17.04.2026

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Das „Haus Demmin“: Jetzt gilt es, die vorhandenen Reste zu erhalten
Bild: SeegertDas „Haus Demmin“: Jetzt gilt es, die vorhandenen Reste zu erhalten

Geschichte einer Burg

Vom stolzen Adelssitz zur Ruine

Das „Haus Demmin“ – Wenig blieb von dem ältesten weltlichen Bauwerk Pommerns übrig

Torsten Seegert
17.04.2026

Auch diesseits der Oder hat der Pommernapostel Otto von Bamberg Spuren hinterlassen. Zu den vielleicht frühesten Zeugnissen der pommerschen Geschichte zählt neben dem Wartislawstein auch eine alte Burgruine, die – an der Mündung der Tollense in die Peene bei Demmin gelegen – seit langer Zeit nur als „Haus Demmin“ bezeichnet wird.

Seine Ersterwähnung fand der Ort 1127 zunächst als „Alte Burg“, als sie dem bereits erwähnten Bischof Otto von Bamberg als Quartier angewiesen wurde. Zusätzliche Bedeutung erfuhr sie allerdings, weil dieser hier auch den pommerschen Herzog Wartislaw getroffen haben soll. Fortan erfolgte ihr weiterer Ausbau als „Castrum Dimin“.

Mit dieser Bezeichnung einer Feste fand sie 1170 erneut urkundlich Erwähnung. Zudem zählte diese Burg angesichts ihrer über 900-jährigen Geschichte als ältestes weltliches Bauwerk Pommerns. Gleichzeitig galt der Bau dem Teilherzogtum Pommern–Demmin bis 1264 als Residenz.

Hintergrund: Nach Wartislaw I. Tod übernahm zunächst sein Bruder Ratibor I. die Regentschaft. 1156 folgten ihm Kasimir I. und Bogislaw I. Als Letzterer 1187 starb, übernahm Kasimir II. die Herrschaft Demmin. Ihm folgte sein einziger Sohn Wartislaw III., mit dem aber die Regentschaft im „Haus Demmin“ letztlich enden sollte.

Danach fiel das Land Barnim I., dem Herzog von Pommern-Stettin, zu. Durch das Erbe seines Vetters gelang es diesem, Pommern in seiner Hand zu vereinen. Die Politik Wartislaw III., deutsche Siedler ins Land zu holen, wurde von ihm noch weiter vorangetrieben. Er gründete viele pommersche Städte und stattete sie mit eigenen Rechten aus.

Doch zurück zum Haus Demmin: Die bauliche Anlage soll mehrfach vernichtet und wieder aufgebaut worden sein. Die Errichtung eines Wehrturmes 1211 wurde den Dänen zugeschrieben. Später erfolgte der weitere Ausbau der herzoglichen Burg. Seit 1264 war sie zwar keine Residenz mehr, aber noch ein ansehnlicher Adelssitz. Deshalb erhielt Peter von Podewils, ein Ritter und Gefolgsmann des pommerschen Herzogs Bogislaw X., das Haus Demmin zunächst als Pfand, später als Lehnsgut. Als solches war es wegen seiner strategischen Lage an Peene und Tollense von kaiserlichen und schwedischen Truppen im Dreißigjährigen Krieg hart umkämpft und wurde 1631 nieder­gebrannt.

Der damals noch vorhandene Turm wurde schließlich gesprengt und die Überreste der Befestigung und Bebauung geschliffen. Wer heute dieses Zeugnis pommerscher Geschichte am Stadtrand Demmins besichtigt, findet lediglich noch die Überreste eines Ansatzes des Wehrturms und das dazugehörige, über der Peene thronende Mauerwerk vor. Dieses wurde mehrfach gesichert, und zwar in den Jahren 1911/1912, 1992/1994 und 2009/ 2010. Bei den letzten Arbeiten wurden außerdem Arbeiten am Fuß des Turmes ausgeführt. Auch hat man in diesem Zusammenhang das aufgehende Mauerwerk des Turmes nördlich und östlich vervollständigt. Zum künftigen Erhalt bedarf es allerdings weiterer Anstrengungen.


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