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Ohne Stolz, ohne Selbstvertrauen, ohne Freude, ohne UN-Sicherheitssitz – von einer Nation, die sich selbst nichts zutraut, erwarten auch andere nicht viel
Deutschland erlebt in diesen Tagen einen Moment, der weit über diplomatische Protokolle hinausgeht. Die Bundesrepublik hat keinen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erhalten. Stattdessen bekamen Länder wie Österreich und Portugal den Vorzug. Das mag auf den ersten Blick wie eine Randnotiz internationaler Politik erscheinen. Tatsächlich aber ist es ein Symbol. Und zwar dafür, wie Deutschland heute in der Welt wahrgenommen wird – und zugleich wie dieses Land sich selbst wahrnimmt.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht, ob Russland vielleicht, wie von manchen vermutet, dagegen gearbeitet hat. Auch nicht, ob israelfeindlich eingestellte Staaten die Bundesrepublik abstrafen wollten, weil Berlin nach dem Terrorangriff der Hamas deutlich an der Seite Israels stand. Solche Faktoren können eine Rolle, aber dann nur eine untergeordnete, gespielt haben. Die unangenehme Wahrheit liegt viel näher: Wer soll Deutschland eigentlich noch als führende Stimme Europas wahrnehmen, wenn das Land selbst kaum weiß, wofür es steht?
Über Jahrzehnte war die Bundesrepublik ein Land mit Gewicht. Wirtschaftlich stark. Politisch berechenbar. Technologisch führend. Exportweltmeister. Diplomatisch respektiert. Nicht weil es laut war, sondern weil es Substanz hatte. Die Welt hörte zu, wenn Berlin sprach. Das ist heute anders. Die größte Volkswirtschaft Europas kämpft mit Stagnation. Unternehmen wandern ab. Investitionen fließen in andere Regionen. Die Infrastruktur bröckelt. Die Bundeswehr ringt um Einsatzfähigkeit. Und all das haben wir uns selbst eingebrockt, da wir mit fast ideologisch verblendeter Lust den eigenen Ast absägen, auf dem wir sitzen. Gleichzeitig verliert sich die politische Debatte immer häufiger in Symbolfragen, Sprachregelungen und Identitätsdiskussionen. Vor allem aber fehlt etwas, das bis zur grün-geprägten Ampelregierung noch vorhanden war: nämlich Selbstvertrauen.
Kaum ein westliches Land tut sich so schwer, sich selbst positiv zu betrachten. Während Franzosen ihre Nation feiern, Amerikaner ihre Flagge zeigen und Polen ihr historisches Erbe pflegen, begegnet Deutschland jeder Form von nationalem Minimalstolz mit verstörtem Misstrauen. Nicht selten wird schon die bloße Freude am eigenen Land gleich voreilig unter Generalverdacht gestellt. Wer sich über deutsche Erfolge freut, wer gar Schwarz-Rot-Gold zeigt, muss oft damit rechnen, belehrt oder stigmatisiert zu werden. Patriotismus wird nicht als normaler Ausdruck demokratischer Verbundenheit verstanden, sondern wird häufig verdachtsvoll beäugt, um zu diffamieren.
Ein abhanden gekommenes Gefühl
Damit hat sich über Jahre eine heftige Schieflage entwickelt. Einerseits fordert die Politik gesellschaftlichen Zusammenhalt. Andererseits wird jede Bindung an die Nation als „rechts-außen“ verurteilt. Man möchte Gemeinschaft, aber bitte ohne gemeinsames nationales Fundament. Doch genau das funktioniert nicht. Aber ein Staat lebt nicht allein von Gesetzen, Behörden und Steuerbescheiden. Er lebt auch von Identifikation und Zusammengehörigkeit. Bürger müssen das Gefühl haben, Teil eines größeren Ganzen zu sein. Wer ihnen dieses Gefühl ständig ausredet, ja, ideologisch verblendet sogar ab dem Kindergarten konsequent aberzieht, darf sich nicht wundern, wenn Orientierungslosigkeit entsteht.
Deshalb könnte die kommende Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, den USA und Mexiko vielleicht eine größere Bedeutung bekommen, als viele glauben oder wie die üblichen Deutschlandhasser befürchten. Weil der Fußball nämlich immer auch ein Spiegel gesellschaftlicher Stimmungen ist. Man erinnere sich an das Sommermärchen 2006. Millionen Menschen feierten friedlich ihr Land. Familien schmückten Balkone. Autos fuhren mit Fahnen durch die Straßen. Es war kein Nationalismus, erst recht keine Überheblichkeit. Es war einfach die Freude darüber, Deutscher zu sein und gemeinsam mit anderen ein positives Erlebnis zu teilen. Genau dieses Gefühl scheint heute vielen abhandengekommen zu sein.
So fragt man sich: Darf Deutschland sich überhaupt noch freuen? Darf eine Nation stolz auf ihre Sportler sein? Darf sie ihre Farben zeigen, ohne sofort in politische Rechtfertigungsdebatten zu geraten? Man sollte meinen, die Antwort sei selbstverständlich. Doch in Deutschland leider längst nicht mehr. Dabei wäre gerade jetzt ein gesundes nationales Selbstbewusstsein dringend nötig. Nicht als Ersatz für drängende politische Lösungen. Nicht als Vertuschung der Vergangenheit. Sondern als Voraussetzung für eine positive Zukunftsfähigkeit.
Den Mut besitzen, sich über sich selbst zu freuen
Denn Staaten, die dauerhaft an sich selbst zweifeln, verlieren irgendwann auch die Fähigkeit, andere zu überzeugen. Wer im Inneren keine gemeinsame Identität mehr pflegt, wird nach außen kaum Führungsanspruch entwickeln. Wer seinen Bürgern ständig erklärt, warum sie auf ihr Land nicht stolz sein sollten, darf sich nicht wundern, wenn auch die Welt diesem Land weniger Bedeutung beimisst. Der verlorene Sitz im Sicherheitsrat ist deshalb möglicherweise mehr als eine diplomatische Niederlage. Er ist ein laut dröhnendes, schrilles Warnsignal.
Deutschland muss sich entscheiden, was es sein will. Ein Land, das sich ständig entschuldigt, relativiert und devot kleinmacht. Oder eines, das den Mut besitzt, selbstbewusst ohne Arroganz aufzutreten. Vielleicht wird die Fußball-WM daran erinnern. Und vielleicht wird für einige Wochen sichtbar, dass zwischen Chauvinismus und Selbstverachtung noch ein weiter Raum existiert – der eines unverkrampften Patriotismus. Deutschland hätte allen Grund, ihn zu betreten.
Denn eine Nation, die vergessen hat, sich über sich selbst zu freuen, wird irgendwann auch vergessen, warum sie überhaupt noch Bedeutung haben sollte.
Jan Kerzel am 17.06.26, 19:07 Uhr
Wenn elf Multi-Millionäre eine Runde kicken, dann sollte man dies nicht zu hoch hängen. Das fällt nämlich in die Kategorie : Brot und Spiele. Egal wie es läuft, die Probleme im Land werden dadurch nicht gelöst. Von daher, immer den Ball schön flach halten, das eigentliche Spiel läuft nämlich ganz woanders. Infantile nationale Identifikation ist dem Erkennen abträglich.
Peter Wendt am 15.06.26, 05:23 Uhr
Solange die Linken, d.h. Rotgrün, den gesamten Bildungs - sowie Kulturbereich beherrschen und manipulieren wird Deutschland keine Nation mehr sein können. Die gemeinsame Geschichte der Deutschen wurde auf 12 Jahre reduziert. Die Zeit von über Eintausend Jahren deutscher Geschichte, seit Otto I. wird von den Linken bewusst ausgeblendet, alle nationale Symbolik und Errungenschaften sofort geächtet und auf die zwölf Jahre des „Nationalen“ Sozialismus reduziert. Warum ist das so? Einerseits, weil Deutschland einen Krieg verloren hat und die Sieger den Deutschen nationale Stärke abtrainieren wollten. Ganze Nachkriegsgenerationen wurden deshalb von einem Geschichtsbild geprägt, dass unvollständig und gegenüber den Deutschen teilweise auch sehr ungerecht war und ist.
Andererseits kommt das daraus entstandene Gefühl der Minderwertigkeit und Unterlegenheit, das permanente schlechte Gewissen der Deutschen, insbesondere linken Akteuren sehr zu pass. Gilt es doch deren schwere Fehler u.a. in der Familienpolitik/ demographischen Entwicklung, diese waren seit langem bekannt und Alternativen zur Einwanderung wurden schlicht verpennt, zu vertuschen. Die damit verbundene „Notwendigkeit“ zur Aufnahme von Millionen von Migranten, die man mit Merkel beginnend völlig unkontrolliert aber auch bewusst ins Land einströmen lässt, nutzt das verletzte nationale Bewusstsein der Deutschen gezielt aus. Jeder aufkeimende Widerstand wird sofort erstickt und in die rechte Ecke gestellt. Nur so war es möglich, dass eine kleine linke Kaste, bestehend aus Vertretern von SPD, Grünen und CDU fundamentale gesellschaftliche und wirtschaftspolitische Entscheidungen am Parlament vorbei treffen konnten, der Souverän/ das Volk nachhaltig über die waren Absichten getäuscht bzw., viel zu spät informiert wurde. In einer stolzen und selbstbewussten Nation hätte sich das die Regierung niemals getraut.