11.07.2026

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Der Israel Day war wieder ein fröhlicher Umzug, bei welcher der Antisemit Mamdani als Pappfigur symbolisch mitgetragen wurde
Bild: picture alliance / REUTERS | Eduardo MunozDer Israel Day war wieder ein fröhlicher Umzug, bei welcher der Antisemit Mamdani als Pappfigur symbolisch mitgetragen wurde

Antisemitismus

Bürgermeister Mamdani entfremdet New Yorker Juden

Der muslimische Sozialist nimmt nicht am Israel Day beziehungsweise Jewish Pride auf der berühmten Fifth Avenue teil

Bodo Bost
15.06.2026

Zohran Mamdani verdankt seinen politischen Aufstieg dem Image des modernen, angeblich weltoffenen Politikers. Doch ausgerechnet bei einer der größten und prägendsten Bevölkerungsgruppen seiner Stadt zeigt sich ein völlig anderes Bild von ihm. Der erste muslimische Bürgermeister New Yorks, der seinen Amtseid sogar auf den Koran geschworen hat, verweigert sich einer altehrwürdigen und ebenso wichtigen Tradition, die über sechs Jahrzehnte als selbstverständlicher Ausdruck des Zusammenhalts galt: Er nimmt nicht am diesjährigen Israel Day beziehungsweise Jewish Pride auf der Fifth Avenue teil, und präsentiert sich damit in fataler Weise als überzeugter Antisemit.

Seit 61 Jahren gehörte die Teilnahme des jeweiligen Bürgermeisters der US-Metropole zum politischen Grundkonsens der Stadt. Nicht als Unterstützung einer bestimmten israelischen Regierung, sondern als Zeichen des Respekts gegenüber der größten jüdischen Gemeinschaft außerhalb Israels. Doch Mamdani bricht bewusst auch mit dieser Tradition (siehe auch Seite 3) – und sendet damit ein schlimmes Signal, das weit über eine Terminfrage hinausgeht.

Seine Absage ist hierbei kein Einzelfall. Sie fügt sich nahtlos in einen politischen Kurs ein, der Israel nicht als legitimen Nationalstaat betrachtet. Mamdani bezeichnet sich als Antizionisten, unterstützte die BDS-Bewegung und kassierte Maßnahmen seines Vorgängers, die Boykotte gegen Israel erschweren und die IHRA-Definition von Antisemitismus als Orientierung für die Stadtverwaltung verankern sollten. Während die Zahl antisemitischer Vorfälle in New York – auch durch seine antisemitischen Äußerungen und sein judenfeindliches Verhalten – steigt, wächst zugleich die Distanz zwischen dem Bürgermeister und großen Teilen der jüdischen Gemeinschaft.

Politisches Muster aus der Steinzeit

Für viele jüdische New Yorker lautet die Botschaft daher: Eure Kultur darf (noch) gefeiert werden, aber eure nationale Selbstbestimmung nicht. Doch diese Trennung existiert nur in politischen Seminarräumen. Für die überwältigende Mehrheit der Juden weltweit gehört die Existenz Israels zur eigenen Identität. Wer diese Tatsache ignoriert, verwechselt politische Theorie mit der gesellschaftlichen Realität.

Besonders bemerkenswert und erfreulich ist, dass sich ausgerechnet in diesem Jahr erstmals auch eine muslimische Gruppe pakistanischer Herkunft öffentlich hinter die Veranstaltung gestellt hat. Doch statt anderen Moslems endlich einmal Brücken zu bauen, wurden die Mitglieder der pakistanischen Gruppe laut Berichten über islamistische Drohungen sogar gewarnt, vorsichtshalber schusssichere Westen zu tragen. Allein dieser Vorgang zeigt, wie Mamdani das Klima in New York inzwischen vergiftet hat.

New York wäre ohne seine jüdische Gemeinschaft nicht die Stadt, die sie heute ist. Juden haben ihre Wirtschaft, ihre Kultur, ihre Universitäten, ihre Medien und ihr öffentliches Leben über Generationen hinweg geprägt. Am Broadway ist bis heute Jiddisch nach Englisch die meistgespielte Sprache. Niemand verlangt von einem Bürgermeister, jede Entscheidung einer israelischen Regierung gutzuheißen. Aber viele erwarten, dass er an der Seite ihrer urbanen Gemeinschaft steht, wenn sie ihre Identität öffentlich feiert – so wie er es bei Dutzenden anderer ethnischer, religiöser und nationaler Gruppen wahrscheinlich tun würde.

Immer mehr Wähler wachen auf

Mamdani verkauft seine spaltende Politik als Fortschritt. Tatsächlich greift er auf ein uraltes politisches Muster zurück. Juden wird das Recht abgesprochen, das für fast alle anderen Völker der Welt selbstverständlich gilt: das Recht auf nationale Selbstbestimmung. Wer das Existenzrecht des jüdischen Staates in Israel infrage stellt, sollte aber zumindest erklären können, wo Juden denn dieses Recht stattdessen verwirklichen sollen. Aber auch auf diese Frage bleibt Mamdani natürlich jede Antwort schuldig.

Der Widerspruch könnte größer kaum sein. Der erste muslimische Bürgermeister einer Stadt mit der größten jüdischen Gemeinschaft außerhalb Israels präsentiert sich als sozialistischer Zukunftspolitiker, bedient sich aber eines Denkmusters, das tief in der Vergangenheit verwurzelt ist. Er scheint auch vergessen zu haben, dass er als Bürgermeister der Repräsentant aller New Yorker Bürger, auch der Juden, ist. Zudem scheint er auch Probleme zu haben mit dem Prinzip aller demokratischen Gesellschaften, dass nach der Wahl und dem Amtsantritt der Wahlkampf vorbei ist. Mit politischen Mitteln der Steinzeit wie dem Antisemitismus lässt sich keine Politik für die Zukunft machen. Das merken in New York jetzt auch immer mehr, nicht nur jüdische Menschen, die Mamdani gewählt haben.


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Kommentare

Kersti Wolnow am 23.06.26, 06:31 Uhr

mit der größten jüdischen Gemeinschaft


Überall bilden sie einen Staat im Staate. Islam und Judentum sind keine Religion, sie sind Staatsform und daher für die Völker gefährlich, weil sie überstaatlich handeln und sich organisieren. Das Christentum war es ebenfalls, hat aber seine Bedeutung verloren.

sitra achra am 22.06.26, 13:11 Uhr

Die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger Mamdani selber, womit ich nicht die Mehrheit der New Yorker Juden meine.

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