20.04.2026

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Migration als Ursache – eine Analyse

Bürgerkrieg droht in Europa

Hagen Ritter
06.03.2026

Noch weit nach der Jahrtausendwende wäre niemand ernst genommen worden, der vor einem Bürgerkrieg oder auch nur vor der drohenden Gefahr eines solchen in Deutschland gewarnt hätte. Weder die 68er Bewegung noch der Deutsche Herbst 1977 brachten eine bewaffnete Massenmobilisierung hervor. Auch nach der Finanzkrise 2008 blieb das Vertrauen der Deutschen in die Institutionen stabil.

Allerdings haben eine extreme politische Polarisierung und die Folgen der Massenmigration die Debatte über eine mögliche Bürgerkriegsgefahr in den letzten Jahren kräftig befeuert. In einer Umfrage des Munich Security Index gaben Menschen in Deutschland im Jahr 2024 an, sie würden die Gefahr einer Bedrohung durch „Bürgerkrieg oder politische Gewalt“ als „mittelhoch“ einschätzen. Auf der bis 100 Punkte reichenden Skala der Risikowahrnehmung war dies ein Wert von 52. Im Vergleich zum Jahr 2020 war der Wert um gleich 14 Punkte angestiegen. Leider wurde im aktuellen Bericht 2026 dieser spezifische Datenpunkt nicht mehr hervorgehoben.

Nicht integrierbare Muslime
Der Strategieexperte David Betz vom King's College London hält das Risiko bürgerkriegsähnlicher Bedingungen in westlichen Gesellschaften inzwischen sogar für überaus besorgniserregend hoch: „Der Bürgerkrieg ist näher, als Sie denken“, so der kanadische Forscher in einem Interview. Mit Blick auf die Lage in Großbritannien sieht der Forscher derzeit alle drei klassischen Voraussetzungen für einen internen Konflikt erfüllt. Die Gesellschaft ist nicht mehr nur bei Sachthemen gespalten, sondern in unversöhnliche „Stämme“. Betz identifiziert drei unversöhnliche Hauptgruppen: Erstens eine postnationale Elite, die globale Institutionen wie das Weltwirtschaftsforum über nationale Interessen stellt. Zweitens die einheimische Mehrheit, die um ihren demografischen und kulturellen Status bangt. Und drittens eine wachsende muslimische Bevölkerung, die er als schwer integrierbar einstuft.

Die einheimische Mehrheit hat laut der Analyse wiederum das Gefühl, dauerhaft an Bedeutung, Kultur und Einfluss zu verlieren – aus Sicht des Konfliktforschers ist dies historisch einer der stärksten Antreiber für Gewalt. Hinzu kommt als Faktor ein massiver Rückgang des Vertrauens in Politik, Justiz und Medien. Ein wachsender Anteil von Bürgern ist überzeugt, dass Wahlen nichts mehr bewirken und das System seine Legitimität verloren hat.

Alarmierend ist die Einschätzung von Betz, dass Großbritannien den Punkt, an dem noch eine friedliche Umkehr möglich gewesen wäre, bereits um das Jahr 2012 überschritten hat. „Ich denke, wir sind bereits über den Kipppunkt hinaus.“ Der Forscher sieht keine friedliche Lösung mehr. Selbst Maßnahmen wie Massenabschiebungen oder drastische kulturelle Umbrüche, die den Konflikt verhindern sollen, würden nach Ansicht des 59-jährigen Forschers einen Bürgerkrieg wahrscheinlich erst recht auslösen.

Den aktuellen Zustand bezeichnet Betz als eine Art „kalten Bürgerkrieg“. Zukünftige Historiker könnten die heutige Zeit als den Beginn des eigentlichen Konflikts einordnen. Für möglich hält Betz eine zunehmende geografische Trennung, eine „Balkanisierung“ des Landes. Dabei würden Enklaven entstehen, die ähnlich wie im Libanon oder Nordirland abgegrenzt werden.

Betz wirft der politischen Elite vor, Migration als Projekt gegen den Willen der Bevölkerung voranzutreiben. Dies habe zu einem tiefen Zynismus geführt. Er sieht in der aktuellen Führung keine Kompetenz oder Einigkeit mehr, um die Krise zu bewältigen. „Was merkwürdig an unserer nationalen Elite ist, dass sie in ihrem Denken postnationalistisch ist. Sie denkt nicht im nationalen Interesse.“

Auch der ehemalige Kommandeur der britischen Streitkräfte in Afghanistan, Oberst a. D. Richard Kemp, warnte vor Kurzem in einem Interview: „Das Problem ist die Migration – ich denke, die Wahrscheinlichkeit eines Bürgerkriegs in Europa ist vorhanden, so undenkbar das auch sein mag.“ Der hochdekorierte Offizier begründet dies mit der Einschätzung, dass mehr britische Muslime aufseiten der Taliban gegen britische Truppen gekämpft hätten, als in der britischen Armee dienten. Kemp kritisiert auch das Fehlen politischer Alternativen: Egal welche Partei an die Macht gewählt wird, es werde bei der Migration und dem wachsenden islamischen Bevölkerungsanteil die gleiche Politik verfolgt. Die europäischen Regierungen sieht der Oberst a. D. nicht in der Lage, einen Bürgerkrieg noch zu verhindern, weil sie Probleme wie eine gescheiterte Integration von Migranten und unkontrollierte Zuwanderung ignorieren und kurzsichtig handeln: „Sie wollen keinen Ärger, sie denken nur vier Jahre voraus, sie schieben das Problem einfach auf jemand anderen ab.“

Frankreichs Gesellschaft ist besonders gefährdet
Auch in Frankreich waren es pensionierte Militärs, die bereits 2021 in mehreren offenen Briefen vor dem Zerfall der Gesellschaft und einem Bürgerkrieg durch den Islamismus warnten. Tatsächlich erscheint die Sicherheitslage in Frankreich im Vergleich zu Großbritannien und Deutschland schon seit einigen Jahren besonders fragil zu sein. Nach den islamistischen Anschlägen vom 13. November 2015 in Paris hatte Präsident François Hollande einen landesweiten Ausnahmezustand verhängt, der bis November 2017 immer wieder verlängert wurde. Nachfolger Macron hob den Ausnahmezustand zwar formal auf, allerdings gingen zentrale Elemente in das reguläre Sicherheitsrecht ein. Seither können französische Behörden auf Dauerbasis etwa bestimmte Gefährder überwachen, Moscheen schließen oder Sicherheitszonen einrichten.

Der King's College-Forscher Betz hält Frankreich und Großbritannien unter den westeuropäischen Ländern für die ersten, in denen bürgerkriegsähnliche Dynamiken entstehen könnten, wenn Spannungsfaktoren wie soziale Fragmentierung, die Erosion des Vertrauens in Institutionen und tiefere kulturelle Spaltungen weiter zunehmen. Vorhanden sind diese Faktoren längst auch in Deutschland. Gelingt hierzulande kein Gegensteuern, dann sind Großbritannien und Frankreich möglicherweise nur mit einigen Jahren Vorsprung die Vorreiter einer Entwicklung, die auch in Deutschland heranreift.


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Kommentare

Peter Wendt am 06.03.26, 07:20 Uhr

Es gibt kein Beispiel in der weltweiten Geschichte in der unterschiedliche Kulturen dauerhaft friedlich miteinander in einem Staat gelebt haben. Ich kann nicht erkennen wo in Deutschland die „Erleuchteten“ sind, die einen gänzlich neuen Weg gefunden haben dies zu ändern. Ganz im Gegenteil!
Die Integration der zugezogenen Massen wurde aufgegeben, so auch die Vorherrschaft der deutschen Kultur und Sprache. Scheinheilig wird dies alles mit Demographie begründet. Eine glatte Lüge! Es hätte sehr wohl Alternativen zur Masseneinwanderung gegeben. Die Wahrheit ist: Die deutsche Politik, allen voran Merkel, waren völlig überfordert, sowohl intellektuell als auch was Führungserfahrung und verantwortungsvolles handeln betrifft.
Nun haben sich „unsere“ Demokraten hinter der Mauer gegen rechts verschanzt, um ja nicht zur Verantwortung gezogen zu werden. Die Linken machen zwischenzeitlich weiter mit ihrer Zerstörungspolitik. Alle jubeln? Irgendwie kommt das in diesem Land öfter vor.

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