22.07.2026

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Beschädigte Seelen

Die Angst vor der Klimakatastrophe ist zur irren „Religion“ erstarrt

Es gibt Gläubige und Ungläubige, Bußprediger und Ketzer: Was wie Wissenschaft begann, zeigt immer mehr Züge eines pompösen Ersatzglaubens, der den Anhängern Halt und Orientierung verspricht

Wolfgang Kaufmann
07.06.2026

Der klimapolitische Aktivismus hat vielfach bereits quasireligiöse Züge angenommen, weil er auf die angebliche naturwissenschaftliche Tatsache einer vom Menschen verursachten Erderwärmung mit einem Glaubenseifer reagiert, den man sonst nur bei Anhängern der traditionellen Religionen findet. Dabei sind besonders die Parallelen zwischen dem frühen beziehungsweise mittelalterlichen Christentum und der neuen „Klimareligion“ augenfällig.

Da wäre zunächst der ausgeprägte Dogmatismus: Die Anhänger der „Klimareligion“ sind fest davon überzeugt, im Besitz des einzig wahren Glaubens und insofern auch unfehlbar zu sein. Selbst sachlich wohlbegründete Zweifel an der „Klimakatastrophe“ und deren vermeintlichen Ursachen werden tabuisiert und mehr oder weniger offen als „Ketzerei“ abgetan, wobei das Standardschimpfwort für die Häretiker unsinnigerweise „Klimaleugner“ lautet – als ob irgendjemand bestreite, dass es das Klima gibt. Aber so kann man die Abweichler am besten verächtlich machen oder gar pathologisieren.

Auffällig ist des Weiteren das ausgeprägte Denken in den Kategorien „Gut“ und „Böse“, das sich keineswegs nur auf den Gegensatz zwischen den erleuchteten „Klimaschützern“ und den ungläubigen „Klimaschädlingen“ beschränkt. „Gut“ sind beispielsweise auch Erneuerbare Energien, während fossile Brennstoffe „böse“ daherkommen. Und es gibt eine teuflische Macht in Gestalt des Kohlendioxids, das für die schlimmsten Übel auf der Welt verantwortlich zeichnet. Zu diesen zählen die vermeintlichen Hekatomben von Opfern der „Erderhitzung“ sowie Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Waldbrände und Dürren.

Ein zentrales Merkmal der „Klimareligion“ sind zudem apokalyptische Visionen von einer Menschheit, die wahlweise verbrennt oder einer Sintflut infolge des Abschmelzens der Polkappen zum Opfer fällt. So vermeldete das australische Breakthrough National Centre for Climate Restoration im Jahre 2019, es bestehe das reale Risiko, dass unsere Spezies bis 2050 den Klimatod sterbe. Derartiges spornt die Gläubigen an, die „Klimasünder“ zur Umkehr zu bewegen und sich selbst einen Verzicht auf die vermeintliche „CO₂-Schleuder“ Kind aufzuerlegen – was wie eine Art von (weiblichem) Zölibat wirkt.

Gebote und Verbote für jeden

Auch sonst spielen der Verzicht, die Askese und die Selbstkasteiung als Akt der rituellen Reinigung eine zentrale Rolle, wobei die Fastenzeit das ganze Jahr andauert: Fleischkonsum, Flugreisen, Autofahren, eine warme Stube im Winter – all das sind Dinge, die dem Klimaheil geopfert werden müssen. Und wenn das partout nicht gelingen will, dann müssen sich die „Sünder“ zumindest beim CO₂-Emissions- beziehungsweise Ablasshandel mit klingender Münze freikaufen.

Damit der „Klimagläubige“ weiß, was er zu tun oder zu lassen hat, gibt es die zehn Gebote der „Klimareligion“. Diese beginnen mit „Du sollst die Erderhitzung als die größte existenzielle Bedrohung ansehen“ sowie „Du sollst keine tierischen Produkte konsumieren“ und reichen bis zu „Du sollst nur mit dem Fahrrad, der Bahn oder öffentlichen Verkehrsmitteln fahren“ und „Du sollst Parteien unterstützen, die das Land am schnellsten und radikalsten klimaneutral machen“. Nicht zu vergessen Aufforderungen wie: „Du sollst an den Sinn und Nutzen der Energiewende glauben.“

Wie es sich für eine Religion gehört, gibt es Propheten und Bußprediger, welche die Massen aufrütteln und an ihre Pflichten erinnern wollen. Das können vorlaute schwedische Schulverweigerinnen sein oder Wissenschaftler, die Seriosität vorspiegeln, während sie Temperaturkurven manipulieren, um die Zweifler und Zauderer nicht unnötig in Versuchung zu führen oder den Ketzern Munition zu liefern. Am eindrucksvollsten sind hier wohl aber die Bußübungen der hochtheatralisch auftretenden Klimasekte Extinction Rebellion, die wie schlechte Karikaturen der weltbekannten Prozessionen zur Karwoche in Sevilla wirken.

Der Zweck der „Klimareligion“ liegt natürlich auch in der Sinnstiftung: In einer zunehmend komplexen Welt liefert die Klimabewegung scheinbar schlüssige Antworten auf die Frage, wie ein wirklich nützliches Tun aussehen müsse. Deshalb werden inzwischen Stimmen laut, welche die Bezeichnung „Klimareligion“ nicht mehr als Verunglimpfung einer auf Wissenschaft beruhenden Weltanschauung werten, sondern als durchaus passendes Etikett für eine postmoderne Glaubensbewegung, die sich dem Überleben der Menschheit im Diesseits verschrieben habe und daher ebenso zeitgemäß wie vernünftig sei.

Kirchen biedern sich plump an

Dabei löst sie mit ihren spirituellen Deutungen des Klimawandels zugleich noch das Problem, dass nackte Fakten allein keine ausreichende Sinnstiftung bewirken und es daher zusätzliche Anstöße aus der Welt jenseits des Rationalen braucht. Am weitesten geht hier der Philosoph Peter Sloterdijk, der in der Klimafrage die Quelle für eine neue global erfolgreiche Konfession wittert: „Vielleicht wird die kollektive Klimasensibilität die letzte Weltreligion sein.“

Auf jeden Fall stößt die „Klimareligion“ vorrangig in die Lücken vor, welche christliche Kirchen zunehmend hinterlassen. Denn in jenen Regionen der Erde, wo Islam, Hinduismus, Buddhismus oder sonstige Religionen das Sagen haben, spielt die „Klimareligion“ eine deutlich geringere Rolle. Insofern sehen die christlichen Kirchen nicht bloß die Kongruenz zwischen ihren Lehren und Riten und denen der „Klimareligion“, sondern auch das Konkurrenzverhältnis. Daraus resultieren dann wohl solch plumpe Anbiederungsversuche wie die des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki, der die Christen zur Teilnahme an Demonstrationen für eine Beschleunigung der Energiewende aufrief. Oder nehmen wir die peinlichen Einlassungen des Berliner Erzbischofs Heiner Koch über die Schulschwänzer-Demonstrationen der Bewegung Fridays for Future, welche nach eigenen Worten an die biblische Szene vom Einzug Jesu in Jerusalem erinnern. Diese Trittbrettfahrerei hat den christlichen Kirchen bislang allerdings keinen nennenswerten Zustrom neuer Mitglieder beschert, sondern wohl eher den Exodus der alten beschleunigt.


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Kommentare

Valentina Selge am 14.06.26, 14:09 Uhr

Jetzt ist der Zeitpunkt, um zwischen sozialen Medien und Zeitungsjournalismus zu differenzieren. Die sozialen Medien bringen viel nutzlosen Aktionismus zustande, aber keiner pflanzt einen Baum.
Es ist tatsächlich so, dass rund um Israel mit der Vernichtung der Bäume auch das Grundwasser absinkt. Es bleibt Brachland, greater Israel ist ein Trump-projekt, dass die ganze Gegend unbewohnbar macht.
Es ist irgendwie aberwitzig, wohin diese Hasspropaganda führt.

Lars Otto von Ebenerd am 10.06.26, 06:06 Uhr

Religion verspricht Entlastung, die der Materialismus nicht bietet. Die eigentlichen Zusammenhänge werden stark tabuisiert, sind beinahe unbekannt. Statistiken des Datenverbrauchs im Internet zeigen einen hohen Pornokonsum. Die damit einhergehende massenhafte Masturbation lässt die Psychodynamik erahnen, die in der Folge Phänomene zeitigt wie religiösen Klimakult oder Coronapanikmache. Es ist unverarbeitete Schuld, die zunächst einmal so gemildert zu werden versucht wird, dass man Perversionen einfach umdeklariert, für normal erklärt. Erhalten grobe Perversionen einen Persilschein, so erscheint auch die Grundperversion der Masturbation in günstigerem Licht. Passend dazu läuft ein immer größer werdender Teil der Damenwelt im Hurenstyle herum (früher nur im Rotlichtmilieu üblich). Noch tiefere Finsternis aber fällt wegen der Hauptopfergruppe unserer Zeit, den allein in Deutschland hunderttausendfach alljährlich im Mutterleib hingemetzelten Kindern, die systematisch vergessen gemacht, tabuisiert werden. Perversionen und Auftragsmord - der entstehende finstere Schuldkomplex lässt sich nicht mit bunten Fahnen kaschieren. Früher oder später kommt es zu explosionsartigen Entladungen, wie in der Coronazeit, als die Welt im Dreieck sprang. Man erfindet Götter, die Entlastung bieten, wie den Klimakult mit seinen vielmilliardenschweren Opferdarbringungen. Die gewähnten Götter werden gefürchtet, wie die Coronagöttin, die eine Todesgöttin war, sie können aber auch plötzlich ganz einfach verschwinden, weil bestimmte Länder nicht mehr mitmachen, ohne dass dort dann die Bevölkerung ausstirbt. Ozonlöcher nutzen sich medial ab. Lügengötter, Angstgötter halten Einkehr, wo die bewährten jüdisch-christlichen Grundlagen verlassen werden. Und Schuldige finden sich, Täter: Leute, die sich nicht impfen lassen, oder schlimme Klimaignoranten, die die Furchtbarkeit der Göttin nicht anerkennen. Viele von denen kleiden sich normal und achten auch im Bereich der Sexualität auf Gottgefälligkeit.

sitra achra am 08.06.26, 16:33 Uhr

Hinter der Klimareligion stecken mächtige ökonomische Interessen, gepaart mit dem infernalischen Machtanspruch, den größten Teil der Menschheit zu willigen Arbeitssklaven und Schlimmerem zu degradieren, während die Herrschaftsschicht im Luxus schwimmt und sich goldene Schlösser baut.
Leider finden sich zur Durchsetzung ihrer Interessen zu viele gekaufte Hiwis. Auch die Verblödung und Einschüchterung der Massen durch die von ihnen gesteuerten Medien trägt zur Agonie der Menschheit bei.
Nur ein freier Mensch widersetzt sich diesem teuflischem System. Die Freiheit liegt in uns selbst, wir müssen ihr nur Platz und Gehör verschaffen. Zusammen können wir diese Wichte vernichten. Das Klima steht auch auf unserer Seite. Trauen wir uns!

Gregor Scharf am 07.06.26, 07:30 Uhr

Ohne die Verbreitung durch die Medien würde kein Mensch Notiz nehmen von diesen ferngesteuerten, fanatisierten Blindgängern.
Vor gar nicht all zu langer Zeit redete man den Menschen hier in Zentraleuropa ein, sie wären die arische Herrenrasse und stünden über allen anderen Völkern, natürlich wissenschaftlich fundiert, wie wir heute wissen, um die Welt zu retten. Da passt es doch gut zusammen, die klimatischen Veränderungen zu nutzen, um abermals die Massen zu lenken und zu leiten bis zu ihrer eigenen Selbstaufgabe und Vernichtung, denn die Schöpfung muss um jeden Preis bewahrt werden, völlig unabhängig davon, dass dieser Misthaufen namens Erde mit allem, was darauf und darinnen ist, laut biblischer Offenbarung ohnehin dem Verderben und der Vernichtung zugeführt wird.
Was lernen wir daraus? Abstand halten von all diesen falschen Propheten, Hetzern, Seelenverkäufern und Blutsaugern, denn die wollen nur Dein Bestes, nämlich Dein Geld. Kauft Elektroautos, kauft Elektrofahrräder, kauft, kauft, kauft . . . dann seid Ihr die Guten, aber kauft. Und bist Du nicht willig zu kaufen und atmest doch, so brauchen wir, die Guten, Gewalt. Primitiver und offensichtlicher geht es wirklich nicht.

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