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Die Bauarbeiten nehmen ihren Lauf: Der Wrangelturm aktuell
Foto: J.T.Die Bauarbeiten nehmen ihren Lauf: Der Wrangelturm aktuell

Königsberg

Bauarbeiten am Wrangelturm

Ausstellungs- und Konferenzräume sollen entstehen – Die Fertigstellung ist für den Sommer geplant

Jurij Tschernyschew
15.04.2022

In Königsberg hat die Restaurierung der Außenfassade des Wrangelturms begonnen. Die Bauarbeiter haben zunächst alle früheren illegalen Bauten um das Kulturdenkmal herum beseitigt.

Der Wrangelturm, benannt nach dem preußischen Generalfeldmarschall Friedrich von Wrangel, wurde 1859 erbaut. Das dunkelrote Klinkergebäude mit teilweise verglasten Fassadenelementen ist ein Denkmal der Neugotik. Das dreistöckige runde Gebäude mit Innenhof ist zwölf Meter hoch und hat einen Durchmesser von 34 Metern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Turm als Lagerhaus genutzt worden, und in den 1990er Jahren beherbergte er ein Restaurant sowie ein Antiquitätengeschäft. Unter dem ehemaligen Gouverneur Nikolaj Zukanow beschlossen die Behörden, den Pächtern überlassenen zurückzunehmen und ihn der Zuständigkeit der Stadt zu übertragen. Nach zahlreichen Gerichtsverhandlungen gelang ihnen dies auch schließlich.

Umbaupläne seit 2016

Im Jahr 2016 wurde der Wrangelturm dem Bernsteinmuseum zugeteilt, und es wurde ein Konzept für die Nutzung des historischen Denkmals und des Geländes um das Tor herum entwickelt. Der Turm selbst sollte ein paläontologisches Museum und eine Terrasse mit einem Dachcafé beherbergen. Es gab den Vorschlag, den Innenhof mit einer Glaskuppel zu überdachen. Auf dem Platz hinter dem Turm sollten Gehwege und elf lebensgroße Dinosaurier-Skulpturen errichtet werden.

Doch der inzwischen amtierende Gouverneur, Anton Alichanow, gab bekannt, dass die Region noch nicht über das Geld für den Wiederaufbau des Turms verfüge. Erst im Dezember 2019 genehmigte die Regionalregierung das Konzept zur Nutzung des Wrangelturms für die Entwicklung eines sogenannten Bernstein-Clusters. Die Idee einer Ausstellung von Dinosaurier-Skulpturen gab man auf.

Ein Jahr später beschloss die Regionalregierung, umgerechnet 2,2 Millionen Euro für die „Anpassung des Wrangelturms für eine moderne Nutzung als Museum“ bereitzustellen.

Die Firma Lester wurde mit der Erstellung der Baupläne beauftragt. In der Nähe der Festung befinden sich weitere historische Objekte, sodass die Dokumentation die Prüfung als erhaltenswertes Objekt von historischer und kultureller Bedeutung bestanden hat. In der Genehmigungsurkunde heißt es, dass nicht nur der Turm selbst, sondern auch die Umgebung restauriert werden soll.

Teil des Bernsteinmuseums

In Anbetracht der historischen Funktion des Standorts wird vorgeschlagen, dem Kulturerbeobjekt und der Umgebung „auf der Grundlage historischer und architektonischer Studien sein historisches Aussehen zurückzugeben, ohne die architektonischen Merkmale des 1859 errichteten Turms und der Umgebung zu verändern“. Bei dem Bauvorhaben geht es darum, das äußere Erscheinungsbild des Wrangelturms zu erhalten und das verlorene Ziegelmauerwerk des Steinsockels an seinen Außenwänden wiederherzustellen sowie die Fenster- und Türnischen. Die Fensteröffnungen sollen eine neue Verglasung erhalten, Risse und fehlendes Mauerwerk gefüllt werden. Weiter sind die Reinigung und das anschließende Auftragen einer wasserabweisenden Schicht auf die Fassaden vorgesehen sowie eine Sanierung der Turmfundamente.

Anton Fedosow, Leiter des regionalen Verbandes der Bernsteinindustrie, sagte, dass die Arbeiter inzwischen die Schießscharten verfüllt, die Fenster vergittert und die Aluminiumverglasung an den Bögen in der Galerie des Turms angebracht haben. Die Innenräume können danach beheizt werden und die Inneneinrichtung kann nach und nach erfolgen.

Wie lange die geplanten Arbeiten am Wrangelturm dauern werden, kann derzeit niemand sagen, da die Kosten für Bau- und Ausbaumaterialien erheblich gestiegen sind. Im Idealfall sollten die Arbeiten zu Beginn des Sommers abgeschlossen sein.

Unsicherheitsfaktor Kostenexplosion

Bis dahin will der Wrangelturm einen Ausstellungsraum mit Büroflächen eröffnen. Im Erdgeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes sollen dann weitere Ausstellungsräume, eine Lobby und Lagerräume entstehen. In den oberen Stockwerken werden ebenfalls Ausstellungs- und Konferenzräume sowie Büros und Geschäfte entstehen. Darüber hinaus umfasst das Sanierungsvorhaben die Restaurierung des kleinen Turms am Eingang des Komplexes, des Stegs in der Nähe des Hauses der Technik und die Instandsetzung der Ziegelmauer entlang des Wassergrabens.



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Kommentare

Marco Mobil am 15.04.22, 21:11 Uhr

Danke für den sehr informativen Artikel.
Ich war mehrfach dort. Es ist ein magischer Ort für Deutschland.

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