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Mit der Eröffnung eines Restaurants rettete die Kette „Manekin“ das historische Gebäude vor dem Verfall
Allenstein hat seit Anfang März eine gastronomische Attraktion, die in der Stadt bislang ihresgleichen suchte: es handelt sich um ein Pfannkuchenhaus, das in der historischen Altstadt seine Pforten öffnete. Seitdem reißen die Schlangen vor dem Eingang nicht ab, offensichtlich trifft das Lokal den Nerv der Allensteiner. Das Pfannkuchenrestaurant überzeugt nicht nur kulinarisch, sondern auch architektonisch und atmosphärisch. Das Gebäude trägt eine über hundertjährige Geschichte in seinen Mauern.
In preußischer Zeit beherbergte es das „Luisen-Theater“, später, schon im polnisch verwalteten Allenstein, das „Kino Awangarda“, über Jahrzehnte eines der kulturell bedeutsamsten Kinos der Region und in seiner besten Zeit sogar eines der ältesten noch aktiven Studiokinos der Republik Polen und Europas. Im Jahr 1974 kam ein zweites Gebäude hinzu, das mit dem ersten zum gemeinsamen Kinosaal vereint wurde. Im Jahr 2011 wurde der Pachtvertrag überraschend gekündigt, und das Kino zog aus.
Im April 2022 wurde das Gebäude für etwa 1,4 Millionen Euro zum Verkauf angeboten. Dann erteilte der Denkmalschützer der Woiwodschaft die Genehmigung für Sanierungs- und Umbauarbeiten mit dem Ziel, die Räumlichkeiten einer gastronomischen Nutzung zuzuführen. Ob das Gebäude letztlich erworben oder langfristig gepachtet wurde, ist aus öffentlich zugänglichen Quellen nicht eindeutig zu klären, denn die verfügbaren Berichte sprechen lediglich davon, dass nach dem Verkaufsangebot Bauarbeiten eingeleitet wurden, die im Zusammenhang mit der Restaurantkette Manekin stehen. Fest steht: Erst die Restaurantkette Manekin hauchte dem verfallenden Gebäude neues Leben ein.
Das Pfannkuchenhaus Mannequin (Manekin) ist eine der bekanntesten Pfannkuchenketten Polens. Gegründet wurde sie im Jahr 2000 von Radosław Kozak in Thorn, inspiriert von der großen Beliebtheit von Crêpes, die Kozak auf seinen Reisen durch Frankreich und Italien entdeckt hatte. Die Idee, Pfannkuchen in Dutzenden süßer und herzhafter Varianten, serviert in stimmungsvollen, individuell gestalteten Räumen, zu erschwinglichen Preisen anzubieten, erwies sich als ausgesprochen erfolgreich. Heute betreibt die Kette Restaurants in Bromberg, Lodz, Danzig, Gdingen, Stettin, Posen, Lublin, Oppeln und Warschau sowie nun auch in Allenstein.
Ein gutes Beispiel, das Schule macht für weitere Städte der Republik
Was die Lokale auszeichnet, ist der Anspruch, jedem Standort eine unverwechselbare, auf seinen historischen Kontext abgestimmte Inneneinrichtung zu verleihen. In Allenstein ist das besonders gelungen, was sofort auffallt. Am Eingang empfangen die Gäste Imitationen alter Kinokassen, und beim Betreten des Saals fällt der Blick auf eine große leinwandähnliche Wand, die aber in Wirklichkeit die offene Küche ist, in der die Köche sichtbar für die Gäste Pfannkuchen zubereiten. Die Illusion der Filmvorführung und die Realität des Kochens verschmelzen zu einer charmanten Inszenierung.
Auf der Außenfassade erzählt ein imposantes Wandgemälde namens „Manekino“ – eine Wortschöpfung aus Restaurantname und dem polnischen Wort „kino“ – die Geschichte des Hauses auf zwei Ebenen: unten Szenen aus dem Restaurantalltag mit Köchen, Kellnern und Gästen, oben eine visuelle Hommage an das einstige Kino Awangarda, ergänzt durch den historischen Namen und das Gründungsjahr des Lichtspielhauses.
Die Eröffnung des Pfannkuchenhauses Manekin in Allenstein steht sinnbildlich für eine Entwicklung, die in vielen polnischen Städten zu beobachten ist: Historische Gebäude, die nach dem Ende ihrer ursprünglichen Nutzung jahrelang leer standen und verfielen, werden nicht abgerissen, sondern mit Bedacht und gestalterischem Ehrgeiz für neue Zwecke erschlossen.