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Die Eisinsel ergrünte bereits in den 1950er Jahren: Malerischer Fjord in Grönland
Bild: ShutterstockDie Eisinsel ergrünte bereits in den 1950er Jahren: Malerischer Fjord in Grönland

Der Jahrhundertbetrug

So perfide wurden wir in die Klima-Falle gelockt

Mit längst widerlegten Hypothesen zum Einfluss von CO2 auf die Temperatur der Erdatmosphäre haben mächtige Akteure eine gigantische Umverteilung in Gang gesetzt – Deutsche leiden darunter besonders

Dagmar Jestrzemski
06.09.2026

Als sich der Kalte Krieg mit der Sowjetunion anbahnte, richtete sich das militärstrategische Interesse der USA auf Grönland. Ein sowjetischer Angriff über die Arktis wurde für möglich gehalten. Dabei spielten Wetterveränderungen eine entscheidende Rolle: Man befand sich in der Endphase einer starken Erwärmung der Arktis und anderer Regionen der nördlichen Hemisphäre innerhalb weniger Jahrzehnte seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert.

Ein Temperaturanstieg auf Grönland von drei Grad Celsius zwischen 1912 und 1927 hatte einen starken Rückgang des Schelf- und Inlandeises bewirkt. Es handelt sich dabei um den stärksten Temperatursprung in historischer Zeit. Das kam der Absicht der USA entgegen, ihre militärische Präsenz am Rand des nördlichen Eismeeres zu stärken. 1952 wurde auf dem eisfreien Küstenstreifen im hohen Norden Grönlands auf Position 76.53° Nord/68.70° West die Thule Air Base (jetzt Pituffik Space Base) errichtet. Ein Radar-Frühwarnsystem auf dem Luftwaffenstützpunkt sollte die USA gegen einen Angriff der Sowjets mit Interkontinentalraketen absichern.

Auch die Briten erwogen die Möglichkeit, auf Grönland eine Militärbasis einzurichten. Hoch oben im Nordosten der Insel war der Eisschild noch wesentlich stärker zurückgewichen als im Nordwesten. In Entfernung von über 200 Kilometern von der Küste errichteten die Teilnehmer einer britischen Militärexpedition ihr Lager auf 77.08° Nord/23.24° West nördlich eines Sees, den sie Lake Britannia nannten. Einige Expeditionsteilnehmer überwinterten dort 1951/52.

Seinerzeit kursierte die Annahme, dass Grönland im Fall einer Fortsetzung dieser klimatischen Entwicklung bis Ende der 1970er Jahre vollständig eisfrei sein würde. Im englischsprachigen Raum ist das Phänomen bekannt als „Early 20th Century warming“, in Deutschland ist es selbst in wissenschaftlichen Kreisen weitgehend unbekannt.

Die Militärführung der USA war an einer Prognose für die weitere Klimaentwicklung interessiert. Eine erneute Abkühlung würde die Bedingungen für den Betrieb der Thule Air Base durch Schneeverwehungen und Bewegungen des Eises erschweren. Das Office of Naval Research der US-Marine finanzierte Eisbohrungen und beauftragte den Physiker Gilbert Plass mit der Ausarbeitung einer Studie, um Erkenntnisse zur Klimaentwicklung unter Berücksichtigung der kursierenden Treibhausgastheorie zu finden.

Plötzlich kam das Eis zurück

Demnach hat die Verbrennung fossiler Kraftstoffe eine zunehmende Anreicherung des Spurengases CO₂ in der Atmosphäre zur Folge, was zur fortschreitenden Erderwärmung führen könnte. Die Studie erbrachte das Ergebnis, dass eine Verdopplung des damaligen CO₂-Gehalts in der Atmosphäre einen Temperaturanstieg bis zu 3,6 Grad zur Folge haben würde. Jedoch bemängelte die internationale Fachgemeinschaft, allen voran der deutsche Meteorologe und Atmosphärenphysiker Fritz Möller, erhebliche Fehler der computergestützten Berechnung. Und tatsächlich: Entgegen der Erwartung, dass die Eisschmelze auf Grönland sich fortsetzen würde, trat eine Umkehr des Klimatrends ein. 1984 stellten dänische Forscher fest, dass das Basislager der Briten unter dem Eis des wieder vorrückenden und aufwachsendem Britannia-Gletschers verschwunden war.

Seit Ende der 1950er Jahre bis um 1980 wurde ein Temperaturrückgang um 0,3 Grad verzeichnet. Eine Erklärung dafür kann die Klimaforschung bis heute nicht aufbieten. Ende der 70er Jahre war die Wissenschaft noch uneins über die weitere Entwicklung. Neben einer Erwärmung infolge steigender CO₂-Emissionen wurde auch eine mögliche Abkühlung der Erde durch mehr industriell verursachte Aerosole (Smog) diskutiert. Aufgrund der zweimaligen kurzen und gegenläufigen Klimaperioden im 20. Jahrhundert vor dem Hintergrund einer allmählich, aber kontinuierlich ansteigenden CO₂-Konzentration in der Atmosphäre war erwiesen (aber dennoch ignoriert), dass der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre in keiner Relation zur Temperatur steht. Dieser Rückschluss vor dem Hintergrund des Auf und Ab der Klimaentwicklung im 20. Jahrhundert ist in der heutigen Klimadebatte kein Thema.

1959 nahm das US-Militär den Bau des geplanten geheimen Militärprojekts Camp Century in Angriff. Offiziell deklariert als Polarforschungsstation „Project Iceworm“, diente die Anlage unter dem grönländischen Eisschild tatsächlich dem Testen von Atomraketenstellungen. Im Oktober 1960 wurde der Betrieb eines mobilen Kernreaktors in der Anlage aufgenommen, wegen Bewegungen des Gletschereises aber 1966 abgebrochen und 1967 endgültig aufgegeben. Die Infrastruktur mitsamt den Rückständen wurde im Eis zurückgelassen. Das Interesse des Militärs an der Treibhausgastheorie war damit aber nicht erloschen. Insbesondere wollte man die Dynamik der Ozeane verstehen, um U-Boote besser zu orten.

Mit der Sperrung des Suez-Kanals durch Ägypten 1956 war den Politikern und Industriellen in den USA bewusst geworden, wie verletzlich die westliche Welt durch die Abhängigkeit von den Öl- und Gasimporten aus dem Nahen Osten war. Eine neue geopolitische Dimension ergab sich Anfang der 70er Jahre durch Chinas Hinwendung zur Weltbühne. Damit entstand ein dritter globaler Pol neben den USA und der UdSSR.

Gegen Sowjetunion und OPEC

Seinerzeit spekulierten prominente amerikanische und europäische Intellektuelle über Sinn und Zweck einer neuen Weltordnung, der sich auch die feindlichen kommunistischen Mächte Sowjetunion und China unterzuordnen hätten. Carl Friedrich von Weizsäcker hatte 1963 den Begriff einer „Weltinnenpolitik“ geprägt, um staatenübergreifend eine Antwort auf die nukleare Bedrohung des Kalten Krieges zu finden. Maurice Strong, der erste Chef der 1972 gegründeten UNEP (UN-Umweltprogramm), institutionalisierte die Verknüpfung von globalem Umweltschutz und drohendem Klimawandel durch steigende CO₂-Emissionen zu einem Kernthema der internationalen Umweltpolitik.

Seit der ersten Ölkrise 1973 war die US-Regierung darauf bedacht, die nationale Energiesicherheit zu garantieren und den Einfluss von OPEC-Staaten sowie der Sowjetunion als wichtigem Öl- und Gasexporteur einzudämmen. Mit Beginn der zweiten Ölkrise im Januar 1979, unmittelbar nach dem politischen Umsturz in Persien, begann während der Regierungszeit von US-Präsident Jimmy Carter die Bewerbung der steuerlichen Begünstigung von privaten Investitionen in die Windenergie, einer Kernkompetenz der USA.

Ziel: Kontrolle über andere

Das Motto lautete, man werde sich von den fossilen Energieträgern „befreien“. Am lautesten trommelte die Nuklearindustrie gegen die fossilen Energien. Man erkannte darin eine Gelegenheit, den Konkurrenten „Kohleverstromung“ zu schwächen. Durch Einbindung einer Vielzahl von Akteuren, darunter etliche deutsche Wissenschaftler und Politiker, sowie des 1972 gegründeten IASA (Internationales Institut für Systemanalyse) und des 1974 gegründeten Umweltbundesamts wurde das Konzept „Weltinnenpolitik“ Anfang der 90er Jahre durch das Konzept von Klimaschutz durch Begrenzung der „Treibhausgasemissionen“ fortgeschrieben und zu einem strategischen geopolitischen Hebel ausgebaut.

Den Staffelstab übernahm in vorderer Reihe Ernst-Ulrich von Weizsäcker, der Sohn von C.F. von Weizsäcker, in seiner Funktion als Präsident des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie von 1991 bis 2000 und als Co-Präsident des Club of Rome von 2012 bis 2018. Das Wuppertal-Institut war kurz vor dem UN-Erdgipfel von Rio de Janeiro 1992 mit der Aufgabe der „wissenschaftlichen Zuarbeit“ gegründet worden. In der Rio-Deklaration war bereits das Prinzip der Verursacherkosten für Treibhausgase integriert, die Grundlage für die späteren CO₂-Bepreisungen.

Mit der Implementierung des IPCC (Weltklimarat) durch die USA über UNEP und WMO (Weltorganisation für Meteorologie) hatte die stärkste Wirtschaftsmacht der Welt bereits 1988 sichergestellt, dass dieser politische Prozess durch ein verbindliches CO₂-Regelwerk von Regierungen dominiert blieb und nicht von unabhängigen UN-Bürokraten geführt wurde. So wurde verhindert, dass das verordnete CO₂-Regime der Energiewende eine Eigendynamik entwickelte, welche die US-Wirtschaft zu schnellen CO₂-Einsparungen gezwungen hätte.

Die von den USA aus der Not heraus angestoßene, langwierige und teure Transformation der Energieversorgung mit Strom aus den vermeintlich erneuerbaren Energien Windkraft und Photovoltaik wurde als diplomatisches Instrument eingesetzt, um die Bündnispartner wie auch die Entwicklungsländer, China und den Ostblock in die angeblich notwendige „Klimarettung“ einzubinden. Solchermaßen ließ sich das Wachstum potenzieller geopolitischer Rivalen über internationale Umweltauflagen und Kreditvergaben zum Beispiel durch die Weltbank mitgestalten und steuern.

Es wurde ein Riesengeschäft

Die Idee eines internationalen Emissionshandels mit CO₂-Zertifikaten als globale Währung stammt aus Kreisen der US-Wirtschaftswissenschaften. Damit wurden 2005 Märkte für den Handel mit einem begrenzten Umfang an CO₂-Zertifikaten („Verschmutzungsrechte“) eröffnet. Auf einem freien, börsenähnlichen Markt können Unternehmen untereinander gekaufte oder zugeteilte Zertifikate weiterverkaufen, wenn sie diese nicht benötigen. Für CO₂-intensive Branchen wie die Zement-, Kalk-, Stahl- und Chemieindustrie hat das erhebliche finanzielle Belastungen zur Folge. Mit dem Mechanismus werden „riesige Kapitalströme in dreistelliger Milliarden- bis zu Billionenhöhe umgelenkt, neu strukturiert und in ‚grüne Märkte' investiert. Staaten verdienen erheblich am Handel mit CO₂-Zertifikaten, da sie die Emissionsrechte ausgeben und an Börsen wie der EEX versteigern“ (KI-generiert).

Mit dem CO₂-Geschacher wurde eine beispiellose Umverteilung in Gang gesetzt. Den größten Wohlstandsverlust mit steigenden Lebenshaltungskosten infolge hoher und steigender Energiepreise verzeichnen Deutschland und einige andere europäische Staaten infolge ihrer „ehrgeizigen Klimaziele“. Somit führte die CO₂-Hypothese aus dem 19. Jahrhundert auf verschlungenen Wegen im 21. Jahrhundert zum sinkenden Wohlstand am gravierendsten in den Staaten der westlichen Welt. Die in das Projekt „Energiewende“ einbezogenen Wirtschaftsbosse hatten einst sicherlich nicht damit gerechnet, dass dieses Spiel zu einem Turbo für die Deindustrialisierung des Westens mutieren würde.


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