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Im Kopernikushaus schmückten Mitglieder der AGDM mit Gästen erstmals einen Baum mit farbigen Bändern
An einem Maiwochenende wurde das Kopernikushaus in Allenstein, Sitz der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM), zum Treffpunkt für Vertreter aller Generationen, Vereinsmitglieder und Gäste. Sie kamen zum großen Maibaumfest zusammen, um deutsche Kultur, Brauchtum und ein geselliges Miteinander zu erleben. Bereits der musikalische Auftakt sorgte für eine besondere Atmosphäre. Das Streichquartett „Con Brio“ begeisterte das Publikum mit Melodien der Unterhaltungs- und Filmmusik in außergewöhnlichen Arrangements für klassische Instrumente. Viele Gäste zeigten sich überrascht, wie faszinierend populäre Musik im Klang eines Streichquartetts wirken kann. Das Ensemble bestand aus Jurek Rizun an der ersten Geige, Tomasz Jabłoński an der zweiten Geige, Dorota Michalska an der Viola sowie Agnieszka Pałubińska am Violoncello.
Nach dem Konzert ging das Festgeschehen auf den Platz vor dem Kopernikushaus weiter mit dem gemeinsamen Schmücken des Maibaums mit farbenfrohen Bändern und einem großen grünen Kranz. Die Farben dieses ersten Maibaums in Allenstein symbolisierten das Wappen und die Fahne Ostpreußens. Der Baum erstrahlte in Weiß und Schwarz.
Während der Vorbereitungen hörten die Teilnehmer einen kurzen Vortrag über die Geschichte und Bedeutung des Maibaums, und dass die Tradition vermutlich auf germanische und keltische Frühlingsrituale zurückgeht und bis heute für Gemeinschaft, Naturverbundenheit und den Beginn des Frühlings steht. Ebenso erfuhren die Gäste, dass der Maibaum in vielen Regionen Deutschlands eine Art hölzerne Chronik der lokalen Gemeinschaft darstellt und oft mit Symbolen von Handwerk, Vereinen und regionaler Geschichte geschmückt wird. Ergänzend konnten die Besucher auf ausgestellten Fotografien unterschiedliche Formen und Varianten von Maibäumen aus verschiedenen europäischen Regionen kennenlernen.
Als der festlich geschmückte Maibaum seinen Platz im Hof einnahm, begann der gesellige Teil des Abends. Bei deutscher Volksmusik wurde gefeiert, gesungen und bis in die Abendstunden „plachandert“. Dazu gab es Grillwurst, die ein Teilnehmer zubereitete. Bemerkenswert war die generationsübergreifende Atmosphäre des Festes. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren nahmen gemeinsam an der Veranstaltung teil.
Für Allenstein war das die erste Feier dieser Art. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie attraktiv und verbindend deutsche Traditionen auch heute noch wirken können. Das Maibaumfest bot nicht nur Unterhaltung, sondern vor allem die Möglichkeit, deutsche Kultur unmittelbar zu erleben und zu pflegen.
Die Veranstaltung hätte ohne die finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums des Innern, vermittelt durch den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG), sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales nicht realisiert werden können. Ihnen gilt ein besonderer Dank der Veranstalter für die Förderung dieses Projekts.