05.03.2026

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Spurensuche im Bodesee: Kommissarin Chiara Locatelli (Maria Wördemann)
Bild: ZDF/Constantin CampeanSpurensuche im Bodesee: Kommissarin Chiara Locatelli (Maria Wördemann)

TV-Kritik

Und ewig lockt der Bodensee

Die neue ZDF-Krimireihe „Mordufer“ punktet mit kaltblütigen Kommissarinnen und unschuldiger Natur

Anne Martin
05.03.2026

Gab es tatsächlich mal Zeiten, in denen Kommissare in zerknitterten Trenchcoats in pompösen Villen herumstanden und Alibis abfragten? Diese Ära ist endgültig vorbei. Längst hat sich auch in Krimis die Frauenquote durchgesetzt, in der neuen ZDF-Krimireihe „Mordufer“ (ab 6.3., jeweils freitags, 20.15 Uhr) lösen gleich zwei Ermittlerinnen die Fälle.

Doro Beitinger (Franziska Weisz) kehrt nach 15 Jahren Kinderbetreuung und Pflege der kranken Mutter zurück an ihren Schreibtisch in Überlingen. Ihre Vorgesetzte Chiara Locatelli (Maria Wördemann) hat sie in dieser Zeit fachlich überholt, zeigt sich aber kollegial. Beide profitieren zudem von einem Trend, den all die Bozen-, Zürich- und Irland-Krimis schon lange bedienen: wenn schon Mord, dann bitte in reizvoller Umgebung.

Die ZDF-Serie „Die Toten vom Bodensee“ ging voran, auch jetzt wird ausgiebig Atmosphärisches zwischen Morgennebel und Sonnenuntergang gezeigt. Reiher flattern, Schilf raschelt – schön ist es hier, wären nur die Toten nicht. In der ersten Folge wird die Chefin einer Schönheitsklinik ermordet aufgefunden, verdächtig ist nicht nur ihr Ehemann, der längst auf dem Absprung war. Eine verzwickte Recherche um illegale Operationen beginnt, es geht um Brustimplantate und Kokainschmuggel, in letzter Sekunde wird eine Drogenkurierin gerettet, die den Stoff in einem Implantat transportieren sollte.

In der zweiten Folge wird rund um einen (schwarzen!) Lottomillionär ermittelt, der sich vor seinem Verschwinden noch jede Menge Feinde gemacht hatte und dessen Überreste in einem Ölkanister vom Grunde des Sees geborgen werden. Typisch für die Kaltblütigkeit der smarten Ermittlerinnen, dass sie sich unbeeindruckt einen Kaffee teilen, während ihre männlichen Kollegen sich angesichts des Leichenfunds mit Magenproblemen abwenden müssen. Nur die privaten Szenen im Haushalt der Doro Beitinger, wo weder die halbwüchsigen Kinder noch der Ehemann im Traum daran denken, die neuerdings wieder werktätige Mutter
zu entlasten, lassen auf Konfliktstoff schließen.

In weiteren Folgen wird es um Todesfälle in einem Yogastudio sowie auf einem Weingut gehen. Sollten die Mordtaten flau ausfallen, lockt verlässlich die Schönheit des Bodensees. Die Darstellerinnen jedenfalls tauchten frühmorgens oder nach Drehschluss tief hinein in Deutschlands größtes Binnengewässer und wollten auch in den Drehpausen gar nicht mehr fort. Vier Folgen sind programmiert, Fortsetzung offen.


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