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Der Wochenrückblick

Der Biss der Dummheit

Wie eine Anti-AfD-Studie in die Hose ging, und wie es hinter der linken Phrasentapete aussieht

Hans Heckel
04.07.2026

Haben Sie schon mal das Gejaule gehört, wenn sich eine junge Katze bei Spielen in den eigenen Schwanz gebissen hat? Zum Steinerweichen! Kein Wunder daher, dass das schmerzhaft überraschte Tier diese blödsinnige Übung für gewöhnlich niemals wiederholt – es sei denn, da ist irgendwas, Flöhe oder so. Aber nur so zum Spiel lässt die besonnene Katze den Unsinn nach der ersten Erfahrung sein. Das beliebteste Haustier der Deutschen ist ja nicht dumm.

Das beliebteste Haustier der Katze sind wir bekanntlich selbst, der Mensch. Und da sind wir uns nicht so sicher, was die Lernfähigkeit angeht. Zu unserer Gattung zählen nämlich auch die Mitarbeiter der „Gesellschaft für Freiheitsrechte“ (GFF), einer Grünen-nahen NGO. Die kannten wir bislang gar nicht, aber mit ihrem „Gutachten“ zur Unterstützung eines AfD-Verbotsverfahrens hat es die GFF nun groß in die Medien geschafft.

Leider haben die Grünen das 3.000-Seiten-Konvolut sofort gierig aufgegriffen und als „wissenschaftlichen“ Beleg für die Verbotswürdigkeit der Blauen aufgeblasen. Damit haben sich nicht mehr nur die GFF-Leute, sondern auch noch gleich die Partei selbst einer so unfassbaren Dummheit überführt, dass man Mitleid aufbringen möchte.

Als Beweis für die Verfassungsfeindlichkeit der AfD wird dort etwa angeführt, dass die Partei die Ansicht vertrete, es gebe nur zwei Geschlechter. Oder, dass sie sich für ein Kopftuchverbot und gegen den Moscheebau engagiere. Oder, dass Asylsucher Sachleistungen statt Geld erhalten sollten.

Wer solche Positionen allen Ernstes als „verfassungsfeindlich“ einstufen will und darauf gestützt fordert, dass jede Partei verboten gehöre, die sich in diesen Sachen „falsch“ äußert, der kann auch gleich befehlen: Erlaubt ist nur noch, was mit dem Programm der Grünen harmoniert. Parteien, die etwas anderes anstreben, gehören verboten.

Der Biss in den Schwanz: So reden eigentlich nur politische Bewegungen, welche die Demokratie tatsächlich abschaffen und durch eine Ein-Parteien-Diktatur ersetzen wollen. Wenn es sein muss, von ein paar geduldeten Blockflöten garniert. In deren Fall legt das Grundgesetz tatsächlich ein Verbot nahe. Die GFF reitet sich sogar noch tiefer rein, indem sie fordert: Wer das Ziel verfolge, politische Gegner „pauschal aus dem politischen Diskurs auszuschließen“, der habe den „Boden des demokratischen Pluralismus“ verlassen. Politische Gegner „strafrechtlich zu verfolgen und einzuschüchtern“ verletze das „Demokratieprinzip“.

Aha? Was war denn mit „Schwachkopf“ und all den anderen Affären, bei denen Bürger strafrechtlich verfolgt und eingeschüchtert wurden wegen Kritik an etablierten Politikern, namentlich an solchen von den Grünen? Und wer sagt ständig, man dürfe die AfD nicht am Diskurs teilhaben lassen, weil man ihr damit „eine Bühne bietet“? Mit dem „Gutachten“ stellen die Verfasser ihre eigene selbstgerechte, banale Verlogenheit derart durchschaubar ins Fenster, dass man sich am Kopf kratzt. Dass ihnen das nicht zum ersten Mal passiert, macht die Sache nicht besser, sondern noch peinlicher. Denn es zeigt, dass auch noch so viele Bisse in den eigenen Schwanz nicht den geringsten Lernerfolg gezeitigt haben. Armselig.

Dürres Gestammel

Die Sache lässt tief blicken. Tief in einen Abgrund, in dem wir uns zu Recht Sorgen machen sollten über die demokratische Gesinnung derer, denen wir dort unten begegnen. So dummdreist kann nur auftreten, wer meint, so mächtig geworden zu sein, dass er jeden Schwachsinn in die Welt stottern darf, weil es niemand mehr wagt, ihm zu widersprechen. Nur auf dem modrigen Grund solcher Arroganz kann ein Machwerk wie das der GFF überhaupt gedeihen. Wo auch nur der Hauch von Selbstkritik, von rationalem Denken und akademischer Distanz zum Thema die Luft erfrischt, verweht solch dürres Gestammel in Sekunden.

In meinen Jugendjahren hielten nicht wenige Leute „links“ und „intellektuell“ für mehr oder minder dasselbe. Dass die Linken schon damals vom Zeitgeschehen noch weniger verstanden als die Rechten, fiel so richtig erst mit dem Mauerfall auf, als sie sich mit den denkbar dümmsten Parolen wie „Kein Viertes Reich!“ gegen den Untergang des SED-Staates stemmten und damit jedermann sehen ließen, dass sie bloß über die pompösere Phrasentapete verfügt hatten, hinter der sie ihre geistige Leere verborgen hatten.

Seitdem sind sie nicht klüger geworden. Im Gegenteil, wie es scheint: Je mehr den Linken die Fähigkeit zum Verstehen der Dinge abhanden kommt, desto emsiger widmen sie sich dem Willen zum Missverstehen. Das bekommt der Satiriker Dieter Nuhr derzeit faustdick zu spüren. Nuhr hat sich an das düstere Thema Frauenmord gewagt. Eigentlich gar nicht so beliebt links der Mitte, weil man da fast unweigerlich bei „Ehrenmorden“ landet, über die Linke nicht so gern sprechen, weil es ihre Islam- und Multikulti-Seligkeit stört. Aber den Nuhr wollten sie schon seit Langem auf dem moralischen Schafott sehen und nutzen daher die Gelegenheit, den Unruhestifter so falsch zu verstehen wie nur möglich.

Nuhr hatte es gewagt, Frauen den Rat zu geben, sich den Kerl genauer anzusehen, mit dem sie intim werden wollen. Ein Shitstorm setzte ein, der von der „taz“ bis zur „FAZ“ bebte und Nuhr letztlich eine Täter-Opfer-Umkehr unterstellte: Mit seinem Rat an Frauen habe er die Opfer der Morde also quasi zu Mittätern erklärt, weil sie nicht aufgepasst hätten. In dieser Logik könnte man auch Sicherheitshinweise in großen Städten über das Verhalten bei Dunkelheit verteufeln. Tut natürlich keiner, denn solche Sicherheitshinweise kommen ja von der Polizei – und nicht von Dieter Nuhr.

Was die Schein-Empörten besonders so richtig in Wallung brachte, war, dass Nuhr das Wieselwort „strukturell“ in seiner ARD-Sendung aufs Korn genommen hatte. Sie kennen ja das Gerede vom „strukturellen Rassismus“. Von dem ist immer dann die Rede, wenn konkreter Rassismus gar nicht erkennbar ist. Dann kontern Linke: Ja, konkret mag das sein, aber der Rassismus sei eben „strukturell“, soll heißen: Weder zu sehen noch zu spüren, aber gerade deshalb um so verwerflicher und gefährlicher.

Nuhr hatte sich gegen die Verurteilung von Männern als „strukturell irgendwie doof“ gewendet und dabei unvorsichtigerweise den Begriff gleich ganz auseinandergenommen: „Man benutzt das Wort ,strukturell', um ein Pauschalurteil mit dem Krönchen der Wissenschaft zu schmücken“, entlarvte er den Trick. Das saß, daher nun die heiße Wut auf den scharfsichtigen Satiriker. Wie beim GFF- „Gutachten“ ist allerdings auch die Attacke gegen Nuhr bloß ein weiterer Beleg dafür, wie weit es mit großen Teilen des linken Lagers intellektuell den Bach runter gegangen ist. Der eine oder andere Rechte mag das sogar mit Häme betrachten. Doch die Geschichte lehrt: Kaum etwas ist so gefährlich wie Dummheit.


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Kommentare

Peter Wendt am 07.07.26, 07:32 Uhr

„Biss der Dummheit“, mir gefällt die Überschrift. Wer dem täglichen impertinenten Angriff der Staatsmedien und bildungsferner sowie beratungsresistenter Politiker auf Geist und Seele schutzlos ausgesetzt ist, dem sei dieser Satz Trost und Stärkung. Wichtiger aber ist, dass mehr Menschen den Mut aufbringen den verqueren Ideologen und Wahrheitsschändern zu widersprechen. Wehret den Anfängen….

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