24.02.2026

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden

New York am Scheideweg

Auf den Koran geschworen – und schon antisemitisch

Wenn in einem christlich geprägten Staat die Bibel keine Bedeutung mehr hat, ist das als Signal dramatisch. New Yorks Juden merken es bereits

Brian Schuster
07.01.2026

Man wollte seinen Augen nicht trauen, doch New Yorks neuer Bürgermeister Zohran Mamdani hat es tatsächlich getan und seinen Amtseid auf den Koran geschworen. Wenn aber ein gewählter Amtsträger in den USA seinen Eid nicht auf die Bibel, sondern auf das Buch der Moslems ablegt, ist das mehr als eine private Glaubensentscheidung. Es ist ein bewusstes politisches Symbol fern jeglicher Neutralität. Gerade in einem Land wie den USA, das historisch, kulturell und rechtlich tief vom Christentum geprägt ist, entfaltet ein solcher Akt Wirkung weit über den Moment hinaus. Zwar garantiert die amerikanische Verfassung Religionsfreiheit, und niemand darf aufgrund seines Glaubens vom öffentlichen Amt ausgeschlossen werden. Doch die Frage lautet nicht, was rechtlich erlaubt ist, sondern was gesellschaftlich klug, verantwortungsvoll und integrierend wirkt. Das Schwören auf den Koran ist es sicher nicht. Das ist eine Provokation.

Juden in Alarmbereitschaft
Und die Provokation fällt nicht zufällig zusammen mit Mamdanis politischer Haltung, die von vielen als radikal links, ideologisch und zutiefst westenkritisch wahrgenommen wird. Wobei sich der bekennende Muslim selbst als linker Sozialist bezeichnet und entsprechend politisch einordnet. Kritiker erinnern daran, dass der neue Bürgermeister, der in der Vergangenheit schon mehrfach durch scharfe Israelkritik aufgefallen ist, sich in einem politischen Milieu bewegt, das durchaus Sympathien für Hamas-nahe Erzählweisen aufweist. Das Gesamtbild ist eindeutig genug, um ernsthafte Sorgen auszulösen.

Besonders alarmiert ist die jüdische Gemeinschaft New Yorks. Nirgendwo außerhalb Israels leben mehr Juden als hier – und nirgendwo im Westen fühlen sie sich derzeit so bedroht wie in den Straßen dieser Stadt. Antisemitische Übergriffe nehmen zu, jüdische Einrichtungen stehen unter Polizeischutz, und Israel-Hass wird auf Demonstrationen, die wiederum ihre Solidarität mit Hamas, Gaza und Palästina bekunden, offen skandiert. In dieser Lage erwarten Juden von der Stadtspitze unmissverständliche Solidarität – keine hohlen symbolischen Gesten, die auch noch von radikalen Kräften als Ermutigung verstanden werden könnten. Denn genau hier liegt die eigentliche Gefahr: Das Zusammenspiel aus linker Ideologie, Israel-Feindlichkeit und islamistischen Deutungsmustern ist längst Realität. Unter dem Deckmantel von „Gerechtigkeit“ und „Befreiung“ wird Terror relativiert, werden Massaker sprachlich entschärft, werden Juden kollektiv zu Tätern erklärt. Wer das kritisiert, gilt schnell als „reaktionär“ oder „islamfeindlich“. Doch Schweigen aus Angst vor solchen Etiketten ist keine Tugend, sondern politisches Versagen.

Kaum im Amt ließ Mamdani, der Israel als Apartheidsregime diffamiert, seiner Judenfeindlichkeit freien Lauf. Er unterzeichnete direkt nach seiner Amtseinführung mehrere Verordnungen, mit denen er Erlasse seines Vorgängers Eric Adams wieder aufhob. So räumte er auf einen Streich auch gleich zwei Anordnungen ab, die ursprünglich zur Unterstützung für Israel gedacht waren. Zudem unterstützt der 34-Jährige unverblümt die BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen), die Israel wirtschaftlich isolieren will.

Aber auch international bleibt der Vorgang nicht ohne Wirkung. Islamistische Bewegungen beobachten sehr genau, wie westliche Gesellschaften mit ihren eigenen Grundlagen umgehen. Jeder symbolische Akt, der als Abkehr von der eigenen Identität gelesen werden kann, wird propagandistisch ausgeschlachtet. Nicht als Zeichen von Toleranz, sondern als Beleg kultureller Selbstaufgabe.

Phrasen mit fadem Beigeschmack
Und schließlich drängt sich eine unbequeme Frage auf: Hat New York vergessen? Vergessen, was am 11. September 2001 geschah? Vergessen, dass religiös legitimierter Hass von Islamisten Tausende unschuldige Menschen tötete? Niemand behauptet, ein Amtseid auf den Koran sei gleichzusetzen mit Terror. Aber wer solche Symbole setzt, trägt auch Verantwortung für ihre Wirkung – gerade in einer Stadt, die durch islamistischen Terror extrem traumatisiert wurde.

Mamdanis Beschwichtigungen klingen vertraut. Man wolle verbinden, niemanden ausgrenzen, alles sei missverstanden. Auch sein Versprechen, jüdisches Leben in New York schützen zu wollen, hat einen faden Beigeschmack, auch als er auf die „fortlaufende Integration des Büros zur Bekämpfung von Antisemitismus“ hinwies. Die Geschichte kennt solche Worte. Auch DDR-Ulbricht wollte keine Mauer bauen lassen. Solche Worte klangen stets beruhigend – und erwiesen sich später als Lüge. Vertrauen entsteht nicht durch Relativierung, sondern durch klare Haltung. Mamdanis Amtseid war ein Signal. Leider kein gutes. Und New York wird sich fragen müssen, ob es bereit ist, den Preis dafür zu zahlen.


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ gern mit einer

Anerkennungszahlung


Kommentare

Heidi Riedel am 18.01.26, 13:58 Uhr

Danke für die klaren Worte!
Der Islam ist nie neutral und auch nicht verbindend.
Woher kommt in New York eine Mehrheit diesen Moslem als Bürgermeister der Stadt zu wählen?
Selbstaufgabe der eigenen Identität ist keine gute Lösung sondern das Gegenteil.

sitra achra am 13.01.26, 13:32 Uhr

Der Islam ist Terror. Die Mordaufträge gegen Nichtmuslime findet man im Koran, aber noch deutlicher in den Hadithen, wo sie unverblümt geäußert werden. Deshalb gehört der Islam weder zu Deutschland noch sonstwohin. Weg damit!

Bernd Wegter am 07.01.26, 09:00 Uhr

Natürlich wird New York, vor allem die einfachen Menschen, den Preis dafür bezahlen. Es wird wie Berlin nur noch extremer und schneller verloren gehen. Wer kann, sollte dieses Jahr dorthin fahren, wer weiß wie es im nächsten Jahr dort aussieht.

Kommentar hinzufügen

Captcha Image

*Pflichtfelder

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag. Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

powered by webEdition CMS