13.10.2026

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Gesprächsrunde im Mendelsohnhaus: Botschafter Miguel Berger (r.) zu Besuch
Bild: U.H.Gesprächsrunde im Mendelsohnhaus: Botschafter Miguel Berger (r.) zu Besuch

Überraschender Kurzbesuch

Meinungsaustausch mit dem deutschen Botschafter in Allenstein

Berger versprach weitere Unterstützung für die Deutsche Minderheit – Mitgliederschwund bereitet den Vereinen große Sorgen

Uwe Hahnkamp
18.09.2026

Am 18. August war der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen, Miguel Berger, auf seinem ersten Besuch im südlichen Ostpreußen. Im Mendelsohnhaus in Allenstein traf er sich auch mit Vertretern der Deutschen Minderheit und der Kulturgemeinschaft „Borussia“.

Überraschend kam die Anfrage, ob einige Repräsentanten der Deutschen Minderheit Zeit zu einem informativen Gespräch mit dem deutschen Botschafter in Warschau finden würden. Trotz seines engen Zeitplans mit Besuchen bei der Ermländisch-Masurischen Universität in Allenstein, dem Marschall- und dem Woiwodschaftsamt nahm er sich Zeit für ein Treffen und nutzte gleichzeitig die Gelegenheit, das Erstlingswerk des in Allenstein geborenen Architekten von Weltruf, Erich Mendelsohn, zu besichtigen.

Kornelia Kurowska von der Kulturgemeinschaft „Borussia“, die im Mendelsohnhaus ihren Sitz hat, übernahm die Erklärungen zur Geschichte und zur Gestaltung des Gebäudes. Es folgte ein reger, offener Austausch mit Piotr Dukat von der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit, Heinrich Hoch als Vertreter des Verbands der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren sowie Kurowska und Ewa Romanowska von der Kulturgemeinschaft „Borussia“. Themen waren u. a. die Kultur- und Jugendarbeit sowie die jeweiligen Aussichten und die Schwierigkeiten dabei.

Schwierigkeiten und Aussichten

Positiv schlägt gerade im Zusammenhang mit dem vor 35 Jahren geschlossenen Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland die Brückenfunktion der Minderheit zu Buche. Der Einsatz für die deutsch-polnischen Beziehungen war, so Botschafter Berger, bei den Begegnungen mit den Gebietsverwaltungen lobend zur Sprache gekommen.

Weniger die Aktivitäten als abnehmende Mitgliederzahlen und organisatorische Fragen machen der Deutschen Minderheit im südlichen Ostpreußen aktuell Sorgen, wie Hoch und Dukat übereinstimmend berichteten. Dass mit der Gesellschaft der Deutschen Minderheit in Elbing in diesem Jahr ein weiterer Verein seine Aktivität einstellte, macht die Stimmung nicht rosiger.

Insofern war die Zusicherung, dass trotz der Verlagerung der finanziellen und administrativen Unterstützung der Deutschen Minderheit vom deutschen Außen- auf das Innenministerium die Botschaft für die Probleme der Minderheit und deren mögliche Lösungen offen bleibt, Balsam auf die Wunden. Zwar fallen Organisationen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren in die Zuständigkeit des Generalkonsulats in Danzig, dennoch ist der Botschafter der ranghöchste Ansprechpartner. Nach den umfangreichen und detaillierten Schilderungen vonseiten der Gesprächspartner ist die weitere Kooperation mit Sicherheit in Zukunft noch fundierter als bisher.


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