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Es geht nicht nur um die Jobs an den betroffenen Standorten allein – der Abwärtssog zieht die kompletten Lebensumstände mit in den Abgrund
Als Heinrich Nordhoff in den fünfziger Jahren den Käfer zum Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders machte, stand Volkswagen für weit mehr als einen erfolgreichen Automobilhersteller. Der Konzern verkörperte den wirtschaftlichen Wiederaufstieg eines Landes, das seinen Wohlstand auf Ingenieurskunst, Fleiß und industrielle Leistungsfähigkeit gründete. Jahrzehntelang schien dieses Erfolgsmodell unangreifbar. Heute erlebt Europas größter Autobauer die wohl tiefgreifendste Bewährungsprobe seit der Nachkriegszeit.
Mit einem Jahresumsatz von mehr als 320 Milliarden Euro zählt Volkswagen weiterhin zu den größten Industriekonzernen der Welt. Doch hinter den beeindruckenden Zahlen wächst der Druck. Sinkende Renditen, milliardenschwere Investitionen in die E-Mobilität, hohe Energiepreise, zunehmende Bürokratie und der schärfer werdende Wettbewerb – vor allem aus China – setzen dem Unternehmen zu. Konzernchef Oliver Blume beschrieb unlängst die Lage ungewöhnlich offen: „Die schwache Marktnachfrage in Europa und deutlich geringere Erträge aus China legen jahrzehntelange Strukturprobleme bei Volkswagen offen.“
Die Antwort des Konzerns ist ein umfassender Sparkurs. Bis 2030 sollen allein bei der Kernmarke Volkswagen rund 35.000 Stellen sozialverträglich entfallen, konzernweit ist sogar von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen die Rede. Werksschließungen konnten zunächst zwar verhindert werden, doch Neueinstellungen bleiben aus, Altersteilzeitprogramme werden ausgeweitet und Prozesse automatisiert. Für viele Beschäftigte endet damit jene Sicherheit, die Generationen von VW-Mitarbeitern als selbstverständlich erlebt haben. Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo brachte die Stimmung auf den Punkt: „Die erneuten Berichte verunsichern unsere Belegschaft und unsere Standortregionen zu Recht.“
Besonders spürbar ist der Wandel in Wolfsburg. Kaum eine deutsche Stadt ist wirtschaftlich so eng mit einem Unternehmen verbunden. VW ist dort Arbeitgeber, Steuerzahler und identitätsstiftende Kraft zugleich. Umso größer ist die Angst, dass der Golf künftig teilweise außerhalb Deutschlands gebaut werden soll. Zwar sollen künftig neue Elektromodelle im Stammwerk entstehen, doch bis diese die bisherigen Stückzahlen erreichen, dürfte viel Zeit vergehen. Gemeinsam mit der IG Metall warnte Cavallo: „Die Zukunft von VW gewinnt man nicht mit immer neuen Werksschließungen oder immer größeren Stellenabbauprogrammen.“
Auch Emden steht beispielhaft für die Chancen und Risiken der Transformation. Das Werk produziert ausschließlich Modelle der ID-Familie und gilt als Vorzeigeprojekt der E-Mobilität. Milliarden wurden investiert, Tausende Arbeitsplätze hängen vom Erfolg dieser Strategie ab. Gleichzeitig zeigt sich dort, wie abhängig die Produktion inzwischen von der Nachfrage nach E-Autos geworden ist. Mehrfach musste Volkswagen Fertigungspläne anpassen. Die Zukunft des Standorts gilt zwar als gesichert, doch sie hängt stärker als früher von politischen Rahmenbedingungen und dem Kaufverhalten der Verbraucher ab.
Die Unsicherheit bleibt nicht auf die Werkstore beschränkt. In Wolfsburg beobachten Immobilienexperten einen deutlich vorsichtigeren Markt. Kaufinteressenten wägen genauer ab, Banken finanzieren zurückhaltender und Investoren kalkulieren konservativer. Auch Emden verfolgt die Entwicklung aufmerksam. Wo ein Arbeitgeber eine Region prägt, wirken sich sozialverträgliche Stellenabbauprogramme auf die wirtschaftliche Stimmung aus. Der Salzgitteraner Oberbürgermeister Frank Klingebiel kritisierte den Umgang des Konzerns mit den Sparplänen deutlich: „So geht man nicht miteinander um – auch nicht in Krisenzeiten.“
Gefühl einer Absteigerstadt
Dennoch wäre es verfrüht, den Niedergang eines Weltkonzerns auszurufen. Volkswagen verfügt weiterhin über starke Marken, hohe technologische Kompetenz und eine weltweite Marktpräsenz. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, E-Mobilität, Digitalisierung und internationalen Wettbewerb wirtschaftlich erfolgreich miteinander zu verbinden. Nicht technische Möglichkeiten allein werden künftig über den Erfolg entscheiden, sondern die wertvolle Fähigkeit, Innovationen profitabel zu vermarkten.
Gerade darin liegt die Bedeutung der Volkswagen-Krise. Sie steht für die Herausforderungen des Industriestandorts Deutschland. Der Blick nach Wolfsburg richtet sich deshalb längst nicht mehr nur auf einen Automobilhersteller, sondern auf die Zukunft einer ganzen Industrienation. In Wolfsburg ist der von VW subventionierte Fußballklub kürzlich aus der Bundesliga abgestiegen. „Wir sind eine Absteigerstadt“, sagte ein VW-Mitarbeiter in eine TV-Kamera. Eine Aussage, die für sich spricht – auch bei der Stimmung.
Valentina Selge am 16.07.26, 12:08 Uhr
Der Staatsverrat hatte sogar eine Loge beim Wiener Opernball, wo der damalige Bundeskanzler Schröder offen seine russlandaffinen Kontakte zu Schau stellen konnte. Das entsetzliche am Zustand der deutschen Politik ist, dass selbst wenn die Verräter offensichtlich sind, alle Institutionen, die zuvor versagt haben, dann geschlossen ihr Versagen schützen. Und daher, marschiert Deutschland geschlossen in einer Reihe in seinen Untergang.
Christian Schwochert am 13.07.26, 10:20 Uhr
So schlimm das auch ist; irgendwie hält sich mein Mitgefühl in Grenzen. An welche Parteien hat denn VW die letzten Jahre Geld gespendet? In welchen Gewerkschaften sind/waren die VW-Mitarbeiter denn Mitglied?
Wurden dort Betriebsräte gewählt? Wenn ja, wen haben die Angestellten als ihre Vertreter in die Betriebsräte gewählt?
Ich denke, jeder hier kann sich die Antworten auf diese Fragen denken.
Fazit: Ein linkes Unternehmen bekommt die Folgen linker Politik zu spühren.
Gregor Scharf am 08.07.26, 13:39 Uhr
Der Niedergang der Deutschen Industrie, allen voran bei VW, begann mit der zunehmenden Selbstherrlichkeit und Selbstbedienungsmentalität der Gewerkschaften. Wer als Fremdfirma einmal für VW tätig war, weiß, wovon ich spreche. Kommunismus im Konzern mit all seinen Facetten anstatt die Ärmel hoch zu krempeln. Es hat gut funktioniert, weil die Politdarsteller die Weichen so stellten, dass es immer so weiter gehen kann. Pustekuchen. Endlich! Überteuerte Produkte vorbei am Bedarf, den man wieder künstlich erwecken will. Wer stellt sich gern auf der Autobahn bei Tempo 80 hinten an, weil schneller kaum noch möglich ist oder verliebt sich in Elektronikschrott, der die eigene Mobilität und Freiheit nach Belieben begrenzt, Softwarespielereien und Betrugsskandale gratis? Wo sind die viel gelobte Qualität und Zuverlässigkeit hin? Abgewirtschaftet durch ideologisch verblendetes Management. Man erntet, was man sät. Junge Menschen kaufen alte Benziner, ältere kaufen hybride „Franzosen, Koreaner oder Japaner“. Das einstige Image ist ruiniert und blamiert bis auf die Knochen.
Das konnte man nicht kommen sehen? Die Gesetze des Marktes galten nichts mehr? Es war und ist gewollt!
Zeit für Deutschlands Radikalkur. Jeder weitere Tag mit den Altparteien ist einer zu viel.