31.07.2021

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Streit um Astra-Zeneca

„Sowjetische Inkompetenz der EU“

Während Brüssel einen Schuldigen für das eigene Corona-Impfdesaster sucht, sind viele Briten froh über den Austritt ihres Landes aus der EU. Der Ton zwischen beiden Seiten wird zunehmend rauer

Claudia Hansen
08.02.2021

Der Ton zwischen der EU und Großbritannien in der Corona-Impfstoffkrise ist gereizt. Brüssel machte kurzzeitig einen kapitalen Fehler und plante an der EU-Außengrenze von Irland quasi eine Blockade von Impfstoffexporten über Nordirland ins Königreich. „Der EU-Impfstoffkrieg explodiert“, schrieb die „Daily Mail“ daraufhin. Und im Brexit-Boulevardblatt „Daily Express“ wütete der ehemalige Brexit-Minister David Jones, die EU „verhält sich wie die Mafia“.

Erpressung, Drohung, Mobbing – solche Vokabeln fallen in vielen Zeitungskommentaren. Sogar EU-freundliche Medien wie das Wirtschaftsblatt „Financial Times“ konnten nur noch den Kopf schütteln über die Fehlentscheidungen, die Brüssel gemacht hat. In den Tagen zuvor hatte die konservative seriöse Zeitung „Daily Telegraph“ kritisiert, Brüssel versuche, durch Schuldzuweisungen an Britannien und den Impfstoffhersteller Astra-Zeneca von der „sowjetischen Inkompetenz seiner Bürokratie“ abzulenken.

Was war geschehen? Zunächst stritt sich Brüssel mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astra-Zeneca, weil dieser an die EU weniger Impfstoff liefern kann als erwartet. Die am Jenner Institute der Universität Oxford entwickelte Vakzine AZD1222 wird in Großbritannien schon millionenfach eingesetzt.

EU lenkt vom eigenen Versagen ab
Astra-Zeneca liefert wie vereinbart an London, aber weniger an Brüssel. Die Erklärung dafür ist aber einfach: London hatte drei Monate früher als Brüssel einen großen Liefervertrag mit Astra-Zeneca (für 100 Millionen Dosen) abgeschlossen. Daher hatte der in Cambridge ansässige Pharmakonzern auf der Insel drei Monate mehr Zeit, um die Produktion hochzufahren. Und anders als Ursula von der Leyen behauptete („Der Vertrag ist glasklar“), stellte sich heraus, dass Brüssel schlecht verhandelt hatte und im Vertrag eben keine festen Lieferungen stehen, sondern nur „beste Bemühungen“ des Unternehmens. In britischen Medien wurde das Verhalten in Brüssel so gewertet, dass die EU einen Schuldigen für das eigene Versagen suche.

Noch viel hässlicher wurde der Streit aber zum vergangenen Wochenende hin. Brüssel erließ am Freitag eine Verordnung, die den Export von Impfstoffen streng überwacht und sogar möglicherweise stoppt. Das könnte zum Beispiel die Lieferungen von Pfizer an Großbritannien betreffen. Was die Sache regelrecht explosiv machte, war Brüssels Versuch, eine spezielle Klausel des Nordirland-Protokolls zum Brexit-Vertrag zu aktivieren. Damit hätte man faktisch die Grenze zu Nordirland geschlossen. Der Schritt löste einen Aufschrei aus. Die nordirische Ministerpräsidentin Arlene Foster sprach von einem „unglaublichen Akt der Feindseligkeit“. Nach nur vier Stunden und hektischen Gesprächen zwischen von der Leyen und Boris Johnson machte die EU einen Rückzieher. Selbst der stets europhile Londoner „Guardian“ schrieb von einer „demütigenden Kehrtwende“.

Brexiteers fühlen sich bestätigt
Der „Impfstoffkrieg“ mit den Briten zeigt letztlich nur, wie sehr Brüssel mit dem Rücken zur Wand steht. Die miserable Impfstoffbeschaffung in der Europäischen Union ist eine große Blamage für die EU-Bürokratie, die in der Corona-Krise schwerfällig und überfordert wirkt. Die zyprische Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat viel zu spät und zudem knauserig mit wichtigen Herstellern wie Astra-Zeneca Verträge abgeschlossen.

Bislang kann sich Kommissionspräsidentin von der Leyen aber von der Verantwortung wegducken. Die Parteienfamilien von CDU, SPD und Grünen stützen sie. Lediglich AfD-Chef Jörg Meuthen, der Vizechef der rechten Fraktion Identität und Demokratie im Europaparlament, forderte von der Leyen wegen des „Impfdesasters“ zum Rücktritt auf. Und EU-Parlaments-Vizepräsidentin Nicola Beer (FDP) kündigte an, dass die Kommissionspräsidentin nur noch kurz im Amt sei, wenn sie so weitermacht.

In Großbritannien dagegen fühlen sich die Brexit-Anhänger bestätigt, dass der EU-Austritt ihnen einen großen Vorteil gebracht habe. Schon bald werden zehn Millionen Menschen auf der Insel immunisiert sein; die Impfquote nähert sich 15 Prozent der Bevölkerung. Das ist eine etwa fünfmal höhere Quote als im EU-Durchschnitt. Bis Mitte Februar sollen alle Risikogruppen, darunter alle Bürger über 70 Jahre, gegen das Virus geimpft sein. In über 2500 Impfzentren im Königreich arbeiten Ärzte und Helfer bis zur Erschöpfung. Der Gesundheitsdienst NHS leistet hier gute Arbeit, die Organisation der Impfkampagne durch die Regierung Johnson waren besser als etwa in Deutschland unter Gesundheitsminister Jens Spahn.

Auch wenn das Königreich bislang hohe Infektionsraten und eine traurige Bilanz an Covid-Verstorbenen aufweist, könnte es so letztlich schneller aus der Krise herausfinden.



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Kommentare

sitra achra am 09.02.21, 20:33 Uhr

Die Sowjetunion war weitaus kompetenter als die EU (diese Mülldeponie).

Siegfried Hermann am 09.02.21, 11:53 Uhr

Ok. Kurzversion:
Die WHO hat letzte Woche höchstselbst den Impfstoff als "Giftspritze" gebrandmarkt und den PCR-Test als absolut unzuverlässig erklärt.
Noch Fragen!?

Michael Holz am 09.02.21, 10:32 Uhr

Schön und gut, was die auf ihrer Insel machen. Ich gönne den Briten die "Herdenimmunität". Aber wie sieht es mit der Anzahl der an und mit Corona Verstorbenen aus? Mir scheint es, wie unter Churchill, ein Kriegsgeheimnis zu sein. Die "Hunnen" dürfen nichts erfahren, und die in Brüssel schon gar nicht. Was sagte Shakespeare? Das verkommene Albion, aber ich mag die Briten.

Siegfried Hermann am 08.02.21, 10:07 Uhr

Moin!
Seit doch froh, dass in Brüssel nur völlig inkompetente, abgehalfterte und hochgradig korrumpierte "Experten" sitzen!
Diese Impfzeugs ist gar kein Impfzeugs! Selbst die WHO hat das ganz offiziell als "Giftspritze" verkündet. Soviel sollte doch klar sein!?
Bei den alten Leute, Mordrate bis zu 30%, mit erheblichen Nebenwirkungen aller Art 50% , jeder Corona-Erkrankte KANN daran gestorben sein, aber, JEDER Tote war geömpft! Europaweit! Überall wo VORHER KEIN Corona war, ist nach Ömpfung Corona. Wer hier wie das Paul-E(h)rlich-Kaspertheater keine Zusammenhänge sehen will, der will das mit Vorsatz und bewusst!
Dieser ganze Corona-Schwindel ist ein Werkzeug der NWO, an den man sich noch doof und dusselig auf Kosten der Bürger verdient. Pfizer und Co haben über 3 BILLIONEN Dollar verdient, während die "kleinen Leute gigantische Einkommens-verluste in etwa der gleichen Größenordnung haben.
Es ist der Plan die kleinen Einzelhändler in die Insolvenz zu treiben, während Amazon MRD. Zusatz-Gewinne bei NULL Steuern übrig bleiben. Wenn nur wenige Konzerne wie Aldi. Schwarz, REWE, Edeka übrig bleiben, hat man die volle Kontrolle über die Lebensmittelverteilung und max. Profit-Abschöpfung. Das ist die totale Orwell-Kontrolle.
Die Russen hingegen haben einen Impfstoff auf alt her gebrachter Weise raus gebracht, ironischerweise Sputnik genannt. Die Pointe kapieren aber diese Gierhälse überhaupt nicht, leider.

Ab etwa Mai soll eine künstliche Lebensmittelverknappung die Bürger in die Knie zwingen. Entweder sich tot spritzen lassen, oder kein Frexxen
von den Discounter. Wenn dann unsere bunten Gäste keine GRATIS Rundumversorgung mehr bekommen, ist doch klar, dann holen die sich das halt selbst! Und der Bürgerkrieg steht vor der Tür. Mit dem "Friedens-Nobel-Preis" gekürten BläckMätter, Beten für Allah überall,
braucht ihr Euch nur die im Netz verfügbaren Videos anzugucken, was dann wirklich abgeht und die Maske gefallen lassen wird.
Mahlzeit!

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