Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung
Vor 100 Jahren fusionierten der Deutsche Aero Lloyd und die Junkers Luftverkehr AG
So wie die heutige Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft mit Sitz in Köln der Flag-Carrier der Bundesrepublik Deutschland ist, war die Deutsche Luft Hansa Aktiengesellschaft mit Sitz in der Reichshauptstadt Berlin die nationale Fluggesellschaft des Deutschen Reiches. Deren Gründung vor 100 Jahren war das Ergebnis eines vom Reich mit Subventionen geförderten Konzentrationsprozesses in der deutschen Luftfahrt.
Die Wurzeln der Deutschen Luft Hansa reichen bis in den Ersten Weltkrieg zurück. Der spätere Reichsaußenminister Walther Rathenau initiierte als Aufsichtsratsvorsitzender der AEG 1917 die Gründung einer Deutschen Luft-Reederei (DLR). Mitwirkende waren die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG), die Luftschiffbau Zeppelin GmbH und die Deutsche Bank. Das ursprünglich für den militärischen Lufttransport gegründete Unternehmen wurde die erste mit Flugzeugen betriebene deutsche Luftverkehrsgesellschaft. Sie benutzte bereits das von dem deutschen Architekten, Graphiker, Graphikdesigner und Weltkriegspiloten Otto Firle entworfene Kranich-Logo, das noch heute nicht nur die Seitenleitwerke der Maschinen der „Kranich-Airline“ ziert.
1921 gründeten AEG, HAPAG und Luftschiffbau Zeppelin die Aero Union AG. Diese fusionierte zwei Jahre später mit der Lloyd Luftdienst GmbH, einer Tochter der Bremer Reederei Norddeutscher Lloyd, zur Deutschen Aero Lloyd.
Konzentrationsprozess
In jenem Jahr, in dem die Aero Union in Berlin gegründet wurde, richtete Hugo Junkers in seiner Junkers Flugzeugwerk AG eine Abteilung Luftverkehr ein, um seine Überproduktion an Flugzeugen selbst sinnvoll nutzen zu können. 1924 wurde die Abteilung als Junkers Luftverkehr AG ausgegliedert. Am 6. Januar 1926 fusionierte Junkers Luftverkehr mit der Deutschen Aero Lloyd zur Deutschen Luft Hansa Aktiengesellschaft mit Sitz Berlin.
Ein Vierteljahr später startete vom Berliner Flughafen Tempelhof mit einem Fokker-Grulich-Hochdecker der erste Linienflug der Luft Hansa. Da das Ziel Zürich war, war er auch der erste planmäßige Auslandsflug. Im Jahr der „Machtergreifung“ wurde die Deutsche Luft Hansa in Deutsche Lufthansa umbenannt.
Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verlor die zivile Luftfahrt in Deutschland an Bedeutung. Piloten und Material der Lufthansa wurden der Luftwaffe unterstellt und weitgehend militärisch genutzt.
Mit dem Kriegsende kam auch das Ende der Lufthansa AG. Die siegreichen Alliierten verboten den Deutschen bis auf Weiteres die Luftfahrt. 1951 liquidierten sie das Restvermögen der Deutschen Lufthansa AG.
Zwei Jahre später wurde eine neue, die heutige Deutsche Lufthansa AG gegründet. Diese sieht sich zwar in der Tradition der alten, ist mit jener aber weder identisch noch deren Rechtsnachfolger.