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Wie das deutsche Bildungssystem, Soziale Medien und Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk gefährliche Allianzen der Un-Bildung bilden
Der aktuelle politische und wirtschaftliche Zustand der Bundesrepublik korrespondiert mit seiner intellektuellen und mentalen Verfassung. Beides steht in Wechselbeziehung zueinander: zum Nutzen des Landes oder zu dessen Abstieg. Dabei sei dahingestellt, was zuerst da war: Henne oder Ei. Egal, verbindendes Element zwischen wirtschaftlich-politischem Zustand und intellektuell-mentaler Verfassung ist eine „Elite“, die der brave deutsche Michel dazu kürt. Es genügt ihm, sich von einer Anti-Elite führen zu lassen. Also von Menschen, welche die Wirklichkeiten paranoid negieren; von Leuten, die das eigene Volk beschimpfen, es austauschen wollen und denen der Begriff „Volk“ zuwider ist.
All dies hat mit der intellektuellen Verfassung der polit-medialen „Elite“ zu tun. Präziser gesagt: mit dessen anti-intellektueller Verfassung, zudem mit institutioneller Verdummung. Denn wenn es stimmt, dass sich ein Volk am leichtesten mittels Un- und Halbbildung – vulgo: Verdummung – regiert, dann ist das reale Deutschland ein Paradebeispiel.
Klar: Zuvorderst wären es die Elternhäuser, welche die Grundlage für Neugier, Urteilsvermögen und damit für Bildung legen. Hier geht es um die außerfamiliären Einflüsse, die Bildung bzw. Un- und Halb-Bildung ausmachen: das Bildungswesen, die Digitalindustrie und der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk (ÖRR).
Das Ergebnis ist unübersehbar: Der Bildungsstand sinkt. Gar gewollt? Denn der schlecht informierte Mensch ist anfällig für Propaganda und für jedes Angstmachen, wie man es in den Corona-Jahren erlebt hat und im Zuge der ersatzreligiösen Klimahysterie nach wie vor erfährt. Das gilt übrigens auch für viele vermeintlich Gebildete. Für sie gilt die Diagnose Theodor Adornos aus seinem Vortrag „Theorie der Halbbildung“ von 1959. Dieser Vortrag endet mit dem Satz: „Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe von Bildung, sondern ihr Todfeind.“ Nicht umsonst lautet ansonsten einer der drei Big-Brother-Leitsätze in Orwells totalitärer Vision „1984“: „Unwissenheit ist Stärke“!
Stärke der Herrschenden?
Der Zustand der (vormaligen) Bildungsnation ist jedenfalls miserabel. Er ist ebenso hausgemacht wie auch importiert. Selbst international fragt man sich, wie eine einst bewunderte Bildungsnation ihr wichtigstes Kapital verspielen konnte. Zugleich entsteht der Eindruck, dass Politik, Medien und Bildungswissenschaften nonchalant über den Verfall mit planwirtschaftlichen Quoten- und Noten-Manipulationen hinweggehen. Die Folge: Zeugnisse werden zu ungedeckten Schecks. Unverdrossen sind dabei angesagt: Noch mehr Abiturienten, noch bessere Noten, noch mehr Lernen ohne Anstrengung!
Doch es sind Trugbilder. Denn egal, welche Leistungsstudie man nimmt: Ein Viertel bis ein Drittel der Schüler der vierten und neunten Klassen erreicht in Deutsch und Mathematik die Mindeststandards nicht. Folge: Viele Schulabgänger sind nicht ausbildungsreif – und oft auch nicht ausbildungswillig.
Das einst weltweit hochgerühmte berufliche „Qualified in Germany“ wurde einer Pseudoakademisierung geopfert. Ein eklatanter Fachkräftemangel ist die Folge. Zugleich werden Studiengänge im Bereich „Gender“, „Diversity“ und „Antikolonialismus“ etabliert, deren Absolventen – volkswirtschaftlich betrachtet – absolute Blindgänger sind. Bei den Studienanfängern muss man ansonsten längst zwischen Studierberechtigung und Studierbefähigung unterscheiden. In der vermeintlichen deutschen Bildungsnation verhalten sich jedenfalls mittlerweile Quantität/Quote und Qualität reziprok.
Apropos „importiert“: Das Leistungsniveau von Zigtausenden von Klassen hat – offiziell unausgesprochen – damit zu tun, dass der Migrantenanteil in den Schulen oft über 50 Prozent, gar nicht selten über 80 Prozent liegt. Wobei aus PISA-Testungen bekannt ist, dass die Leistungen in Klassen bei einem Anteil von mehr als 30 Prozent Migrationshintergrund signifikant sinken. Man weiß es, aber man tut nichts – ist das vielleicht ein ideologischer Vorsatz?
„Verdummung“ qua „soziale“ und öffentlich-rechtliche Medien
Die Postbank Digitalstudie hat 2025 festgestellt, dass jeder Deutsche im Schnitt fast 72 Stunden in der Woche online ist. Das sind annähernd drei komplette Tage/Nächte in der Woche und mehr als zehn Stunden am Tag! Das wiederum ist fast die doppelte Zeit, die ein Erwachsener pro Woche arbeitet und ein Heranwachsender mit Lernen in der Schule und zu Hause verbringen sollte.
Schlauer sind die Deutschen dadurch nicht geworden. Im Gegenteil: Sie halten sich jetzt nur für schlauer. Aber das ist Einbildung. Denn Smartphone und Laptop verführen dazu, dass sich zumal junge Menschen nur noch Info-Häppchen holen. In diesem Sinne ist auch Theodor W. Adorno mit seiner bereits erwähnten „Theorie der Halbbildung“ zu verstehen. Dort wendet er sich gegen eine bloße „ephemere Informiertheit“.
Es wird damit außerdem etwas gefördert, was Günther Anders, der berühmte deutsch-österreichische Philosoph, Dichter und Schriftsteller, lange vor der Digitalisierungswelle als das Dasein eines kollektiv vereinzelten Massen-Eremiten bezeichnet hatte. Mit Folgen bis hinein in die Familien. Dort liegen, falls es denn überhaupt ein gemeinsames Essen gibt, neben Messer, Löffel und Gabel griffbereit oft gleich mehrere Smartphones.
Von diesem Digitalisierungswahn ist auch das Bildungswesen infiziert. Es soll sogenannte Digital Natives hervorbringen, entlässt aber Hunderttausende an digitalen Naivlingen. Von „digitaler Demenz“ könnte man gar sprechen. Dennoch propagieren „Bildungsexperten“ – zur Freude von Vodafon-, Telekom-, Bitkom-Stiftung, Samsung und anderen – Laptop- oder Smartphone-Klassen. Vollmundig ist die Rede von down-load- und just-in-time-knowledge, instant-learning und natürlich von der „Revolution“ des Lernens durch „Künstliche Intelligenz“.
Teure Digitalisierungseuphorie
Die Folgen sind bei Heranwachsenden sichtbar: schwindende Konzentration, sinkende Lernleistungen, zunehmende Vereinsamung und Depressionen, miserable körperliche Fitness. Siehe die aktuelle Gesundheitsstudie der Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Sie belegt, dass rund 1,5 Millionen junge Menschen problematisches oder gar pathologisches, therapiebedürftiges Verhalten zeigen. Ein unkritischer Einsatz neuer Informationstechniken in der Pädagogik potenziert zudem Schäden, die umso gravierender ausfallen, je früher dieser Einsatz beginnt.
Die „pädagogische“ Digitalisierungseuphorie hat bisher Milliarden Euro im zweistelligen Bereich verschlungen – ohne erkennbaren Erfolg für das Bildungsniveau. Während in Ländern wie Schweden, Dänemark und selbst in den USA der Digitalisierungswahn gestoppt wird. Man hätte es wissen können: Selbst John Hattie, „Papst“ der modernen Unterrichtsforschung, hält fest, dass webbasiertes Lernen recht geringe Effektstärke aufweise. Dieser ganze Rummel erinnert im Übrigen an das Jahr 1647, als Georg Philipp Harsdörfer ein Lehrbuch mit dem Titel schrieb: „Poetischer Trichter. Die Teutsche Dicht- und Reimkunst, ohne Behuf der lateinischen Sprache, in VI Stunden einzugießen“. Daraus ist – auf Kupferstichen sichtbar – der Nürnberger Trichter geworden.
Enteignung der Wahrnehmung
Aber zurück ins Hier und Jetzt: Ein unkritischer Einsatz neuer Informationstechniken gar schon in der Pädagogik provoziert gewaltige Schäden. Elternhäuser und allen voran die Schulen müssen hier vehement gegensteuern, dass sie nicht einem Tyrannen die Tür öffnen, der die jungen Leute „vernetzt“, fesselt und zu guter Letzt ihrer Autonomie beraubt. Zudem ist aktive Suchtprävention angesagt: Denn mittlerweile hat jeder fünfte Jugendliche nach eigener Einschätzung Probleme, seinen Medienkonsum auch nur annähernd zu kontrollieren.
Künstliche Intelligenz (KI) wird das Bildungsniveau ebenso keineswegs steigern. Auch ist der Digitalisierungswahn totalitär und inhuman. Denn er befördert einen Transhumanismus, der den Menschen marginalisiert, der sein Denken und Urteilen der Technik überantwortet. Die Folge ist oft eine regelrechte Enteignung des Wahrnehmens, Forschens, Nachdenkens, Urteilens. Verstanden hat man damit wenig, denn zum Verstehen gehört aktives Erarbeiten; bloßer passiver Informationskonsum reicht nicht. Deswegen fordert Papst Leo XIV. in seiner aktuellen Enzyklika „Magnifica humanitas“ auch, dass KI zu entwaffnen sei.
So verfehlt der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk seinen Auftrag
Zwangsgebühren für Indoktrination statt für Bildung und Wissen
Und dann wäre da noch der „Öffentlich-Rechtliche Rundfunk“ (ÖRR), der sich aus ARD, ZDF und DLF zusammensetzt. Er verstößt immer häufiger gegen die Pflicht, ausgewogen und objektiv zu berichten. Der ÖRR verschlingt zwar pro Jahr rund neun Milliarden Euro Zwangsgebühren. Seinem Auftrag, auch Bildungs- und Kulturfunk zu sein, wird er aber nur bedingt gerecht. Die Gebührenzahler erleben eine politische Einseitigkeit, ein indoktrinierendes „Framing“, eine Vermischung von Nachricht und Kommentar, ein aktivistisch-volkspädagogisches Trimmen auf „unsere Demokratie“ und auf Klimawandel, ferner ein Verschweigen von Hintergründen explodierender Gewaltkriminalität, sowie eine Tatsachenverdrehung bei der Migrationsproblematik wie sie ihresgleichen sucht.
Die Folge: Das Vertrauen in den ÖRR erodiert. Nur 45,4 Prozent der Befragten sind der Meinung, der ÖRR berichte objektiv oder eher objektiv. 48,5 Prozent sehen beim ÖRR zu viel Staatsnähe. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut INSA im Auftrag des Magazins „Tichys Einblick“ vom September 2022. Im Jahr 2026, nach zahlreichen ÖRR-Skandalen seither, dürften sich diese Werte weiter verschlechtert haben.
Und dann erst die Kindersendungen! Der WDR-Kinderchor gefiel sich 2019 mit dem Songtext: „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, meine Oma ist ne alte Umweltsau.“ Unter dem Motto „Monat der Diversität“ startete der Kinderkanal KiKA in den Mai 2026. Es geht um „Antirassismus, Inklusion, LGBTQ- und Transideologie. In der Serie „First Day“ etwa steht ein zwölfjähriges Mädchen im Mittelpunkt, das sich als „trans“ identifiziert. Bereits 2018 zeigte KiKA den Titel „Weil ich ein Mädchen bin“: „Man kann mit Hormonblockern die Pubertät stoppen“, weiß hier ein Kind, und es erklärt, dass es sich später „unbedingt operieren lassen“ wolle. In der PUR+-Reportage „Mädchen oder Junge?“ von 2023 kommt das zwölfjährige Mädchen „Nick“ (12) zu Wort, das sich eine Reportage über einen Transmann ansah und sich mit diesem identifizierte. Der Münchner Jugendpsychiater Dr. Alexander Korte schrieb im Juni 2022 zusammen mit weiteren Autoren einen Gastbeitrag in der „Welt“: „Wie ARD und ZDF unsere Kinder indoktrinieren“. Der Vorwurf der Autoren: Sendungen wie „Die Sendung mit der Maus“ oder Berichte in Jugendsendungen würden den Eindruck erwecken, man könne sein Geschlecht einfach wechseln. Die Reaktion auf diesen seriösen Beitrag war erschreckend: Selbst Springer-Chef Döpfner machte den Kotau vor Ideologen und distanzierte sich von den Experten um Korte. Nein, einen solchen zwangsfinanzierten ÖRR braucht es nicht. Indes scheint mit Blick auf den Verfall von Bildung, auf den Digitalisierungsrummel und auf ARD/ZDF und Co. zu gelten, was Ostpreußens Philosoph Immanuel Kant 1784 feststellte: „Es ist so bequem, unmündig zu sein.“
• Buchtipp: Josef Kraus, Walter Krämer (Hrsg.): Schwarzbuch Staatsfunk. Desinformation statt Information. 320 Seiten, Langen Müller Verlag (LMV) München. Erscheint am 22.6.26.
Jan Kerzel am 25.06.26, 12:13 Uhr
"Es ist so bequem, unmündig zu sein. " Hatten wir je etwas anderes? Der Geist von Rebellion, Aufbruch und Neugestaltung ist in den deutschen Landen traditionell dünn vertreten. Einordnung und Anpassung sind hohe Tugenden, denn nur so schafft man den meist begehrten sozialen Aufstieg. Man hält das Fähnlein in den Wind, dann weiß man. woher er weht. In konservativeren Zeiten war es schon so und jetzt ist es halt ein bisschen anders. Aber alles schön systemkompatibel, also keine Panik, der Laden läuft. Eine aktuelle Fehlsteuerung kann man nicht ersetzen, indem man auf eine frühere Fehlsteuerung zurückgreift. Entweder wir brechen grundsätzlich mit den gelenkten traditionellen Sozialisations - und Konformitätsmechanismen und schaffen sie weitgehend ab oder wir akzeptieren und biegen hier und da etwas mit. Das Bejammern der Zustände ist fruchtlos. Es ist wie es ist, weil es " früher" genauso war.
Peter Wendt am 22.06.26, 09:29 Uhr
Auch im Bereich Bildung und Medien folgen auf schwache Leute meist noch schwächere. Das Ausleseprinzip wurde zugunsten wirrer Quoten aufgegeben. Pädagogik hat mit Verlaub nichts mit einer Wissenschaft zu tun. Trotzdem werden ständig neue „ Studien“ veröffentlicht, die meist das Gegenteil ihrer Vorgängerinnen beinhalten. Lehrer sollen Wissen vermitteln und den Charakter stärken, aber bitte keine Bücher schreiben, zumindest keine mit wissenschaftlichem Anspruch. Wahrlich kein Hexenwerk.