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Geschickt und eher zurückhaltend hält Chinas mächtiger Präsident Xi Jingping die Fäden der Welt und damit auch des Welthandels in seinen Fingern
Bild: Shutterstock.com/ChatGPT/WikimediaGeschickt und eher zurückhaltend hält Chinas mächtiger Präsident Xi Jingping die Fäden der Welt und damit auch des Welthandels in seinen Fingern

Lauernd zieh Peking still die Fäden

Chinas listig-rätselhafte Strategie im brisanten Iran-Konflikt

Keine Panzer, keine Drohungen, keine Schlagzeilen: Während der Westen auf Militär setzt, verändert Peking ganz leise und fast unbemerkt still die Machtordnung der Welt. Warum China nicht eingreift – und trotzdem gewinnt

Prof. Stefan Piasecki
24.04.2026

In westlichen Hauptstädten gilt geopolitische Macht noch immer als sichtbar: Panzerbewegungen, Flugzeugträgerverbände, Sanktionspakete, Gipfelerklärungen. Wer so denkt, muss Chinas Verhalten im aktuellen Iran-Konflikt zwangsläufig als überaus irritierend empfinden. Während Washington militärisch Position bezieht, immer lauter mit dem Säbel rasselt und ebenso Europa moralisch Stellung nimmt, bleibt Peking demonstrativ zurückhaltend. Keine Drohkulisse, keine offenen Waffenlieferungen, keine große diplomatische Inszenierung. Und doch wäre es ein schwerer analytischer Fehler, diese Zurückhaltung mit Passivität zu verwechseln.

Denn Chinas strategische Kultur folgt einer anderen Logik als die des atlantischen Westens. Sie misst Einfluss nicht primär an kurzfristiger militärischer Präsenz, sondern an langfristiger Kontrolle über Strukturen: Lieferketten, Rohstoffe, Finanzströme, Technologien und institutionelle Abhängigkeiten. In dieser Perspektive ist ein regionaler Krieg nicht zuerst ein Schauplatz der Entscheidung, sondern ein Testfeld für globale Ordnungspolitik. Entscheidend ist nicht, wer heute Raketen liefert – sondern wer morgen die Spielregeln schreibt.

Gerade deshalb erscheint Pekings Verhalten weniger rätselhaft, als viele Beobachter glauben. China hat kein Interesse an einer dramatischen Eskalation im Nahen Osten, wohl aber an einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse im internationalen System. Ein geschwächtes Amerika kann nützlich sein. Ein destabilisiertes Amerika wäre gefährlich. Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich chinesische Außenpolitik – kühl kalkulierend, langfristig orientiert und auffallend frei von jener demonstrativen Moralrhetorik, die westliche Politik so oft begleitet.

Wer verstehen will, warum China nicht interveniert – und weshalb es gerade dadurch Einfluss gewinnt –, muss daher seine Aufmerksamkeit vom Schlachtfeld auf die Architektur der Weltordnung richten. Dort entscheidet sich die eigentliche strategische Dynamik unserer Zeit.

Warum das Warten vieler Beobachter enttäuscht werden wird

Keine Truppen, keine militärische Drohkulisse, keine sichtbare Eskalation: China, enger Partner Irans und systemischer Rivale der USA, bleibt scheinbar passiv. Wer den gegenwärtigen Iran-Konflikt durch die vertrauten Kategorien klassischer Geopolitik betrachtet und auf ein unterstützendes Agieren Chinas wartet, muss fast zwangsläufig irritiert sein, zumindest überrascht. Doch die Erwartung einer auf dem Schlachtfeld sichtbaren Solidarität selbst ist das Problem, denn sie basiert auf einem Verständnis von Macht, das mit dem Aufkommen der westlichen Nationalstaaten im 19. Jahrhundert geprägt wurde. Einfluss zeigt sich durch militärische Präsenz, durch Intervention, durch sichtbare Abschreckung. In diesem Denkschema müsste China handeln – und zwar militärisch durch die Lieferung von Gütern, Waffen. Mindestens aber durch lautstarke Anklage vor den Vereinten Nationen. Dass es dies nicht tut, wird als Abweichung oder Bündnisuntreue gegen den Iran interpretiert oder als ein Zeichen von Schwäche erkannt. Tatsächlich aber ist es genau umgekehrt: China handelt im Rahmen seiner eigenen strategischen Logik vollkommen konsistent. Diese Logik setzt nicht auf Sichtbarkeit, sondern auf Struktur. Nicht auf unmittelbare Konfrontation, sondern auf langfristige Einflussnahme. Und vor allem: nicht auf das Schlachtfeld, sondern auf das System, in dem dieses Schlachtfeld überhaupt existiert. Für den Westen, gewöhnt an die Sichtbarkeit von Schlagzeilen, markige Politikeraussagen und Hollywood-Bilder, ist das wenig durchschaubar.

Pekings Grundproblem: Instabilität statt Machtverlust

Chinas Motivation wird vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Konflikts von vielen Beobachtern reduziert vor allem auf zwei Faktoren: Öl und Taiwan. China importiert rund 70 Prozent seines Ölbedarfs, ein großer Teil davon stammt aus dem Iran. Seit den neuen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran durch den Westen ab 2018 sind die Handelsverbindungen zwischen beiden Ländern in bedeutendem Maße gestärkt worden. Die eigentlich seitens des Iran präferierten deutschen und europäischen Partner schieden unter der Drohung amerikanischer Sekundärsanktionen aus. Beide Länder brauchen heute einander, lange war vor allem China bereit, sich dem Druck der USA zu widersetzen und mit Iran weiter Handel zu treiben. Taiwan wiederum, seitens Festlandchinas als abtrünnige Provinz betrachtet und weltweit bedeutender Standort für die internationale Computerchip- und Halbleiterindustrie, wehrt sich mit westlicher Hilfe energisch gegen jeden Versuch der Schwächung durch die Volksrepublik. Es stünde demnach zu erwarten, dass eine energische Unterstützung des Iran durch China diesem den Zugriff auf Öl und andere Rohstoffe sicherte, die USA schwächte und damit auch Taiwan, welches perspektivisch möglicherweise doch aufgrund ausbleibender westlicher Unterstützung wieder zurück an China fallen könnte. China denkt jedoch nicht in Situationen und momentanen Chancen oder Legislaturperioden, sondern langfristig. Ein genauer Blick auf Chinas Verständnis von Außenpolitik zeigt demnach, dass es den Konflikt gar nicht primär als Chance begreifen kann, sondern als Risiko betrachten muss – und zwar nicht wegen der militärischen Stärke der USA, sondern wegen ihrer wachsenden Unberechenbarkeit.

Macht als Struktur: Szenarien chinesischer Einflussnahme

Aus chinesischer Perspektive ist ein schwächeres US-Amerika zwar durchaus akzeptabel. Ein Amerika jedoch, das impulsiv agiert, internationale Regeln unterläuft und militärische Macht unkoordiniert einsetzt, gefährdet die Stabilität des gesamten globalen Systems. Und genau dieses System ist die Grundlage von Chinas Aufstieg: offene Handelswege, verlässliche Märkte, funktionierende Institutionen. Das Land steht damit vor einem strategischen Dilemma: Es möchte die US-Dominanz langfristig relativieren, ist aber zugleich darauf angewiesen, dass die globale Ordnung nicht kollabiert. Anders formuliert: Nicht jede Schwächung der USA ist automatisch ein Gewinn für China. Instabilität kann den eigenen Aufstieg gefährden. Diese Perspektive erklärt, warum Peking gegenüber dem Iran zurückhaltend bleibt und nicht offen Raketen und Divisionen liefert. Es geht nicht darum, den Partner um jeden Preis zu schützen, sondern darum, systemische Risiken zu begrenzen. China kann Einfluss ausüben, ohne sichtbar zu intervenieren. Die eigentliche Dynamik entfaltet sich also jenseits klassischer militärischer Kategorien. Drei sollen angesprochen werden:

Die stille Intervention: Unsichtbare Unterstützung

Im ersten Szenario bleibt China offiziell neutral. Hinter den Kulissen jedoch verschiebt sich das Kräfteverhältnis deutlich. Peking stellt den Iran technologische Unterstützung zur Verfügung: Satellitendaten (z.B. über das eigene Beidou-System), Navigationssysteme, präzisere Zielerfassung. Hinzu kommen sogenannte Dual-Use-Güter – Komponenten, die sowohl zivil als auch militärisch nutzbar sind wie etwa Schwerlast-Lkw, aber auch Computerchips und andere Mikroelektronik. Diese Form der Unterstützung ist kaum nachweisbar und politisch schwer angreifbar. Gleichzeitig erhöht sie die militärische Leistungsfähigkeit Irans erheblich.

Von besonderer strategischer Bedeutung ist zudem Chinas Kontrolle über seltene Erden. Diese sind unverzichtbar für die Herstellung moderner US-Waffensysteme – von Präzisionsmunition bis zu Radar- und Kommunikationssystemen. Auch in E-Autos oder Smartphones werden sie eingesetzt. Eine Einschränkung der Exporte würde nicht sofort wirken, aber mittelfristig die militärische Infrastruktur der USA unter Druck setzen.

Das Ergebnis ist eine asymmetrische Verschiebung: Der Krieg wird für die USA länger, teurer und schwerer kalkulierbar – ohne dass China als direkte Konfliktpartei erscheint.

Ökonomische Kriegsführung: Der globale Hebel

Das zweite Szenario verlagert den Konflikt vollständig in den wirtschaftlichen Raum und skizziert eine umfassende wirtschaftliche Konfrontation. Hier entfaltet China seine eigentliche Stärke: die Kontrolle über zentrale Knotenpunkte des globalen Systems. Geografisch hat es diese durch sein Projekt der neuen Seidenstraße langfristig etabliert. Ein viel stärkeres mögliches Instrument ist der schrittweise Abbau von US-Staatsanleihen zur Reduzierung der Abhängigkeit vom Dollar. Eine solche Bewegung könnte die Finanzierungskosten der USA erhöhen und deren fiskalischen Spielraum einschränken. Parallel dazu treibt China die Entdollarisierung des Energiemarktes voran, indem Ölgeschäfte zunehmend in alternativen Währungen wie dem eigenen Yuan abgewickelt werden.

Hinzu kommen indirekte Effekte, die China beunruhigen müssen und aus der Passivität herauszwingen: gestörte Lieferketten, steigende Transportkosten, verzögerte Handelsströme. Der von Israel und den USA militärisch angezettelte Konflikt im Nahen Osten wirkt wie ein Katalysator für globale wirtschaftliche Verwerfungen. Das Szenario mündet in eine klassische Stagflation – eine Kombination aus hoher Inflation und schwachem Wachstum. Leidtragender wird der Westen sein, aber in zweiter Linie China.
Diese Form chinesischer Einflussnahme trifft nicht primär militärische Strukturen, sondern gesellschaftliche und wirtschaftliche Grundlagen. Sie wirkt langsam, aber tief­greifend.

Der systemische Wandel: Reputation statt Konfrontation

Im dritten Szenario nutzt China die Krise, um seine Rolle als alternative Ordnungsmacht zu stärken. Während die USA militärisch gebunden sind, positioniert sich Peking als stabilisierender Akteur: durch diplomatische Initiativen, wirtschaftliche Kooperationen und Wiederaufbauangebote. Ein globaler Machtumbruch zeichnet sich bereits ab, da die Volksrepublik diese Maßnahmen schon länger verfolgt. Chinas Strategie ist nicht altruistisch, sondern kalkuliert. Ziel ist es, Vertrauen und Einfluss im globalen Süden auszubauen und zugleich die Wahrnehmung amerikanischer Führung zu unterminieren, indem sich China als stabilisierende Kraft anbietet: diplomatisch und wirtschaftlich sowie zur Not auch militärisch.

China muss in diesem Szenario keinen militärischen Sieg erringen. Es genügt, wenn die USA als überdehnt, unberechenbar oder ineffektiv wahrgenommen werden. Oder politisch unberechenbar – sowohl die USA und in noch stärkerem Maße EU-Europa haben diesen Status längst erreicht. Der eigentliche Wettbewerb verlagert sich von der militärischen zur systemischen Ebene.
Langfristig könnte dies zu einer multipolaren Welt führen durch eine Schwächung westlicher Institutionen (UN, WHO, WTO, IWF), den Aufstieg alternativer Finanzsysteme und die Erosion der bisher US-dominierten Weltordnung.

Die Grenzen chinesischer Macht

So weitreichend diese Möglichkeiten sind, so klar sind auch die Grenzen. China ist selbst tief in das globale System eingebunden. Es ist der größte Ölimporteur der Welt, stark abhängig von maritimen Handelswegen und sensibel gegenüber globalen Nachfrageschwankungen. Eine Eskalation, die etwa die Straße von Hormus dauerhaft blockierte oder globale Lieferketten massiv stört, würde China unmittelbar treffen. Höhere Energiepreise, sinkende Exportnachfrage und steigende Transportkosten könnten das Wachstum erheblich bremsen.

Zudem zeigt sich, dass China trotz wachsender Macht nicht bereit ist, die Rolle einer globalen Ordnungsmacht im klassischen Sinne zu übernehmen. Es vermeidet bewusst die Verantwortung für militärische Stabilisierung oder regionale Sicherheitsgarantien. Es ist hierbei konsequent in seiner Politik der Nichteinmischung, die es sich für sich selbst ebenfalls einfordert. Diese Zurückhaltung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck einer nüchternen Kosten-Nutzen-Abwägung und politischen Berechenbarkeit.

Die neue Logik der Macht
Der Iran-Konflikt macht deutlich, dass sich das Wesen geopolitischer Macht verändert hat. Militärische Stärke bleibt ein Faktor, verliert jedoch ihre ausschließliche Bedeutung. Einfluss entsteht heute zunehmend durch eine nachhaltige Kontrolle über Lieferketten und Ressourcen, Dominanz in Schlüsseltechnologien und Rohstoffen, Gestaltung von Finanzstrukturen, der Fähigkeit zur Beeinflussung globaler Märkte oder die strategische Nutzung von Information und Wahrnehmung. China hat diese Form der Macht systematisch aufgebaut.

Seine Stärke liegt nicht in der Fähigkeit zur unmittelbaren Eskalation, sondern in der langfristigen Gestaltung von Abhängigkeiten und Rahmenbedingungen. China setzt dabei auf Verfahren, die der Westen, und allen voran die USA, selbst Jahrzehnte praktizierte. Jedoch bislang ohne kolonialistische Tendenzen oder Destabilisierung von Ländern, Regierungen und Regimen durch geheimdienstliche Interventionen. China betrachtet Konflikte primär unter dem Gesichtspunkt systemischer Stabilität. Es ist in hohem Maße abhängig von globalem Handel, von stabilen Lieferketten wie auch von internationalen Finanzstrukturen. Entscheidend ist demnach für China nicht, ob die USA geschwächt werden, sondern ob die globale Ordnung stabil bleibt. Ein schwächeres Amerika kann für die Volksrepublik vorteilhaft sein. Ein unberechenbares, destabilisiertes Amerika hingegen stellt ein erhebliches Risiko dar.

Kurzfristig kann China durch strategische Reserven und stabile Lieferbeziehungen seine eigene Position verteidigen. Langfristig jedoch würde ein anhaltender Konflikt auch dort die Energiepreise erhöhen und das Wirtschaftswachstum gefährden. Für eine Bevölkerung von über einer Milliarde Menschen in einem autokratischen System ergäbe sich ein großes Problem – wirtschaftlich-soziale Unruhen oder Massenarmut könnten zu politischen Abspaltungstendenzen der Provinzen führen mit der Gefahr von außen angeheizter Unruhen und bewaffneten Aufständen.

Fazit: China interveniert ohne Intervention

Die zentrale Fehleinschätzung vieler westlicher Analysen besteht darin, Chinas ausbleibende militärische Unterstützung Irans als Nicht-Handeln zu interpretieren. Tatsächlich agiert Peking – nur nicht im Sinne klassischer militärischer Intervention oder entlang oberflächlichen westlichen Politikverständnisses. China verfolgt eine Strategie der indirekten Einflussnahme: technologisch, wirtschaftlich, diplomatisch. Ziel ist es, den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern, die Kosten für den Gegner zu erhöhen und zugleich die Stabilität des globalen Systems so weit wie möglich zu erhalten. Der Iran-Konflikt ist damit mehr als ein regionaler Krieg. Er ist ein Beispiel für den Übergang in eine neue Phase geopolitischer Konkurrenz – eine Phase, in der Macht nicht mehr primär auf dem Schlachtfeld entschieden wird, sondern in den Strukturen, die dieses Schlachtfeld erst ermöglichen.

Und in dieser neuen Ordnung ist China kein passiver Zuschauer, sondern ein Akteur, der die Regeln leise, aber nachhaltig verändert. Dessen Zurückhaltung ist keineswegs Schwäche oder Desinteresse, sondern Teil einer bewussten Strategie der Vermeidung militärischer Verstrickung, der Priorisierung diplomatischer Initiativen und der Sicherung wirtschaftlicher Interessen. China sieht sich nicht als Ersatz für die USA als globale Ordnungsmacht. Es vermeidet bewusst die kostspielige Rolle eines „Weltpolizisten“, insbesondere im Nahen Osten.

Statt militärischer Expansion setzt China auf wirtschaftliche Einflussnahme, Kontrolle über Märkte und Investitionen, technologische Entwicklungen in zentral als Staatsziel ausgegebenen ökonomischen Feldern und die schrittweise Entwicklung alternativer globaler Strukturen, etwa im Rahmen der BRICS-Initiativen. Chinas Strategie ist perspektivisch und vermeidet abrupte Systembrüche. Dass der Westen dies als Bedrohung versteht, erscheint unnötig. Der chinesische Wohlstand wurde nicht zusammengeraubt.

Der zunehmende Einfluss weltweit im globalen Süden entstand nicht durch Druck. Er wurde hart erarbeitet durch Innovation, Leistung, Bildung und niedrige Löhne, von denen der Westen profitierte. Niemand hat westliche Länder gezwungen, eigene Arbeitskräfte zu entlassen, Produktionsstandorte nach China zu verlagern, Waren dort günstiger produzieren zu lassen und sich daheim aus den Gewinnen höhere Managerboni zu genehmigen.

Im Gegensatz zur westlichen Vorstellung lässt sich der chinesische Aufstieg und die chinesische Diplomatie bisher als weitsichtig und konstruktiv bezeichnen. Oder konkret: Eine schwächere USA kann Chancen für China eröffnen, eine instabile USA gefährdet jedoch die globale Ordnung. China steht daher vor der Herausforderung, den eigenen Aufstieg fortzusetzen, ohne das System zu destabilisieren, von dem es abhängt.

Der Iran-Konflikt zeigt exemplarisch, wie sich geopolitische Macht im 21. Jahrhundert verändert: weg von sichtbarer militärischer Dominanz, hin zu unsichtbarer, aber nachhaltiger Systemsteuerung. Krieg nach dem Muster vergangener Jahrhunderte wird dadurch unnötiger. Die Konflikte der Zukunft werden allerdings stärker wirtschaftlich ausgefochten und vermutlich durch Söldneraktivitäten begleitet.


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Kommentare

sitra achra am 02.05.26, 10:25 Uhr

Ich halte nichts davon, China über den Klee zu loben. Die dunklen Seiten dieser kommunistischen Diktatur werden hier bewußt ausgespart. Und von wegen friedlich und zurückhaltend. Es vergeht kaum ein Tag, an dem das chinesische Militär nicht provoziert und ein friedliches Inselvolk bedroht und seine atomare Aufrüstung, auch zur See, betreibt. Zum Teufel mit diesen hinterhältigen Gesellen. Und wie der Autor selbst eingesteht, China beliefert diesen gefährlichen Iran mit Ausrüstung, die diesen durchgeknallten Gesellen die Fortsetzung ihrer fanatischen Aggression auf einem höheren und gefährlicheren Niveau erlaubt. Dieser Schmidtchen Schleicher der globalen Politik sollte demaskiert, international geächtet und in die Senkel gestellt werden. Übrigens nutzt dieser Satan die Hilfsbedürftigkeit der südlichen Länder aus, indem es deren Ressourcen plündert, die Umwelt zerstört und die betreffenden Länder mit einem Bakschisch abspeist.
Diese Kritik schließt die Kritik an dem anderen Moloch jedoch nicht aus. Das wäre einem gesonderten Beitrag überlassen.

Peter Wendt am 28.04.26, 08:12 Uhr

China ist eine viele Jahrtausende alte Kulturnation, die sich aus dem Niedergang des 18. u. 19. Jahrhundert zurückgemeldet hat. Stark an Ressourcen und zunehmend gut gebildeten Einwohnern, verfügt das Land über eine langfristige Wirtschaft -und Machstrategie. Der Westen in seiner Überheblichkeit und Dekadenz, allen voran in der EU, ist längst kein ernstzunehmender Gegner mehr. Während in Deutschland die Kulturrevulution tobt um angeblich das Klima zu retten, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung mit staatlicher Hilfe abgetötet werden, sucht China nur eines, eine prosperiende Zukunft. Solange sich Europa aber auch die USA nicht auf ihre ursprünglichen Stärken besinnen, Bildung, Selbstbestimmung, Leistungsprinzip und eine freiheitliche Grundordnung ist der Ausgang des Systemvergleiches ziemlich eindeutig. CDU, Grüne und SPD hierzulande schlafen weiter und sorgen sich bestenfalls um ihre Pfründe.

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