20.09.2021

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Soll per Versteigerung den Besitzer wechseln: Villa Michaelis in der Ottokarstraße/Ecke Körteallee
J.T.Soll per Versteigerung den Besitzer wechseln: Villa Michaelis in der Ottokarstraße/Ecke Körteallee

Königsberg

Ein Kleinod soll versteigert werden

Bei russischen Investoren äußerst beliebt: Alte deutsche Villen im Stadtteil Amalienau

Jurij Tschernyschew
17.02.2021

In Königsberg wurde eine alte Villa in der Ottokarstraße [Ogareva] zur Versteigerung gestellt. Dies wurde durch eine Anzeige bekannt, die auf der Internetseite Dom.rf veröffentlicht wurde. Der Anfangspreis der Anlage ist mit umgerechnet 843.000 Euro angegeben. Das 860 Quadratmeter große Gebäude steht auf einem 0,15 Hektar großen Grundstück.

Die sogenannte Villa Michaelis befindet sich an der Ecke der Körte- und der Ottokarstraße. Sie wurde 1905 von Ernst Michaelis, dem Direktor der Norddeutschen Creditgesellschaft, erbaut. Das architektonische Erscheinungsbild der Villa vereint Elemente verschiedener Stile. Die Ecken des Gebäudes sind mit massiven Flachreliefs verziert, die Frauen in antiker griechischer Kleidung darstellen. Der Anbau mit Balkon wird von Männerköpfen mit ägyptischem Kopfschmuck eingerahmt, der Eckturm über der Villa ist im gotischen Stil gestaltet. Zu diesem erstaunlichen Arrangement kommt noch hinzu, dass das Dach des Holzbalkons im Jugendstil gehalten ist. Das Gebäude ist aus weißverklinkertem Ziegelstein gebaut.

1905 erbaut
Dass dieses einzigartige Kleinod versteigert werden soll, war bereits 2019 im Gespräch. Da sich das Grundstück, auf dem das Haus steht, seit 2009 in staatlichem Besitz befindet, wird die Privatisierung des Grundstücks und des Gebäudes von der privaten Aktiengesellschaft Dom.rf abgewickelt, deren Gründer die staatliche Agentur für staatliche Vermögensverwaltung ist.
Aus den Begleitunterlagen zum Grundstück geht hervor, dass das Nutzungsrecht des großen Grundstücks für ein bestehendes Verwaltungsgebäude eingetragen ist. Der Katasterwert des Grundstücks wird mit umgerechnet 690.000 Euro angegeben, weitere knapp 1,7 Millionen Euro beträgt der geschätzte Wert des Gebäudes.

Im Gegensatz zu vielen ähnlichen Bauten im Königsberger Gebiet hat die Villa Michaelis ihr ursprüngliches Aussehen gut bewahrt, und sie war fast nie baufällig. Vor dem Krieg lebte hier der Unternehmer Erich Haslinger, der am Bau des Königsberger Flughafens Devau maßgeblich beteiligt war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich hier bis ins Jahr 1995 ein Kindergarten. Danach wurde das Gebäude an das Honorarkonsulat von Griechenland in Königsberg übergeben, das die Restaurierung der Villa durchführte. Die Anlage wurde von der Avtotor-Holding bis zum Jahr 2025 gepachtet, was nicht verwunderlich ist, denn Honorarkonsul Griechenlands in Königsberg ist der Gründer der Avtotor-Holding, Wladimir Scherbakow.

Villen im ehemaligen Stadtteil Amalienau sind bei wohlhabenden Bürgern und Investoren sehr gefragt. In den letzten Jahren haben viele Villen rund um die Körteallee den Besitzer gewechselt. Sie wurden in ihrem historischen Aussehen restauriert und sind nun in einem hervorragenden Zustand.

Heute kommen Touristen gerne in diesen Stadtteil, wenn sie eine charakteristische Ecke des alten Königsberg kennenlernen wollen.



Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ gern mit einer

Anerkennungszahlung


Kommentare

Siegfried Hermann am 18.02.21, 09:29 Uhr

Hübsche Hütte.
Allerdings mit Marktpreisen bei angestrebten 2 Mio. Euro, die in Deutschland, außerhalb des Schwachsinns München, B, HH, D`Dorf usw. üblich sind, etwas weit hergeholt, es sei, man spekuliert auf russische Oligarchen für die das nur peanuts sind.
Und dann "griechische Bestandswahrung". Aua. Datt tut richtig weh. Und dann steht datt Ding unter Naturschutz, gelle!? Denkmalpflege wird auch in Russland sehr ernst genommen, wenn es um exponierte Objekte handelt, heißt bauliche Veränderung: Net! und sündhaft teuer.
Auch wenn meine Großeltern aus Ostpreußen stammt, soviel Heimatliebe zu Königsberg besteht nicht wirklich im Luxussegment.
Dafür bekomme ich auf den Kanaren
Mamor-Villa, samt Pool, Weinkeller, Sonne, Wärme und 1. Meereslinie bis zum Abwinken.
Wer also ein Auge und sein Herz hier sprechen lässt, sollte über die finanziellen Aspekte nachdenken, bevor man hinterher die Unterschrift bereut.

Kommentar hinzufügen

Captcha Image

*Pflichtfelder

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag. Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!