Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung
Beim Ostpreußentreffen im Wolfsburger CongressPark am 6. Juni kann keiner behaupten, nicht voll auf seine Kosten gekommen zu sein. Von 10 bis 17 Uhr wurde ein solch umfangreiches Programm geboten, dass am Ende von einigen Teilnehmer zu hören war: Schade, dass es schon wieder vorbei ist.
Der sommerliche Tag begann mit der Kranzniederlegung der Landsmannschaft Ostpreußen am Mahnmal auf dem Klieversberg. Unterhalb des Berges, im CongressPark, empfing das Orchester der Stadtwerke Wolfsburg das Publikum mit schwungvoller Musik, ehe pünktlich die Festveranstaltung mit dem Glockengeläut des Königsberger Doms und dem Einmarsch der Fahnenstaffel mit den Wappen ostpreußischer Kreise und kreisfreier Städte begann. Es folgten Reden, Grußworte und die Verleihung des Kulturpreises der Landsmannschaft Ostpreußen an den Historiker Manfred Kittel.
Nach der Mittagspause, die auch viel Zeit zum Besuch der Stände im Foyer und zum Austausch mit Landsleuten bot, kam es zu dem, was die meisten für den eigentlichen Höhepunkt der Veranstaltung halten: das Kulturprogramm. Dabei wurde ostpreußische Kultur in Reinform geboten. Die Tanzgruppe Saga aus Bartenstein ist dabei ein immer wieder gern gesehener Gast bei den Ostpreußentreffen, bietet sie doch einen bunten Reigen an traditionellen Volkstänzen. Die Choreografie der bis zu zehn Minuten langen Stücke forderte den jungen Tänzern – zumeist im Teenager-Alter – einiges ab, was sie aber bravourös meisterten.
Es folgte der Chor des deutschen Vereins aus Neidenburg, der Klassiker wie „Ännchen von Tharau“ vortrug. Bereits hier sangen die ersten im Publikum textsicher mit. Eine sechsköpfige Jugendgruppe des Chors musizierte im Anschluss als Instrumentalband mit einer überaus talentierten Sängerin, die mit deutschen Pop-Hits wie „Ein bisschen Frieden“ oder „Nur ein Wort“ für Begeisterung sorgte.
Ein Höhepunkt war auch der Auftritt der jung gebliebenen Ostpreußen-Brüder Gustav Kaludrichkeit und Otto Kaluweit, die im schönsten, heute kaum noch zu hörenden Ostpreußisch Vertelleken erzählten. Ihr Programm reichte vom Trinkspruch über Witzchen und Anekdoten bis zum Gedicht, sowohl gereimt als auch ungereimt.
Der bis dahin moderierende Sänger BernStein beschloss das Kulturprogramm, in dem er selbst als Sänger ostpreußischen Liedguts auftrat. In gewohnter Weise projizierte er die Texte auf die Leinwand, sodass jeder mitsingen konnte. Beim Ostpreußische Reiterlied wäre dies nicht nötig gewesen. Das kennt jeder. Dann war es vorbei. Zum Trost für alle: In zwei Jahren sieht man sich wieder.
• Der Auftritt der Tanzgruppe Saga wurde gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien über das Kulturreferat für Ostpreußen. Der Aufritt des Chors Neidenburg wurde gefördert durch das Land Niedersachsen über die Landesaufnahmebehörde Standort Grenzdurchgangslager Friedland.