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Wie man die deutsche Tüchtigkeit erstickt hat, und woran man eine nahende Wende erkennen könnte
Die deutsche Tüchtigkeit war einst Neid und Furcht der Welt zugleich. Wie schaffen die das nur immer, selbst aus den tiefsten Löchern, wie dem, in welchem sie nach 1945 steckten, wieder ganz nach oben zu kommen? Und wieso klappt bei denen alles besser als in fast allen anderen Ländern? Viele Ausländer haben die Germanen für diese Tüchtigkeit bewundert, andere sahen darin gar etwas Teuflisches am Werk – meistens mischten sich Bewunderung und düsteres Misstrauen gegenüber den Deutschen zu einem Brei.
Am größten war das Misstrauen gegenüber der deutschen Tüchtigkeit jedoch nicht im Ausland, sondern bei jenen Deutschen, die sich als moralische Elite ihres Landes betrachteten – und sich damit berufen fühlten, den historischen Zuchtmeister ihres eigenen Volkes zu geben. Dessen Tüchtigkeit war ihnen nicht bloß verdächtig, sie fanden sie geradezu widerlich.
Der Vorwurf: Statt sich in Armut und Hoffnungslosigkeit ihrer historischen Schuld zu stellen, hätten sich die Deutschen nach der Katastrophe von NS-Zeit und Krieg dreisterweise wieder reich gearbeitet. Dieser Reichtum galt den moralisch Überlegenen regelrecht als persönliche Kränkung. Also der Reichtum der deutschen Masse, nicht ihr eigener, denn den hatten sie sich durch ihre moralische Überlegenheit ja verdient.
Also packten sie das Übel an der Wurzel und gingen auf die Grundlagen des verfemten deutschen Erfolgs los. Fleiß, Ordnung und Disziplin seien Tugenden, mit denen man auch ein KZ betreiben könne, befand ein legendärer SPD-Politiker, der sein Glück später noch in zwei weiteren Parteien suchen sollte. Aber das Problem war lösbar: Indem man Leistung und Erfolg madig machte, verloren immer mehr Deutsche die Lust am fleißigen Fortkommen. Um diese Lustlosigkeit sicherzustellen, setzte man noch einen immer fetteren Staatsapparat oben drauf, der jeden Anflug von Ehrgeiz streng bestraft, um den Deutschen Fleiß, Mut und Kreativität systematisch auszutreiben.
Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die Früchte dieser mühevollen Erziehung sichtbar wurden. Die alten Tugenden und Verhaltensmuster steckten anfangs noch zu tief. Doch so langsam können wir erleichtert feststellen, dass sich die Deutschen wirklich verändert haben. An die Stelle des verteufelten deutschen „Müssen, Sollen, Wollen“ ist das getreten, was ein Beobachter als „Das große Egal“ bezeichnet hat.
Alles wurde irgendwann schnuppe: Ob man seine Arbeit gut macht, ob der Zug pünktlich kommt, wie die Straßen aussehen, wer ins Land darf und wer nicht – mir doch egal. Und wer noch nicht aufgegeben hatte und den alten Ehrgeiz in sich trägt, dass „unsere Kinder es einmal besser haben sollen“, dem wollen besonders Fortschrittliche nun mit einer noch höheren Erbschaftsteuer beikommen. Damit einem auch die Sorge um die künftige Generation endlich egal wird, weil's ja eh nichts bringt, sich dafür abzurackern oder sparsam zu wirtschaften.
Fleißmindernd dürfte sich auch die neueste Idee auswirken, dass Ehepartner nicht mehr mit krankenversichert sein sollen, derweil die Empfänger von Bürgergeld/Grundsicherung selbstverständlich den Kassen und damit den anderen Beitragszahlern in Rechnung gestellt werden – Bürgergeldempfänger, von denen knapp die Hälfte nicht einmal „Bürger“ Deutschlands, sondern Ausländer sind. So geht Gerechtigkeit heute!
Das Volk zeigt den Mittelfinger
Dass ein deutsches Volk, dem alles egal ist, was einmal wichtig und hoch geschätzt war, eines Tages zum Problem werden kann, dämmert den Tonangebern im Land nur gelegentlich. Dann dröhnen sie fade Sonntagsreden heraus: Es müsse ein Motivationsschub durchs Land gehen, Leistung müsse sich wieder lohnen, die „hart arbeitenden Menschen“ gehörten wieder in den Mittelpunkt – und wie all die anderen Phrasen-Girlanden klingen, die uns so zum Hals raushängen.
Wenn's dann praktisch wird, verfallen die gleichen Politiker ja doch wieder in ihre alte Arroganz. Was teilweise komische Züge annimmt: Arbeitsministerin Bärbel Bas glaubt doch allen Ernstes, dass sie die Unternehmen des Landes so fest an der Kandare hat, dass sie ihnen mit dem „Tariftreuegesetz“ noch eins überziehen könne: Nur wer genau nachweise, dass er auch nach Tarif bezahlt, solle noch staatliche Aufträge bekommen, droht Bas.
Allerdings gab nun fast die Hälfte der Unternehmen bekannt, dass sie sich wegen der bürokratischen Zumutungen sowieso nicht mehr um staatliche Aufträge bewerben. Der Peitschenhieb der SPD-Chefin geht knallend ins Leere.
Das ist einer der Momente, die man sich merken sollte. Denn in ihnen stecken manchmal historische Botschaften, die wir so richtig erst viel später erkennen können. Nicht ihr Versagen, ihre Übergriffigkeit oder ihre Inkompetenz wurde Herrschenden in der Vergangenheit zum Verhängnis. Es ist auch nicht die wachsende Wut der Bürger, die das Ende der alten Herrschaft ankündigt. Es ist der Augenblick, in dem das genervte Volk der immer unerträglicheren Führung nur noch den langen Mittelfinger zeigt: Mach doch! Mich kannst du nicht mehr treffen.
Die Jungen wandern aus oder denken darüber nach, die Firmen pfeifen auf Staatsaufträge und die breite Masse reagiert auf die trübe Lage mit einer Mischung aus Erschöpfung und Stinkefinger-Mentalität, derweil die Mächtigen immer hektischer herumfuchteln, ohne dass sie noch irgendwen erreichen. Die Autorität erodiert: Erinnern Sie sich, was früher aus einer Gruppe oder Partei wurde, wenn der Verfassungsschutz bekannt gab, dass er sie des Extremismus verdächtigt? Richtig: Die Truppe war erledigt. Keiner, der auf sich hielt, wollte mit dem stigmatisierten Haufen noch etwas zu tun haben.
Heute schert es mindestens 25 Prozent der Deutschen einen feuchten Kehricht, was die Autoritäten des Inlandsgeheimdienstes zur AfD sagen. Und das sind nur die Wähler der Partei. Insgesamt dürfte die Zahl derer, denen die vernichtenden Urteile der Obrigkeit über die größte Oppositionspartei zunehmend am Allerwertesten vorbeigehen, noch deutlich größer sein.
Und wie geht das jetzt weiter? Ein kluger Mann sagte einmal, die Zeit für eine Wende sei reif, „wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen“. Und? Wollen Sie noch? Eben. In der Geschichte folgte auf Phasen von Depression und Gleichgültigkeit des Öfteren eine überraschende Wendung. Trotz aller Niedergeschlagenheit erwarten die Leute nämlich etwas von ihren Anführern. Das ziellose Meckern und Achselzucken geht nicht ewig weiter.
Politiker haben es sich angewöhnt, die Bürger zu „mehr Engagement“ aufzurufen, auf dass sie sich „einbringen“ mögen in die „gesellschaftlichen Debatten“. Vielleicht werden sie sich einmal wünschen, sie hätten solche Aufrufe sein gelassen. Denn dass jene Bürger die heutigen Politiker auf Händen tragen werden, wenn sie sich aus ihrer Lethargie befreit haben, ist eher nicht zu erwarten.
Rolf Lindner am 03.04.26, 22:43 Uhr
180 °
Vor Zeiten war Herrschaft gefährlich,
wollte man sich ihrer entledigen,
damals war sie jedoch so ehrlich,
tat nichts Gegenteiliges predigen,
bis sie sich Sozialismus nannte,
gar mit Demokratie verbrämt,
was man von ihr vorher nicht kannte,
basalen Lugs sie sich nicht schämt.
Wenn sie sich heute dreht und wendet,
um die Erkenntnis zu vermeiden,
dass Lügen immer einmal endet.
müssen die Lügner doppelt leiden,
denn sie können dem nicht entrinnen,
dem Niedergang, den sie geschaffen,
und können ihn auch nicht gewinnen,
den Köpfekampf mit ihren Waffen.
Anfangs läuft's dann irgendwie,
doch häufen sich die Brüche.
Bleiben von der Demokratie
am Ende nur noch hohle Sprüche,
gilt sie plötzlich nicht mehr für alle
und wird in "uns're" umbenannt,
was denen zeigt, die es begreifen,
das System steckt in einer Falle,
die als Sackgasse ist bekannt,
aus der entrinnt man nicht durch Keifen,
nicht Medien, die am Boden krauchen,
helfen, auch keine Polizei,
hundertachtzig Grad wir brauchen,
ihr Lügner, sonst ist es vorbei.