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Die beiden Staatsmänner verstanden sich prächtig: Israels Ministerpräsident David Ben-Gurion (l.) und Bundeskanzler Konrad Adenauer, die wohl auch das Atomprogramm Israels miteinander heimlich einfädelten
Bundesregierung / Benno Wundshammer / B124-Bild00009354Die beiden Staatsmänner verstanden sich prächtig: Israels Ministerpräsident David Ben-Gurion (l.) und Bundeskanzler Konrad Adenauer, die wohl auch das Atomprogramm Israels miteinander heimlich einfädelten

Brisante Fakten aufgetaucht

Die Bundesrepublik finanzierte Israels Atomwaffenprogramm

Über fünf Milliarden Euro wurden bisher seitens Deutschlands an den jüdischen Staat überwiesen, und deutsche Top-Technik gab’s obendrein dazu

Wolfgang Kaufmann
25.04.2026

Von Wolfgang Kaufmannüdlich von Dimona. Allerdings befürchtete der israelische Ministerpräsident David Ben-Gurion schon damals ein Einknicken Frankreichs gegenüber der arabischen Welt. Außerdem war das Atomprogramm sehr kostenintensiv, weswegen auch nach Geldquellen gesucht wurde. Vor diesem Hintergrund kam es laut „Ha'aretz“ zu Gesprächen mit der bundesdeutschen Seite, deren Protokolle teilweise bis heute gesperrt sind. Auf jeden Fall konferierte der Staatssekretär im israelischen Verteidigungsministerium Schimon Peres am 3. Juli 1957 mit dem Bundesminister für Verteidigung Franz-Josef Strauß. Während der Zusammenkunft sicherte Strauß der israelischen Seite zu, dem jüdischen Staat über die Regelungen des Wiedergutmachungsabkommens von 1952 hinaus militärische und finanzielle Hilfe zu leisten.

Konkrete diesbezügliche Vereinbarungen schlossen dann Ben-Gurion und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer während ihres Geheimtreffens im New Yorker Hotel Waldorf Astoria am 14. März 1960. Dabei ging es vor allem um die Gewährung eines Darlehens, das letztlich dem Zweck dienen sollte, die Arbeit im Kernforschungszentrum Negev und die atomare Aufrüstung Israels zu finanzieren – auch wenn das niemals offiziell zugegeben wurde: Ben-Gurion wollte das Ganze vor der aufmerksamen Weltöffentlichkeit verbergen, um die nuklearen Pläne seines Landes nicht aufzudecken, und Adenauer fürchtete zornige Reaktionen der arabischen Staaten.

Daher kam es auch zu keiner Unterzeichnung eines formellen Abkommens, weil dieses von den Parlamenten hätte ratifiziert werden müssen. Stattdessen lief die Aktion unter dem Codenamen „Geschäftsfreund“. Zu deren Durchführung schufen der israelische Bevollmächtigte in Deutschland, Felix Shinnar, und Adenauers Wirtschaftsberater Hermann Abs Finanzinstrumente für angebliche „Geldtransfers aus bilateralen Abkommen mit Entwicklungsländern unbestimmter Herkunft“, über die man selbst die amtierenden deutschen Außenminister im Unklaren ließ.

Die Zahlungen in Höhe von durchschnittlich 20 Prozent der damaligen jährlichen Militärausgaben Israels begannen im Dezember 1961 – zunächst flossen 82 Millionen D-Mark. Dem folgten 97,6 Millionen im Jahre 1962 und 150 Millionen im Jahr darauf. 1964 und 1965 wiederum überwies die Bundesregierung jeweils weitere 150 Millionen. 1966 und 1967 stieg die Summe dann sogar auf
160 Millionen, bevor im Zeitraum bis 1973 nochmals 140 Millionen pro Jahr nach Israel gingen. Somit stellte die Bundesrepublik insgesamt fast 1,8 Milliarden Mark zur Verfügung, was heute knapp fünf Milliarden Euro entsprechen würde, ohne dass die israelische Seite jemals irgendwelche Angaben zum Verwendungszweck machen musste.

Bei Unwahrheiten ertappt

Die US-Regierung erhielt im September 1963 Kenntnis von den deutschen Zahlungen, wobei in Washington sofort Klarheit darüber herrschte, dass die von Bonn „getroffenen Hilfsmaßnahmen für Israel“ auch und gerade der finanziellen Sicherung des Betriebs der geheimen Atomanlage in der Negev-Wüste dienten. Dabei wollte der damalige US-Präsident John F. Kennedy den israelischen Reaktor bei Dimona eigentlich unter strikte internationale Kontrolle stellen – das Thema hatte sich dann allerdings nach Kennedys Ermordung im November 1963 erledigt.

Über die von 1961 bis 1973 gewährten Geheimkredite hinaus, welche die offizielle israelische Behauptung Lügen strafen, dass das Atomprogramm Tel Avivs hauptsächlich durch Spenden wohlhabender Juden im Ausland und die eigenen Steuerzahler finanziert worden sei, leistete die Bundesrepublik noch weitere Unterstützung. So lieferte die Hanauer Nukem GmbH mit Wissen Bonns und Washingtons zehn Tonnen Urankonzentrat aus Argentinien nach Israel.


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