Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung
Hauptsache man hat Mitleid mit sich selbst, wähnt sich im Recht und findet sich zudem echt prima
Was wurde in der letzten Woche wieder herumgeeiert, geschwurbelt und sich im losen Stuhlkreis „zusammengesetzt“! Bloß keine Eile, nichts überstürzen, nur keine Unruhe! Nach der WM-Trinkpause kam die WM-Denkpause. Man bedachte das Für und Wider, die Experten und die Expertinnen äußerten sich im Minutentakt, und der DFB gab wolkige, nichtssagende Statements ab. Motto: Versuch's mal mit Ruhe und Gemütlichkeit. Deutschland im Sommer 2026. Nix passiert, oder?
Dabei ist es doch ganz einfach: Bundestrainer Julian Nagelsmann war bei der Fußball-Weltmeisterschaft krachend gescheitert. Er trug die Verantwortung für die Nationalmannschaft, und zwar von A bis Z. Natürlich haben es auch die Spieler verbockt, aber sorry: Auch ein Dirigent wird dafür verantwortlich gemacht, wenn das Symphonieorchester mit falschen Tönen das Gehör des Publikums strapaziert. Selbstverständlich hätte Nagelsmann schon am Abend der peinlichen Niederlage gegen die südamerikanische Kneipenschlägertruppe Paraguay zurücktreten müssen. Ehrensache. Verantwortung übernehmen. Ist doch klar, oder? Denkste!
Er hatte ja auch seine Verdienste, ist noch so jung, und außerdem sind da angeblich jene 14 Millionen Euro, die ihm bis zum Vertragsende 2028 zustehen würden. Nebenbei: Hallo SPD, greift hier eigentlich nicht schon längst eure famose Reichensteuer, jetzt 47 Prozent?
Egal. Nun ist er, nach fünf langen Tagen, doch zurückgetreten, mit neun statt 14 Millionen Abfindung – versteht sich. Doch Nagelsmann, 38 Jahre jung, der gerne einfach weitergemacht hätte, befindet sich mit seinem Verhalten in bester Gesellschaft.
Für eigene Fehler einzustehen, das Scheitern auf die eigene Kappe zu nehmen oder sogar die Verantwortung für grobe Fehlentscheidungen von Untergebenen zu übernehmen, und zwar mit der Konsequenz eines Rücktritts – das war irgendwann gestern.
Heute heißt es: Wir machen weiter, immer weiter, bis hintern Horizont. Wenn es mit der bisherigen Methode nicht geklappt hat, probieren wir es so lange weiter, bis es mit ihr klappt. Es gibt keine Alternative. Wer A sagt, muss auch B sagen, und niemand fragt, warum eigentlich, verdammt nochmal?! Was wäre denn mit J, U oder P?
Nein, immer schön beim A, B, C bleiben. Es muss ja weitergehen, Schritt für Schritt. Das gilt für ganz oben wie für ganz unten. Auch wenn ein Asylsucher, Schutzsuchender oder wie auch immer „Geflüchteter“, wie es im Grünen-Sprech heißt, den Sprach- und Integrationskurs zum wiederholten Male nicht bestanden hat, weil er unmotiviert ist und häufig fehlt, wird ihm ein neuer angeboten, auf Kosten des Steuerzahlers.
Auch die Cum-Ex-Betrüger haben jahrelang ganz ungestört und mithilfe einiger Banken den Staat um Milliarden Euro geprellt; nur wenigen wurde der Prozess gemacht. Politische Verantwortung im Finanzministerium? Iwo.
Fehltritte ohne Konsequenzen
Die Topmanager der Deutschen Bahn, die für die größte deutsche Bauplanungskatastrophe der Nachkriegsgeschichte namens Stuttgart 21 verantwortlich sind, sind fast alle noch in Amt und Würden. Der eine oder andere wurde im Lauf der Jahre versetzt, ohne einen klaren Grund zu nennen. Und die Politik, vom Verkehrsminister bis hinunter zu den zahlreichen Behörden? Da herrscht das Bingo-Prinzip: Größenwahn in Tateinheit mit kollektiver Verantwortungsdiffusion. Die schier endlose Dauer des Projekts ist ja auch hilfreich beim großen Verwirr- und Versteckspiel.
Auch die Milliardenverschwendung in Sachen Corona-Masken hat sich versendet. Und so geht es immer weiter. Millionen verschwendeter Steuergelder, die Mitarbeiter der „Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“ (GIZ) im Jemen veruntreut haben: Hört man was von GIZ-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel, dem mehrfach gescheiterten SPD-Kandidat für das Amt des hessischen Ministerpräsidenten? Iwo!
Apropos SPD: Die einstige Volkspartei, die aktuell um die zwölf Prozent rumdümpelt und im Osten unseres Landes nur noch in kaum messbaren Spurenelementen vorhanden ist, hat seit der katastrophal verlorenen Bundestagswahl noch einmal vier Prozentpunkte eingebüßt, folgt man den Umfragen. Ein Grund zum Rücktritt für die SPD-Vorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil? Iwo!
Ebenso folgenlos bleiben die ungeheuerlichen Äußerungen des Chefs der Grünen Jugend, Luis Bogba, dessen Vater aus Kamerun stammt: Die Deutschen sollten jetzt endlich ihre „scheiß Deutschland-Flaggen“ wieder abhängen und die Männer bitte schön darauf verzichten, nach WM-Niederlagen über ihre Frauen herzufallen. Woher die diesbezügliche Sachkenntnis des 24-jährigen Integrationsverweigerers kommt, bedürfte weiterer Nachforschungen. Konsequenzen? Iwo!
Konstant unberührbar ist auch die ZDF-Chefredakteurin, in deren Ägide zahlreiche Verfehlungen und Falschmeldungen des öffentlich-rechtlichen Senders fallen, etwa KI-produzierte Nachrichtenbilder aus den USA und Fake-News über Elon Musk, der angeblich zu gewaltsamen Angriffen auf Migranten in Irland aufgerufen habe. Man schweigt, sagt leise „sorry“ und duckt sich weg. Kein Mut, kein Risiko, kein klarer Schnitt. Keine Verantwortung. Woher denn, bitte schön?
Dass Bundeskanzler Friedrich Merz in einem offenbar irrtümlich abgeschickten Tweet nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft von „Einsatz“, „Teamgeist“ und „Stolz“ sprach, passt zu dieser notorischen Intransigenz – dieser ebenso bräsigen wie geistlosen und feigen Unerschütterlichkeit, immer einfach weiterzumachen, ohne einschneidende Konsequenzen.
Das abgeschaffte Individuum
Woran liegt das? Schwer zu sagen. Vielleicht ist es, wie im deutschen Fußball, eine Mentalitätsfrage. Seit Jahren geht es fast nur noch darum, dass alle „mitgenommen“, „wertgeschätzt“ und toleriert werden, dass es „nachhaltig“ zugeht, „achtsam“ und natürlich gendergerecht. Niemand soll diskriminiert oder ausgegrenzt werden, und jeder soll eine zweite oder gar dritte Chance bekommen. „Kein Mensch wird zurückgelassen!“ lautet das gesellschaftlich dominierende Mantra. Die Folge: Alle bleiben so lange stehen, bis sich auch der letzte aufgerafft hat. Oder auch nicht. Okay, eine Übertreibung. Aber der Kampf gegen „Leistungsdruck“ und „diskriminierenden“ Wettbewerb ist so erfolgreich, dass persönliches Scheitern und die damit verbundene Eigenverantwortung praktisch kein Thema mehr ist. Wenn nicht gleich die Umstände, vulgo „die Gesellschaft“, Schuld hatte, dann lag es an biografischen Traumatisierungs- und Abwertungserfahrungen, die eben jene Gesellschaft nicht rechtzeitig aufgefangen hat. Kurz: Das Individuum, das sündigen, Mist bauen und an sich selbst scheitern kann, wurde abgeschafft – und damit auch seine ganz persönliche Verantwortung.
Aber jetzt kommt ja „Kloppo“. Alles wird gut. Nicht nur Red Bull verleiht Flügel.
Jan Kerzel am 22.07.26, 11:21 Uhr
Wir leben schon lange nicht mehr in der Bonner Republik.
Damals haben die sogenannten Individuen mit Bangen den Montag abgewartet, um zu sehen, was steht im Spiegel über sie und ihre Freunde. Selbst der ÖR hat mit seinen Magazinen Monitor und Panorama oft zielsicher nachgefasst. Das war einmal. Heute ist wohlmeinende Systembenachrichtigung und harmlose Kritik angesagt. Mit einflussreichen Netzwerken und Organisationen will man es sich ungern verscherzen. Die Individuen , also die Einfluss- und Machträger , haben dadurch erhebliche Beinfreiheit und können von daher recht unbekümmert an ihr Tagewerk gehen. Das System hat trotz der Müll-Informationsmenge erheblich an Transparenz verloren und ist relativ dicht. Echter Investigativ-Journalismus findet nur noch gelegentlich statt. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass die Abwehrmechanismen desselbigen subtiler und rechtlich effizienter geworden sind. Der System-Machtblock spielt den Ball mit hohen Flanken und köpft ungehindert ins Tor.
Michael Holz am 20.07.26, 15:43 Uhr
Herr Mohr, ich wundere mich immer, wenn im Fußball der Trainer ausgewechselt wird und die Luschen weiter Millionen bekommen. Feuert diese!!!
Ich habe kurz in Brasilien gelebt, dort gibt es noch Kinder und Jugendliche, die zum Fußball begeistert werden, wie in der DDR, nur ohne Indoktrination und Staatsdoping. BRD hat fertig! Flasche leer!