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Rückendeckung von der Bundesregierung – Bayern und Hessen fürchten Konkurrenz
Im jahrelangen Streit um bessere Flugverbindungen nach Berlin zeichnet sich ein Durchbruch, aber auch Widerstand der Lufthansa ab. Wie im Vorfeld der Internationalen Tourismusbörse (ITB) Berlin bekannt wurde, soll sich das Bundeskanzleramt dafür einsetzen, dass die Fluglinie Emirates den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) täglich ansteuern darf. Das Bundesverkehrsministerium hatte der Fluglinie vom Arabischen Golf im Februar in einem Kompromissvorschlag lediglich angeboten, den BER zweimal wöchentlich von Dubai aus anzufliegen.
Wie es heißt, soll die Delegation von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Vereinigten Arabischen Emiraten bei ihrem Besuch im Februar jedoch tägliche Verbindungen zugesagt haben. Ein bilaterales Luftverkehrsabkommen schreibt bislang vor, dass Emirates vier frei wählbare Ziele in Deutschland bedienen darf. Die Golf-Airline nutzt dies aktuell für Verbindungen nach Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und Hamburg. Seit 20 Jahren bemüht sich Emirates jedoch darum, auch auf dem Berliner Markt zum Zuge zu kommen, will jedoch zugunsten Berlins keinen der anderen deutschen Standorte aufgeben. Berlin ist nach Angaben von Emirates damit die einzige große europäische Hauptstadt, die nicht direkt von der Gesellschaft angeflogen wird. Laut Emirates würde ein tägliches Flugangebot zwischen Dubai und Berlin rund 500 Arbeitsplätze schaffen und jährlich mehr als 140.000 Passagiere anziehen.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) reagierten laut einer gemeinsamen Pressemitteilung positiv auf die Verhandlungsbereitschaft der Bundesregierung. Unterstützung kommt zudem von den Ministerpräsidenten Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens sowie von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst.
Emirates soll auch ab Berlin fliegen
Allerdings formiert sich gegen eine Ausweitung der Landerechte Widerstand aus den Bundesländern Hessen und Bayern – dort liegen die Lufthansa-Drehkreuze in Frankfurt am Main und München. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnten nach Berichten von „airliners.de“ in einem Schreiben an Merz vor einer Schwächung ihrer Flughäfen Frankfurt und München. Weitere Landerechte für Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sehe er mit großer Sorge, so Hessens Regierungschef Rhein.
Auch die Lufthansa lehnt zusätzliche Rechte für Emirates ab. Dabei argumentiert Deutschlands größte Fluggesellschaft, dass der Wettbewerb verzerrt sei, da die Golf-Airlines durch ihre staatliche Anbindung strukturelle Vorteile genössen. Lufthansa hat in Berlin bislang kein eigenes Langstreckennetz aufgebaut; für die Kranich-Linie dient der BER primär als Zubringer für ihre großen Drehkreuze in Frankfurt und München. Durch die Insolvenz von Air Berlin im Jahr 2017 waren in der Region Berlin-Brandenburg wichtige interkontinentale Anbindungen weggefallen.