17.04.2026

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Innovativ: Solarmodulfabrik bei Insterburg
Bild: Screenshot Encore PV GroupInnovativ: Solarmodulfabrik bei Insterburg

Solarmodule aus Insterburg

Effizient und günstig: Solarzellen aus der Region

Fabrikerweiterung und Einsatz neuer Technologien – „Encore“ produziert leistungsfähigere Module

Manuela Rosenthal-Kappi
17.04.2026

Seit einigen Jahren bemüht Russland sich darum, durch eigene Produktionen unabhängiger von Importen zu machen. Die westlichen Sanktionen in Folge des Ukrainekriegs haben diesen Trend verstärkt. In der Nähe von Insterburg hat ein modernes Werk nun mit der Produktion einer neuen Generation von Solarzellen begonnen. Die Anlage ist auf Komponenten für die Solarenergie spezialisiert und setzt auf verbesserte Technologien, um die Leistung von Solarmodulen zu steigern und gleichzeitig die Kosten zu senken.

Im Mittelpunkt dieser Entwicklung steht eine kleine, aber entscheidende Veränderung: die Reduzierung der Dicke sogenannter Siliziumwafer von 150 auf 130 Mikrometer. Das entspricht etwa der Dicke eines Blattes Büropapier. Doch was genau ist ein Siliziumwafer – und warum ist seine Dicke so wichtig? Ein Siliziumwafer ist eine hauchdünne Scheibe aus hochreinem Silizium. Dieses Material ist ein Halbleiter und bildet die Grundlage moderner Solarzellen. Man kann sich einen Wafer wie die „Arbeitsfläche“ einer Solarzelle vorstellen: Auf ihm findet die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie statt. Die Wafer werden aus großen, zylinderförmigen Siliziumblöcken – sogenannten Ingots – herausgeschnitten. Je dünner die Scheiben sind, desto mehr Wafer lassen sich aus einem solchen Block gewinnen. Das spart Material und senkt die Produktionskosten.

Fortschritte in der Produktion

Um die dünneren Wafer herstellen zu können, setzt das Werk auf eine präzisere Schneidtechnik. Statt eines Drahts mit 42 Mikrometern Durchmesser wird ein noch feinerer, diamantbeschichteter Draht mit nur 38 Mikrometern verwendet. Das ermöglicht nicht nur exaktere Schnitte, sondern erhöht auch die Ausbeute: Aus einem drei Meter langen Siliziumblock lassen sich rund 10,5 Prozent mehr Wafer gewinnen – und das ohne Qualitätsverlust.

Die Verringerung der Waferdicke hat aber noch einen weiteren Vorteil: Sie verbessert die elektrischen Eigenschaften der Solarzellen. Konkret steigt die sogenannte Leerlaufspannung, ein wichtiger Faktor für die Leistungsfähigkeit. Das bedeutet, dass die fertigen Solarmodule effizienter arbeiten und mehr Energie liefern können.

Das Werk, das Anfang 2024 eröffnet wurde, produziert sowohl Siliziumwafer als auch fertige photovoltaische Wandler – also die eigentlichen Solarzellen. Diese bilden das Herzstück von Solarpanels. Mit einer geplanten Jahreskapazität von
1,3 Gigawatt an Wafern und einem Gigawatt an Solarzellen gehört die Anlage zu den bedeutenden Produktionsstandorten der Branche.


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