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Fast jeder Dritte leidet unter behandlungsbedürftigen mentalen Problemen: Selten blickten die Deutschen so düster auf die Welt, auf ihr Land und in die Zukunft
Die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Bundesbürgern steigt und steigt. Laut dem Mental Health Report des Versicherungskonzerns AXA leidet inzwischen fast jeder dritte Erwachsene hierzulande unter behandlungsbedürftigen seelischen Problemen. Das heißt aber nicht, dass es den restlichen zwei Dritteln der Deutschen mental gut ginge. Denn von denen klagen auch viele über geistig-emotionale Erschöpfung.
Dazu kommt ein Phänomen, welches Fachleute als Anhedonie bezeichnen: Die Betroffenen können kaum mehr Freude oder Glück empfinden. Optimistisch in die Zukunft schaut daher lediglich noch eine Minderheit. Hinweise auf die Gründe hierfür geben unzählige Wortmeldungen in den sozialen Medien, welche stets in dieselbe Richtung zielen: „Unser Land befindet sich im Abstieg – und das tut weh“; „Deutschland geht den Bach runter“; „Man fühlt sich hier nicht mehr zu Hause – einfach nur schmutzig und abstoßend“; „Unsere Stadt ist hoffnungslos verloren.“ Selbst etliche Nachkommen der Gastarbeiter stöhnen: „Mir steht es bis hier. Ich kann das alles nicht mehr. Ich will nicht mehr hier sein.“
Gleichzeitig machen die Ausgelaugten und Angewiderten immer wieder die gleiche Beobachtung, wenn sie auf ihre Mitbürger schauen: „Was soll ich mich beklagen, die Mehrheit in diesem Land begrüßt ja die Transformation in Richtung Shithole“; „Die Menschen laufen wie ferngesteuert herum“; „Die meisten Deutschen denken, dass die hiesigen Zustände normal sind.“
Zermürbt vom Krisen-Dauerfeuer
Ebenso herrscht ein Klima der Angst: Angst vor Krieg und Terrorismus, Angst vor Inflation und Armut, Angst vor der Klimakatastrophe oder der nächsten Pandemie, Angst um den Arbeitsplatz und die Zukunft der Kinder, Angst vor Migration und Kriminalität, Angst um die Gesundheit und Rente, Angst vor staatlicher Repression und Überwachung, Angst vor einem Blackout und inneren Unruhen ...
Diese Ängste, zu denen sich oft noch einige mehr gesellen, resultieren aus der seit mindestens 2007 anhaltenden Mehrfachkrise, welche die Regierungen einfach nicht in den Griff bekommen, während sie ständig neue Instrumente ersinnen, mit denen künftig alles besser werden soll, oft aber die Sorgen der Menschen eher noch anfachen, statt deren Furcht zu mindern: Flächendeckender Einsatz von Künstlicher Intelligenz, rigide Gesundheitsvorschriften, digitale Zentralbankwährungen und biometrische Überwachungssysteme, Vermögensregister, Zensur „schädlicher Falschmeldungen“ und so weiter.
Die Krisen und dadurch verursachten Ängste oder Stressreaktionen, aber auch die permanente Beschallung mit Propaganda, hinterlassen Spuren in unserem Denkorgan, wie der Mediziner und Molekulargenetiker Michael Nehls 2023 in seinem Buch „Das indoktrinierte Gehirn“ dargelegt hat. Normalerweise müsste der Hippocampus, jene Hirnregion, die vor allem für die Lern- und Gedächtnisleistungen sowie die Regulation von Emotionen verantwortlich zeichnet, in regelmäßigen Abständen zur Ruhe kommen, damit sie sich regenerieren und neue Nervenzellen herausbilden kann. Das wird aber heute immer schwerer.
Die Folge davon ist eine geistige Dauererschöpfung, welche mentale Energiesparprozesse auslöst, die verhindern, dass die Menschen Dinge kritisch hinterfragen und Widersprüche erkennen oder neugierig und kreativ sind. Stattdessen überwiegt das bequeme Denken in Schablonen, kombiniert mit Ignoranz sowie dem Bestreben, Entscheidungen anderen zu überlassen. Man kann also sagen, dass viele Leute hierzulande geistig zermürbt sind beziehungsweise durch die obwaltenden Umstände zermürbt wurden.
Sie empfinden keine Wut mehr, schreien nicht mehr laut auf, sondern kapitulieren still: „Es ändert sich ja doch nichts.“ Aus unüberhörbar geäußerter Politikverdrossenheit wie in der Corona-Zeit wird ein kaum mehr nach außen kommunizierter Verlust an Vertrauen, Energie und Widerstandskraft, weswegen Apathie und Verbitterung wuchern wie Mehltau. Daraus erwächst die Frage, ob diese Zermürbung und schleichende Demoralisierung lediglich ein Kollateralschaden der von außen induzierten Angst ist – oder gar absichtlich hervorgerufen wird.
In einem Strudel aus Überdruss
Der letztere Verdacht klingt zunächst wie eine wüste Verschwörungstheorie. Dabei ist es eine Binse, dass Psychologie im politischen Kräftemessen seit jeher eine zentrale Rolle spielt. Und nicht nur dort: Laut dem Psychologen und Propagandaforscher Jonas Tögel von der Universität Regensburg arbeitet auch unser Militärbündnis mit Hochdruck an der psychologischen Front.
In seinem Buch „Kognitive Kriegsführung: Neueste Manipulationstechniken als Waffengattung der NATO“ schreibt Tögel: Aus den Thesenpapieren „NATO's Sixth Domain of Operations“ (Das sechste Einsatzgebiet der NATO) und „Cognitive Warfare“ (Kognitive Kriegsführung) vom September 2020 beziehungsweise Januar 2021 sowie der Publikation „The Future of Cognitive Dominance“ (Die Zukunft der kognitiven Dominanz) vom Juni 2021 ergebe sich zweifelsfrei, dass die Psycho-Experten der NATO nicht nur daran arbeiteten, die Menschen im Machtbereich des Gegners mental zu beeinflussen, sondern auch die eigene Bevölkerung. Bevor hierüber ein abschließendes Urteil gefällt wird, wären indes Ziel und Art dieser Beeinflussung genauer zu untersuchen.
Grundsätzlich schadet die trübe Gemütslage auch der Wirtschaft, wie sich hierzulande eindrucksvoll zeigt. Immer mehr Beschäftigte verlieren die innere Bindung zur Arbeitswelt und sind lieber bereit, auf Geld zu verzichten, als in ihrem Job aufzugehen – was im Übrigen auch angesichts der hohen Steuern und Abgaben sowie der ebenso von vielen als verschwenderisch und ungerecht empfundenen Alimentierung von Arbeitsverweigerern eine weit verbreitete Haltung ist. Zum Vergleich: Heute kommen die Deutschen nur noch auf 1332 Arbeitsstunden im Jahr, während im globalen Durchschnitt 1687 Stunden pro Jahr gearbeitet wird.
Da politische Veränderungen in den Sternen stehen, bleibt die Frage, was der Einzelne über eine Reduzierung seiner Arbeitsbelastung hinaus noch tun kann, um dem Strudel aus Überdruss und Erschöpfung zu entkommen. Hilfreich wäre hier ganz gewiss das Ausscheren aus der müden Herde und die Suche nach nicht schon mental zermürbten Gleichgesinnten.
E. Berger am 27.12.25, 20:41 Uhr
Das kommt mir alles recht bekannt vor, was Herr Kaufmann in diesem Artikel beschreibt. Wenn man die Politik der letzten drei Bundesregierungen betrachtet (bez. Migration,Energieversorgung, Bürokratie ...), könnte man könnte den Verdacht bekommen, dass unsere
Politiker diesen Zustand bewusst herbeiführen.
Jonas Tögel hat die Vorgehensweisen in seinen Videos sehr gut beschrieben.
sitra achra am 23.12.25, 13:49 Uhr
Mir fällt als Lösung dieses Problemchens die bewährte Guillotine ein, die schon einmal die psychische Gesundheit der Bürger garantiert hat. Aber auch die während der Stalinära bewährte Methode Wassili Blochins. Aux armes, citoyens!
Kersti Wolnow am 23.12.25, 08:22 Uhr
Dazu fällt mir die Serie bei Manova ein: Der Anblick unserer Städte unter der Überschrift "Die Würfel-Wüste". Ich will damit sagen, daß wir auch ästhetisch in letzter Zeit seelisch aggressiv mit schlechtem Geschmack auf allen Gebieten angegriffen werden, egal, ob in Architektur, Kunst, Musik, Möbel- und Kleidungsdesign, Radio schalte ich schon lange nicht mehr ein, in der Glotze nur noch Reportagen, bei Tierfilmen fallen die unschönen und überflüssigen Verfolgungsjagden mit anschließenden Freßszenen auf oder die Endlosschleife der neuen Klimareligion. Gähn.
Kersti Wolnow am 23.12.25, 08:13 Uhr
Mir gefiel die treffende Überschrift zu meiner Gefühlslage und der aller meiner Nachbarn und Bekannten schon vor Tagen, als nur Abonnenten Einsicht in den Artikel hatten, vielen Dank Wolfgang Kaufmann. Vielen fällt die Schieflage unseres Landes erst jetzt auf, mir bereits seit 25 Jahren, als rot/grün verkündete, daß wir die Wirtschaft in eine Dienstleistungsgesellschaft umgestalten müßten. Ich wußte sofort, daß dieses Hirngespinst keine Zukunft haben kann, ehe ich meine gut bezahlte Beamtenstellung im Bildungsbereich wegen bürokratischer Mehrbelastung frühzeitig hinschmiß und lieber mit Pensionsabzügen lebte als mich mit unnützen Beschäftigungen im Hamsterrad dieses Bürokratenmonsters weiter abzuquälen. Seitdem sehe ich dem Verfall auf allen Gebieten nur hilflos zu. "Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann, wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen, dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt." Carl Jakob Burckhardt (1891-1974)
Aber was nützt mir diese Weisheit? Wenn Veränderung mit Bildung einer weiteren Partei im selben modrigen System erreicht werden soll, kann man die Hoffnung gleich in den Rinnstein legen. Und nein, auch ich habe keine mehr...