki, jeweils mit dem Konterfei Herders. Es sind häufig die kleinen Kostbarkeiten, die am meisten zu erzählen haben.


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