04.11.2026

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Jubiläums-Gala im Kopernikus-Haus: Der Vorsitzende Peter Dukat bei seiner Rede
Bild: D.K.Jubiläums-Gala im Kopernikus-Haus: Der Vorsitzende Peter Dukat bei seiner Rede

Jubiläumsfeier in Allenstein

Die AGDM blickt auf 35 Jahre zurück

Deutschunterricht, Lesungen, Ausstellungen und mehr – Die Arbeit der Deutschen Minderheit ist vielfältig

Dawid Kazanski
04.11.2026

Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Mitte Oktober feierte die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM) ihr 35-jähriges Bestehen mit einer feierlichen Gala in der „Sozialschmiede“ (Kuźnia Społeczna) in Allenstein. Das Jubiläum bot einen perfekten Rahmen, um auf die Geschichte zurückzublicken, Erinnerungen auszutauschen und gemeinsam zu feiern.

Die Geschichte der AGDM begann im Jahr 1991 inmitten gesellschaftlicher und politischer Umbrüche, die der deutschen Minderheit in Polen neue Wege ebneten. Die Anfänge waren von Herausforderungen geprägt: Erste Treffen fanden in privaten Wohnungen statt, und engagierte Mitglieder reisten in die Bundesrepublik, um Schulungen zur Beantragung und Abwicklung von Kulturprojekten zu absolvieren. Nach einer Zwischenstation in der Gartenstraße fand der Verein im Jahr 2000 im Kopernikus-Haus in der früheren Bahnhofstraße (Partyzantów-Straße 3) sein dauerhaftes Zuhause. Bis heute ist dieses Haus ein zentraler Treffpunkt für Jung und Alt, der die deutsche Kultur und Tradition im Alltag der Region weiterhin lebendig hält.

Durch generationenübergreifende Projekte, Singkreise, Kunstgruppen, Workshops, Ausstellungen und Bildungsreisen stärkt die Gesellschaft das Zugehörigkeitsgefühl ihrer Mitglieder. Getragen wird die Arbeit vor allem von den Menschen selbst, deren persönliches Engagement und Verbundenheit mit Sprache und Bräuchen die 35-jährige Geschichte prägen – sei es als natürliche Fortsetzung der eigenen Familiengeschichte oder als ein Weg, die eigene deutsche Identität neu zu entdecken. Einige mussten den Weg zur Gesellschaft neu entdecken, da bei diesen Personen die deutsche Identität zu Hause nicht gepflegt oder sogar verschwiegen wurde.

Brückenbauer zwischen Deutschen und Polen

Wie der Vorsitzende Peter Dukat in seiner Festansprache betonte, war es von Anfang an eines der wichtigsten Anliegen der AGDM, Brücken zwischen Polen und Deutschen zu bauen und im multikulturellen Ermland und Masuren den gegenseitigen Dialog und das Verständnis zu fördern.

Im Laufe der dreieinhalb Jahrzehnte gelang es der Gesellschaft, vielfältige kulturelle, bildungsbezogene und soziale Initiativen zu entwickeln. Sie organisierte deutsch-polnische Treffen, künstlerische Veranstaltungen und Workshops, Ausstellungen, Lesungen, Bildungsreisen, förderte den Deutschunterricht und dokumentierte die Geschichte und Kultur der Region. Sie pflegte das deutsche Brauchtum und sorgte für den Erhalt des deutschen Soldatenfriedhofs.

Ausstellung zeugt von dreieinhalb Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit

Die Oktober-Gala war nicht nur ein Rückblick auf gemeinsame Erfolge, sondern auch ein emotionaler Moment des Dankes für ehemalige Vorsitzende, verdiente Mitglieder und treue Unterstützer. Diese Augenblicke riefen Emotionen, Freudentränen und Dankbarkeit hervor.

Ein besonderer Dank galt dabei Institutionen wie dem polnischen Ministerium für Inneres und Verwaltung, dem Verband der sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen, dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, dem Haus des deutschen Ostens, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit sowie dem Marschallamt der Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Musikalisch untermalt wurde die Feier vom AGDM-Chor „Ermlandklang“ und dem Streichquartett „Con Brio“, gefolgt von einer eigens zusammengestellten Ausstellung, die Einblicke in die vielfältige Vereinsgeschichte bot. Auf den Ausstellungstafeln waren Inhalte und Fotografien zu sehen, die sich verschiedenen thematischen Schwerpunkten aus den Tätigkeitsbereichen der Gesellschaft widmeten. Trotz des erfolgreichen Rückblicks blickt die Gesellschaft optimistisch, aber auch realistisch in die Zukunft – wohl wissend, dass vor ihr neue Herausforderungen wie die Begeisterung der jüngeren Generation für die Vereinsarbeit liegen.


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