12.04.2026

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Junge Menschen, Macher mit Lust auf Leistung, die beruflich und in ihrer Karriere viel erreichen wollen, bringen ein Land wie Deutschland nach vorn. Doch das könnte bald vorbei sein, da immer weniger von ihnen eine Zukunftsperspektive sehen
Bild: Shutterstock.comJunge Menschen, Macher mit Lust auf Leistung, die beruflich und in ihrer Karriere viel erreichen wollen, bringen ein Land wie Deutschland nach vorn. Doch das könnte bald vorbei sein, da immer weniger von ihnen eine Zukunftsperspektive sehen

Aktuelle Studien beweisen: Lust auf Autokratie auf dem Vormarsch – Junge Menschen halten Demokratie oft für ineffektiv – Sie sehen politische Entscheidungen diametral abgebildet – Social Media unterstützt Tendenz

Die Jugend tendiert stärker zur Diktatur

Jens Eichler
02.04.2026

Immer mehr junge Menschen in Deutschland äußern laut aktuellen Umfragen und Studien Zweifel an der Leistungsfähigkeit der parlamentarischen Demokratie. Das ist mehr als eine beunruhigende Entwicklung – das ist gefährlich und muss bei allen die Alarmglocken schrillen lassen. Besonders auffällig ist dabei eine wachsende Offenheit gegenüber autoritären Führungsmodellen und vermeintlich „starken Persönlichkeiten“, die politische Entscheidungen schneller und entschlossener durchsetzen sollen. Was noch vor wenigen Jahren höchstens als ein Randphänomen galt, entwickelt sich inzwischen zu einem ernst zu nehmenden Warnsignal für den Staat – und für dessen Gesellschaft. Es ist aber auch das niederschmetternde Ergebnis von linker Demagogie, grüner Moralapostelei, staatlicher Bevormundung, Abschaffung des Leistungsprinzips und permanenter Gleichmacherei statt Forder- und Förderung des Einzelnen.

Politikwissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein nicht unerheblicher Teil der unter 30-Jährigen die Demokratie zwar grundsätzlich befürwortet, ihr jedoch gleichzeitig weniger Vertrauen entgegenbringt als ältere Generationen. Viele junge Menschen verbinden mit demokratischen Entscheidungsprozessen vor allem Streit, Verzögerung und mangelnde Problemlösungskompetenz. Gerade in Zeiten multipler Krisen – von Inflation über Wohnraummangel bis hin zu internationaler Unsicherheit – wächst die Sehnsucht nach klarer Führung und schnellen Entscheidungen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Wahrnehmung einer ausufernden Zuwanderung und der unzureichend kontrollierten illegalen Migration. Vor allem aber die staatlich verordnete Blindheit gegenüber den damit verbundenen Problemen sowie die Verweigerung jeglicher Lösungen. In zahlreichen Befragungen äußern junge Bürger Sorgen über Integrationsfähigkeit, Sicherheitslage und sozialen Belastungen kommunaler Strukturen.

Wenn staatliche Institutionen in diesen Bereichen als handlungsunfähig erscheinen, entsteht leicht der Eindruck, demokratische Verfahren seien zu kompromissorientiert, um grundlegende Herausforderungen zu bewältigen, was zulasten der eigenen Zukunft geht. Diese Wahrnehmung stärkt indirekt autoritäre Lösungsvorstellungen.

Hinzu kommt ein wachsendes Gefühl politischer Entkopplung zwischen Wählerschaft und wirklichem Regierungshandeln. Viele junge Menschen beobachten, dass konservative Positionen in der Bevölkerung durchaus Mehrheiten finden, sich diese jedoch oft nicht eindeutig in der Regierungsbildung widerspiegeln. Daraus entsteht der Eindruck, demokratische Wahlen hätten nur begrenzten Einfluss auf die tatsächliche politische Richtung. Für Teile der Jugend untergräbt dies aber das Vertrauen in Demokratie und Mitbestimmung.

Patriarchalische Strukturen

Parallel dazu gewinnen sowohl rechte als auch linke Extrempositionen wieder an Attraktivität. Während rechte Strömungen mit Versprechen nationaler Ordnung, klarer Grenzen und kultureller Stabilität werben, setzen linke Extremgruppen auf radikale Umverteilung und staatliche Steuerung gesellschaftlicher Prozesse sowie auf „heile Welt ohne jegliche Leistung“ beziehungsweise Partizipation an der Leistung anderer. Beide Seiten eint die unrealistische Vorstellung, komplexe politische Konflikte ließen sich durch entschlossenes Durchgreifen schneller lösen als durch demokratische Aushandlung. Gerade für junge Menschen, die sich von bestehenden Strukturen nicht vertreten fühlen, erscheint diese Klarheit verlockend. Ebenso sind junge Menschen mit ausländischen Wurzeln für diese Denkmodell offen, da sie aufgrund von patriarchalischen Familienstrukturen eine Erziehung genießen, die keinerlei demokratische Grundlage besitzt. Es gibt das eine männliche Familienoberhaupt, und das „regiert“ allein. Frauen und Kinder haben dieser „väterlichen Ansage“ bedingungslos zu gehorchen. Diktatur pur!

Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss sozialer Medien. Dort dominieren oft zugespitzte Botschaften und einfache Erklärungen. Differenzierte demokratische Entscheidungsprozesse wirken im Vergleich kompliziert und schwer vermittelbar. Autoritäre Modelle erscheinen hingegen übersichtlich, effizient und scheinbar zielgerichtet.

Ein weiterer Faktor ist die Frage politischer Bildung. Lehrkräfte und Wissenschaftler weisen seit Jahren darauf hin, dass Kenntnisse über Funktion und Bedeutung demokratischer Institutionen abnehmen. Wo Verständnis für Verfahren, Gewaltenteilung und Verantwortung fehlt, wächst die Bereitschaft, politische Entscheidungsgewalt an einzelne Führungsfiguren zu delegieren. Für manche junge Menschen wirkt Demokratie dann weniger als freiheitliches Gestaltungsprojekt, sondern als mühsame Pflicht.

Verführerische Extremisten

Aber Vorsicht: Die wachsende Skepsis gegenüber demokratischen Strukturen spiegelt zugleich den Wunsch nach Sicherheit, Orientierung und Zukunftsperspektiven wider. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, erscheint die Vorstellung einer entschlossenen Führung als attraktive Alternative. Gerade deshalb dürften Projekte, die den demokratischen Gedanken fördern, nicht fahrlässig extremistischen Randgruppen oder NGOs, die wie ein Wolf im Schafspelz agieren, überlassen werden. Aber ohne glaubwürdige Antworten auf Migration, soziale Sicherheit und politische Repräsentation sowie Perspektiven in Deutschland droht die Distanz zwischen jungen Bürgern und demokratischen Institutionen weiter zu wachsen – mit Folgen, deren Tragweite heute noch kaum abzusehen ist.

Deutschlands Zukunft steht auf dem Spiel
Die Elite der jungen Menschen will nur noch weg
Weil Leistung in Deutschland nicht mehr wertgeschätzt wird, sehen viele Leistungsbereite keine Perspektive mehr

Eine Zahl lässt aufhorchen – und sie sollte Politik und Gesellschaft gleichermaßen alarmieren: Rund 41 Prozent der jungen Menschen in Deutschland denken laut aktuellen Studien darüber nach, das Land zu verlassen – oder können es sich zumindest gut vorstellen. Das ist das niederschmetternde Ergebnis der aktuellen Studie „Jugend in Deutschland“, die von der Universität Potsdam erstellt und letzte Woche vorgestellt wurde.

Es ist nicht irgendein Teil der Jugend, der hier innerlich bereits Abschied nimmt. Es sind vielfach genau jene gut Ausgebildeten, Leistungsbereiten und Zukunftsorientierten, die Verantwortung übernehmen, Unternehmen gründen, Innovationen vorantreiben und dieses Land morgen tragen könnten.

Aber: Wenn diese Generation geht, verliert Deutschland nicht nur kluge Köpfe – es verliert seine Zukunft.

Leistung muss gefördert und nicht verpönt werden

Viele junge Menschen beklagen eine zunehmende Perspektivlosigkeit. Hohe Steuerlasten, steigende Lebenshaltungskosten, überbordende Bürokratie, unsichere Energiepolitik und ein ineffizientes, marodes Bildungssystem, das international zurückfällt, erzeugen den Eindruck, dass sich Leistung immer weniger lohnt. Wer ehrgeizig ist, mobil denkt und Chancen sucht, blickt daher zunehmend ins Ausland. Dort locken bessere Karrierebedingungen, niedrigere Abgaben und ein Staat, der Leistung stärker honoriert.

Zur gleichen Zeit wächst aber die berechtigte Sorge, dass diejenigen, die bleiben, nicht immer aus Überzeugung bleiben, sondern vielmehr aus einer gewissen Abhängigkeit. Wenn ein Sozialstaat immer weiter ausgebaut wird, ohne gleichzeitig Leistung zu fördern und Eigenverantwortung einzufordern, entsteht ein gefährliches Ungleichgewicht. Ein Land aber, das seine Leistungsbereiten verliert und seine Leistungsbereitschaft schwächt, gefährdet seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität nachhaltig.

Besonders dramatisch ist dabei die stille Dynamik dieses Prozesses. Denn Auswanderung geschieht nicht laut, nicht spektakulär, sondern schleichend. Junge Fachkräfte verlassen Universitäten, Betriebe und Forschungseinrichtungen – und mit ihnen verschwinden Ideen, Tatkraft und Innovationsgeist. Zurück bleibt ein wachsender Mangel an genau jenen Kräften, die Deutschland dringend braucht, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Und zurück bleiben dann nur noch diejenigen, die auf Kosten der bisherigen Leistungsbereiten gelebt haben, die Alimentierten. Oder aber diejenigen, die auf Kosten der Leistungserbringer leben mussten, die auf Hilfe angewiesen sind und diese auch vollumfänglich verdienen, weil sie die Schwächsten der Schwachen sind und auf Solidarität anderer vertrauen. Doch all das wäre vorbei, wenn die gehen, die das Land mit ihren Beiträgen am Laufen halten.

Noch ist es nicht zu spät, diese Entwicklung zu stoppen. Doch dafür braucht es eine klare politische Wende: weniger Belastung für Leistungsträger, mehr Vertrauen in Eigenverantwortung, bessere Bildungsbedingungen und eine Politik, die Zukunft nicht verwaltet, sondern gestaltet. Denn wenn die Besten gehen, bleibt am Ende nicht nur eine Lücke – es bleibt ein Land zurück, das sich selbst seiner Chancen beraubt.

Erwiesen
Je ungebildeter, desto linker und rechter

Aktuelle Studien wie die Shell-Jugend-Studie oder die Leipziger Autoritarismus-Studie zeichnen ein beunruhigendes Bild: Immer häufiger liebäugeln Teile der jüngeren Generation mit politischen Rändern. Auffällig ist dabei eine geschlechtsspezifische Verschiebung. Während junge Frauen überdurchschnittlich oft Sympathien für linksextreme Positionen äußern, neigen junge Männer stärker zu rechten Randströmungen. Was beide Entwicklungen verbindet, ist eine wachsende Distanz zur demokratischen Mitte – und damit zur Grundlage unserer freiheitlichen Ordnung.

Besonders alarmierend ist ein markanter Befund der Studie, und der besagt: Je niedriger der Bildungsgrad, desto größer die Offenheit gegenüber autoritären Führungsmodellen. Wer politische Zusammenhänge weniger versteht, neigt eher dazu, einfache Antworten auf komplexe Probleme zu akzeptieren. Die Sehnsucht nach „starker Führung“ ersetzt dann schnell die Bereitschaft zur demokratischen Mitverantwortung. Damit gerät nicht weniger als das Fundament unserer Gesellschaft ins Wanken. Gerade deshalb wird Bildung zur entscheidenden Zukunftsfrage unseres Landes. Politische Bildung bedeutet nicht Belehrung, sondern Befähigung: die Fähigkeit, Argumente zu prüfen, Verantwortung zu übernehmen und Manipulation zu erkennen. Wo diese Kompetenzen fehlen, wächst die Anfälligkeit für falsche Versprechen.

Damit wird zugleich die wirkliche Intention deutlich, warum Linke und Grüne fordern, Jugendliche und ebenso künftig auch Migranten an Wahlen in Deutschland teilnehmen zu lassen. Diese Parteien wissen um die bei dieser potenziellen Wählergruppe noch vorhandenen Bildungsdefizite und damit um deren Präferenzen.

Deshalb: Eine Gesellschaft, die ihre Jugend nicht ausreichend bildet, überlässt ihre Zukunft den Extremen. Wer dagegen in Bildung investiert, stärkt nicht nur Wissen – sondern die Demokratie selbst.


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