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Bei Erdarbeiten stürzte plötzlich die Außenmauer des Hotels „Manor“ ein – Manager sieht starke Regenfälle als Ursache
Diese Geschichte hätte ein völlig anderes Ende nehmen können, deutete doch vieles auf eine vielversprechende Zukunft. Die Rede ist von einem Objekt, das sich am Dirschausee in Allenstein befindet, in dessen Nähe über ein paar Jahre das Vorzeigeprojekt der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM), der Tag der nationalen und ethnischen Minderheiten, veranstaltet wurde. Ursprünglich sollte die Beherbergung unter dem Namen „Hotel Żejmo“ erfolgen, doch aus finanziellen Gründen wurde sein Bau nicht vollendet.
Das Objekt stand danach leer, verfiel allmählich und wurde schließlich an einen Investor verkauft. Obwohl sich die Herberge in einer anmutigen Umgebung befindet, erwies sich die weitere Abfolge der Ereignisse als kompliziert. Unter dem neuen Namen „Manor“ sollte das Objekt als Hotel genutzt werden, aber die Einrichtung wurde nie ins Register für Beherbergungsbetriebe eingetragen. Dennoch ist die Bezeichnung „Hotel“ seit Jahren am Gebäude sowie in Online-Angeboten zur Buchung von Übernachtungen zu finden.
Über die Jahre vermehrten sich die Probleme der Einrichtung. Am Heiligabend 2018 kam es zu einem Brand, sodass Personal und Gäste evakuiert werden mussten. Danach gab es Vorwürfe bezüglich der Einleitung von Abwasser in den nahegelegenen Dirschausee, was zur Verschlechterung der Wasserqualität beigetragen haben soll. Im Sommer 2014 sowie 2018 kam es zu schweren Abwasserverschmutzungen und im zweiten Fall hatte das Gesundheitsamt am Hotelstrand eine Warnung angebracht, dass das Baden im See lebens- und gesundheitsgefährdend sei.
Ärger mit dem Gesundheitsamt
Mit dem Gesundheitsamt bekam die Einrichtung es wiederholt zu tun, denn die Behörde hatte das Hotelschwimmbad bereits mehrfach wegen des Nachweises von Kolibakterien schließen müssen. Schließlich erstatteten die Beamten bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen des Verdachts auf eine Straftat. Sie sahen eine Gefahr für das Leben oder die Gesundheit vieler Menschen aufgrund des allgemein mangelhaften hygienisch-technischen Zustands der Anlage. Trotz wiederholter Eingriffe der Behörden wegen der Verstöße gegen das Baugesetz und verhängter Strafen konnten die Probleme mit dem Hotelbetreiber nie gelöst werden.
Nun wurde das Objekt auf Anordnung der Bauaufsichtsbehörde vollständig geschlossen. Der Grund war eine Baukatastrophe im August. Während der Bauarbeiten im Zusammenhang mit dem Bau des Schwimmbads und dem Ausbau der Infrastruktur stürzte ein Teil der Außenwand ein. Laut lokalen Medienberichten befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls 105 Personen in der Anlage, insgesamt waren 235 Gäste angemeldet. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.
Unter den Urlaubern gab es Gruppen von Kindern und Jugendlichen, die an Ferienlagern und einem Sportcamp teilnahmen. Alle Personen, die sich in dem Hotel befanden, wurden evakuiert. Nach vorläufigen Erkenntnissen der Bauaufsicht könnten unsachgemäß durchgeführte Arbeiten zum Einsturz geführt haben. Die Wand soll untergraben worden sein, ohne dass zuvor eine angemessene Sicherung durchgeführt wurde.
Kinder und Gäste wurden evakuiert
Die Bauaufsicht stellte sowohl die Bauarbeiten als auch den Betrieb des Hotels „Manor“ ein. Vor der Wiedereröffnung muss der Bauherr ein technisches Gutachten, Maßnahmen zur Sicherung des Bauwerks sowie einen Sanierungsplan vorlegen. Nach Angaben des zuständigen Inspektors sind am Gebäude nicht nur an der Stelle, an der die Wand eingestürzt ist, Arbeiten erforderlich. Der Manager der Hotelanlage nennt aber eine andere Ursache für den Einsturz der Außenwand: In den Tagen vor dem Ereignis soll es starke Regenfälle gegeben haben, die möglicherweise dazu führten, dass die freiliegenden Fundamente unterspült wurden. Der Verwalter versichert, dass das Hauptgebäude nicht beschädigt wurde und dass die Arbeiten am Bau des Schwimmbads, des Konferenzsaals und der Aussichtsplattform auf der Grundlage einer gültigen Genehmigung durchgeführt wurden.
Was wirklich dazu beitrug, dass das Gebäude einstürzte, soll nun die Staatsanwaltschaft ermitteln. Unter Beteiligung eines Sachverständigen erfolgte eine Besichtigung vor Ort. Die Unterlagen zu den durchgeführten Bauarbeiten wurden gesichert. Zeugen werden vernommen und die Öffentlichkeit ist auch dieses Mal gespannt, ob es dem Hotel gelingen wird, sich nach einem weiteren Vorfall wieder zu erholen.