Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung
Gefährliche Waffen in den Händen eines völlig unberechenbaren Staates mit Hang zum Islamismus
Die Republik Türkei verfügt über die zweitgrößte Armee aller NATO-Staaten nach den USA. Sie hat fast eine halbe Million Soldaten unter Waffen und belegt im Global Firepower Index, also der Auflistung von 145 Ländern der Erde nach ihrer militärischen Schlagkraft, aktuell den neunten Platz. Damit rangiert die Türkei weit vor Italien, Deutschland, Pakistan, Israel und der Ukraine. Möglich wurde dies durch jahrzehntelange Investitionen in die Streitkräfte Ankaras sowie den systematischen Ausbau der nationalen Rüstungsindustrie (siehe unten).
Gleichzeitig bemüht sich die Türkei stärker denn je darum, Verbündete gegen den Westen zu finden, obwohl sie seit 1952 der NATO angehört. Ein Umstand, der gerade in der aktuellen Situation beim Iran-Konflikt nicht ohne Brisanz ist. Liegen doch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sowie Teile seiner teilweise fanatischen Anhängerschaft auf einer gefährlichen Längenwelle mit dem muslimischen Terrorstaat und dessen getötetem obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei. Nicht nur, dass Erdoğan den Tod des blutrünstigen Iranführers bedauerte, er will ebenso Israel als Staat final von der Landkarte getilgt sehen.
Auf der Suche nach Gleichgesinnten nutzt Erdoğans Türkei zum einen den Islam als Bindemittel, während zum anderen auch die immer umfangreicher ausfallenden türkischen Rüstungsexporte neue Allianzen begründen. 2025 lieferte Ankara Militärmaterial im Gesamtwert von zehn Milliarden US-Dollar ins Ausland – eine Steigerung gegenüber 2024 um fast 50 Prozent. Außerdem wurden im Vorjahr Verträge über weitere Waffenausfuhren im Umfang von 17,8 Milliarden US-Dollar geschlossen. Hauptabnehmer waren in letzter Zeit vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate und Pakistan. In diese beiden Länder ging fast ein Drittel des Kriegsgeräts aus der Türkei. Ebenso profitierten neben der Ukraine auch Staaten wie Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan und Aserbaidschan von den Lieferungen türkischer Rüstungsgüter. Aserbaidschan konnte so im Jahr 2020 den Krieg um Bergkarabach gegen Armenien für sich entscheiden.
Mit den Waffenverkäufen und diplomatischen Avancen Ankaras kam es schließlich zur politischen Annäherung zwischen der Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien, woraus demnächst eine „Islamische NATO“ resultieren könnte.
Angesichts all dessen wird verständlich, warum sich nun im östlichen Mittelmeerraum eine antitürkische Allianz gebildet hat, initiiert von Israel. Der jüdische Staat versorgt Zypern seit Kurzem massiv mit Militärtechnik aus eigener Produktion. Dafür können die israelischen Luftstreitkräfte jetzt auch die zyprische Luftwaffenbasis Andreas Papandreou nahe Paphos nutzen. Mit ein Grund, warum die Mittelmeerinsel Ziel iranischer Vergeltungsschläge geworden ist.
Bei einem Treffen am 22. Dezember vereinbarte Israels Premier Benjamin Netanjahu mit seinem griechischen Kollegen Kyriakos Mitsotakis und dem zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides zudem die Schaffung einer gemeinsamen schnellen Eingreiftruppe, der unter anderem der Schutz maritimer Infrastrukturen obliegen soll. Daher richtete Netanjahu folgende Botschaft an die Türkei, die sich immer stärker in der Tradition des Osmanischen Reiches sieht: „Denjenigen, die von der Wiedererrichtung ihres Imperiums über unsere drei Länder träumen, sage ich: Vergessen Sie es.“
Rüstungskooperation mit Berlin
Der neue israelisch-griechisch-zyprische Schulterschluss stößt auch in den Vereinigten Staaten auf Zustimmung. Im November gab der US-Kongress Grünes Licht für eine engere Kooperation mit Athen in den Bereichen Sicherheit und Infrastruktur sowie für milliardenschwere Investitionen in Objekte wie die Souda Air Base auf Kreta und den von der NATO genutzten Hafen von Alexandroupolis.
Andererseits bemühen sich die USA, die auf dem südtürkischen Luftwaffenstützpunkt İncirlik nach wie vor auch Kampfflugzeuge mit Atombomben stationiert haben, weiterhin um ein Zusammengehen mit dem zunehmend unberechenbaren Partner Türkei, obwohl Erdoğans Außenminister Hakan Fidan mit Blick auf die skeptische Haltung der USA gegenüber der NATO konstatierte: „Der Geist ist aus der Flasche ...“
Ähnlich verworren gestaltet sich das Verhältnis zwischen der Türkei und der Europäischen Union. Ungeachtet der Äußerungen des türkischen Staatspräsidenten Erdoğan, denen zufolge Europa „das Zentrum ... der Repression, Gewalt und des Nationalsozialismus“ sei, sorgen die anhaltenden Waffenlieferungen der Türkei an die Ukraine und die daraus resultierenden Drohgebärden Moskaus gegenüber Ankara dafür, dass die Türkei zumindest als „Partner auf Distanz“ gilt.
Vor diesem Hintergrund läuft auch die deutsch-türkische Zusammenarbeit im militärischen Bereich weiter: „Wir freuen uns, wenn unsere beiden Rüstungsindustrien miteinander kooperieren können“, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) im Oktober vorigen Jahres bei einem Besuch in der türkischen Hauptstadt, wonach er hinzusetzte: „Man könnte fast fragen: ‚Mit wem sonst sollen wir kooperieren, wenn nicht mit NATO-Partnern?'“ Wie lange diese paradoxe Allianz noch Bestand hat, bleibt abzuwarten.
Peter Wendt am 10.03.26, 06:30 Uhr
Ich kann mich noch gut erinnern wie die Türkei lange Zeit versucht hat ein Teil des politischen Europas zu werden und an der Arroganz und Ignoranz z.B von Frau Merkel gescheitert ist. Die Türkei hätte der Sicherheit Europas und dem gemeinsamen Haus Europa gut getan. Dann hat Frau Merkel die „Haustür“ weit geöffnet. Allerdings ohne einen Plan für Europa und schon garnicht mit einem Plan für die wichtigen Anrainer der Europäischen Union, wie Russland und eben die Türkei.Das rächt sich nun bitter.