11.07.2026

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Hatte schon immer Sympathien für Despoten und Diktaturen übrig: Tulsi Gabbard ging selbst ihren republikanischen Parteifreunden und US-Präsident Trump zuletzt regelrecht auf die Nerven. Auch, weil sie sich für das Mullahregime im Iran stark machte
picture alliance / newscom | BONNIE CASHHatte schon immer Sympathien für Despoten und Diktaturen übrig: Tulsi Gabbard ging selbst ihren republikanischen Parteifreunden und US-Präsident Trump zuletzt regelrecht auf die Nerven. Auch, weil sie sich für das Mullahregime im Iran stark machte

US-Geheimpapier enthüllt Existenz von hunderten Forschungsstätten weltweit – Alle finanziert durch Washington – Einige werden in der Ukraine betrieben – Berlin hüllt sich in Schweigen

Geheime Bio-Labore der USA im Visier

Hier wird mit den tödlichsten Erregern der Welt hantiert, was sogar zur Pandemie geführt haben könnte

Wolfgang Kaufmann und Jens Eichler
26.06.2026

Tulsi Gabbard war seit Februar 2025 Direktor der Intelligence Community der USA und koordinierte in dieser Rolle die Tätigkeit aller 18 Geheimdienste des Landes. Am 12. Juni gab ihr Office of the Director of National Intelligence (ODNI) eine aktuell viel diskutierte Pressemitteilung heraus, in der es hieß: „Nach monatelanger Durchsicht der Bestände und Akten der Geheimdienste“ präsentiere Gabbard nun „Beweise für die langjährige Finanzierung von mehr als 120 Biolaboren in über 30 Ländern durch die US-Regierung ... Zu diesen Biolaboren gehören auch Labore in der Ukraine ... Bislang wurden dem amerikanischen Volk Beweise für die Existenz und Finanzierung dieser Labore bewusst vorenthalten ... Viele dieser von der US-Regierung finanzierten Biolabore betreiben derzeit oder haben in der Vergangenheit Forschung mit gefährlichen und hochansteckenden Krankheitserregern, in einigen Fällen einschließlich gefährlicher ‚Gain-of-Function'-Forschung, und das bei äußerst geringer Transparenz und Kontrolle ... Trotz des offensichtlichen Potenzials für katastrophale globale Auswirkungen, die mit der Forschung an gefährlichen Krankheitserregern in Biolaboren einhergehen, haben Politiker, sogenannte Gesundheitsexperten ... und Stellen innerhalb des nationalen Sicherheitsteams der Biden-Regierung das amerikanische Volk über die Existenz von durch die USA finanzierten und unterstützten Biolaboren belogen und diejenigen bedroht, die versuchten, die Wahrheit aufzudecken.“

Auch Wuhan wieder im Visier

Damit bestätigte Gabbard offiziell und unter Hinzufügung von deklassifizierten Geheimdokumenten, was bei der WHO scheinbar bekannt ist und auch schon aus einem nach dem Freedom of Information Act freigeklagten 345-seitigen Aktenkonvolut, der dem Pentagon unterstehenden Defense Threat Reduction Agency (DTRA) und den Enthüllungen des Rechercheportals ArmsWatch bekannt war.

Die bereits von der Biden-Regierung und deren Vorgängern geheim gehaltenen Biolabore liegen oder lagen nicht nur in Ex-Teilrepubliken der untergegangenen Sowjetunion wie Georgien, Armenien, Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan, Aserbaidschan und eben der Ukraine, sondern wohl auch noch in Staaten wie dem Senegal, Guinea, Sierra Leone, Liberia, der Elfenbeinküste, Nigeria, Kamerun, Uganda, Äthiopien, Kenia, Tansania und ebenso Südafrika sowie in Jordanien, dem Irak, Afghanistan, Pakistan, Indien, Laos, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Myanmar, Malaysia, Singapur, den Philippinen, Australien, Brasilien, Peru, Kolumbien und Mexiko. Hinzu kommen weitere Labore von ausländischen Institutionen, die mit US-Forschern kooperieren oder in der Vergangenheit zusammenarbeiteten.

Allen voran das chinesische Wuhan Institute of Virology (WIV), das bekanntlich ohnehin im dringenden Verdacht steht, Ausgangspunkt der Corona-Pandemie gewesen zu sein, weil man in den hauseigenen Laboren – so wie es bei der hochproblematischen Gain-of-Function-Forschung üblich ist – aus natürlich vorkommenden, harmlosen Viren für den Menschen gefährliche Erreger gezüchtet hatte und aus dem durch wahrscheinliche Nachlässigkeit das Virus entkommen und sich dann weltweit ausbreiten konnte.

Zwölf der von den USA finanzierten Labore im Ausland wurden seit 2005 in der Ukraine eingerichtet, wobei das Pentagon angeblich rund 200 Millionen Dollar bereitstellte, die zumeist an ausführende US-Firmen wie Black & Veach, CH₂M Hill und Metabiota gingen. Letztgenannte war auch in Wuhan aktiv.

Zwei ukrainische Biolabore befinden sich laut den von Gabbard vorgelegten Dokumenten, die allerdings mit der nötigen Zurückhaltung behandelt werden sollten, im Nationalen Pestforschungsinstitut Odessa sowie im Institut für Experimentelle und Klinische Veterinärmedizin in Charkiw, wo auch biologische Kampfstoffe aus sowjetischen Biowaffenprogrammen lagern. Diese sollen zwar angeblich 1991 beendet worden sein, allerdings fehlt dazu bis heute jeglicher Beweis. Dazu gehören vermeintlich Erreger, die vielfach tödliche Krankheiten wie Milzbrand, Tularämie, Tuberkulose, MERS, SARS, das Marburg-, Ebola- und Lassa-Fieber sowie die Pest verursachen. Laut ukrainischen Angaben dienen diese eingerichteten Labore jedoch ausschließlich der medizinischen Diagnostik, dem Seuchenschutz und der zivilen gesundheitswissenschaftlichen Forschung. Entsprechende vorgelegte Forschungsdokumente belegen diese Aussagen zugleich. Allerdings hat die detaillierte Aufarbeitung gerade erst begonnen, und man darf gespannt sein, was sich als Ergebnis herauskristallisieren wird.

Die Pressemitteilung besitzt auch deshalb Brisanz, weil Gabbard am 30. Juni aus ihrem Amt ausscheidet. Sie hatte im Mai ihren Rücktritt verkündet und diesen mit der schweren Krebserkrankung ihres Ehemanns begründet. Insider aber wissen: Sie hat sich mit US-Präsident Trump komplett überworfen und wollte möglichen Verbal-Attacken zuvorkommen. Allein deshalb ist diese Pressemitteilung mit Vorsicht zu genießen. Denn viele wissen auch, dass Gabbard damit beim Präsidenten noch einmal „Schönwetter“ machen wollte, um möglichen Auswirkungen seiner „mangelhaften Sozialkompetenz“ nachträglich zu entgehen.

Auffallend aber ist ebenso, dass auf einer Bundespressekonferenz zu diesem Thema seitens der Regierungssprecher überaus einsilbig und sehr schmallippig geantwortet wurde, was bedenklich ist.

FALSCHER BEIFALL
Eigentlich viel Rauch um nichts

Die Reaktionen auf die angeblichen Enthüllungen von Tulsi Gabbard über die von den USA unterhaltenen Biolabore im Ausland fielen unterschiedlich aus. Die Regierung in Kiew ließ verlauten: „Seit vielen Jahren zielt die Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und den Vereinigten Staaten im Bereich der biologischen Sicherheit ausschließlich darauf ab, die Kapazitäten des öffentlichen Gesundheitswesens, der epidemiologischen Überwachung und der Labordiagnostik sowie auf dem Gebiet des Schutzes vor biologischen Gefahren zu stärken. Dabei handelt es sich um ganz normale zivile Aktivitäten, die den internationalen Standards und Praktiken im Bereich der öffentlichen Gesundheit entsprechen und in keinerlei Zusammenhang mit militärischen Zielen stehen.“
Dagegen jubelte Kirill Dmitriev, Putins rechte Hand für Investitionen und wirtschaftliche Kooperation mit dem Ausland, natürlich: „Russland hat die Wahrheit über die Biolabore gesagt, während der Deep State und die etablierten Medien diese geleugnet haben.“ Und Russlands regimetreue Nachrichtenagentur Tass meldete: „Es hat sich herausgestellt, dass es in der Ukraine tatsächlich von den USA finanzierte Einrichtungen gab, in denen mit gefährlichen Krankheitserregern gearbeitet wurde – worüber in Russland schon lange gesprochen wurde.“

All das führte dazu, dass Gabbard in den USA heftig ins Kreuzfeuer geriet. Ebenso Anhänger der Republikaner wie der Demokraten unterstellten ihr, an einer „russischen Einflussoperation“ mitzuwirken und Verschwörungstheorien zu verbreiten. US-Gesundheitsminister Robert Kennedy, der ohnehin als extremer Verschwörungstheoretiker gilt, sagte: „Vielen Dank ..., dass Sie die von den USA finanzierten Biolabore auf der ganzen Welt aufgedeckt haben ...“ Ein Statement, dass schon deshalb wenig Bedeutung hat, weil in den USA selbst bekanntermaßen jede Menge Labore mit gefährlichen Erregern und Viren arbeiten und forschen. Auch um Menschenleben zu schützen. Anders, als dies in Schurkenstaaten der Fall sein dürfte.

DIE PERSONALIE TULSI GABBARD
Die falsche Frau am falschen Platz

Von der eigentlichen Aufgabe fachlich komplett überfordert, verbreitete sie lieber unhaltbare Narrative der eigentlichen US-Feinde

Als US-Präsident Trump im Februar 2025 ausgerechnet Tulsi Gabbard zur Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste machte, war die Verwunderung groß. Es gab erhebliche Zweifel, ob die frühere demokratische Kongressabgeordnete die Richtige für diesen Posten sein könne, der höchste Professionalität, Vertrauen der Verbündeten und ein Höchstmaß an politischer Zurückhaltung verlangt. Die vergangenen Monate haben diese Zweifel eher bestätigt als widerlegt.

Gabbard war bereits vor ihrer Ernennung eine umstrittene Figur. Immer wieder sorgten ihre Äußerungen zu Russland, Syrien oder dem Ukrainekrieg für Kritik. Allen voran bei den Republikanern. Man warf ihr vor, unhaltbare Positionen zu vertreten, die teilweise den Märchen autoritärer Staaten entgegenkämen. Im Senat wurde deshalb die Frage gestellt, ob Partnerdienste in Europa und Asien ihr wirklich vertrauen würden.

Hinzu kam, dass Gabbard zwar über militärische Erfahrung verfügte, jedoch nie für einen Nachrichtendienst gearbeitet, geschweige denn einen geleitet hatte. Die Koordination von 18 verschiedenen Diensten, darunter CIA, NSA und DIA, verlangt enorme Verwaltungserfahrung und tiefes Verständnis der komplexen Sicherheitsarchitektur der USA. Schon ihre Ernennung wurde deshalb als politischer Freundschaftsdienst von Trump verstanden und weniger als Entscheidung nach fachlichen Kriterien.
Während ihrer Amtszeit häuften sich die Kontroversen. Sie geriet in Konflikte mit anderen Behörden, insbesondere mit der CIA. 

Mehrfach wurde ihr vorgeworfen, die Arbeit der Nachrichtendienste zu stark zu politisieren. Die Entlassung hochrangiger Beamter und Streitigkeiten um Geheimdienstberichte führten zu zusätzlichen Spannungen. Auch innerhalb der Regierung soll ihre Stellung zunehmend geschwächt worden sein. Berichten zufolge wurde sie bei wichtigen Fragen, etwa hinsichtlich des Iran, immer stärker an den Rand gedrängt. Vor allem von Trump selbst, der ihr immer weniger vertraut haben soll.

Die Personalie Tulsi Gabbard zeigt damit ein grundsätzliches Problem vieler Regierungen: Politische Loyalität und öffentliche Bekanntheit ersetzen nicht automatisch die fachliche Eignung. Die Leitung der amerikanischen Nachrichtendienste ist kein Posten für Außenseiter oder Quereinsteiger mit starken ideologischen Profilen, sondern verlangt nüchterne Professionalität, internationale Glaubwürdigkeit und die Fähigkeit, unterschiedliche Dienste zusammenzuführen. Tulsi Gabbard war zweifellos eine Persönlichkeit mit militärischer Erfahrung und eigenständigen Positionen. Doch gerade ihre polarisierende Art und ihre zahlreichen Kontroversen machten sie für eines der sensibelsten Ämter der Vereinigten Staaten zu einer denkbar schwierigen Besetzung.

Rückblickend erscheint deshalb das Urteil vieler Kritiker von Anfang an nicht als ungerecht, sondern als bemerkenswert vorausschauend. Insofern ist auch ihre genannte Presseerklärung mit großer Vorsicht und Zurückhaltung zu genießen, zumal wichtige, aussagekräftige Stellen in den Dokumenten wieder einmal geschwärzt sein sollen. Wenngleich es schon genügt, wenn nur wenige Prozente der Erklärung zutreffen. Jens Eichler


 


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Kommentare

sitra achra am 06.07.26, 15:18 Uhr

Der nächste Weltkrieg wird auf diese Weise die halbe Menschheit ausrotten, die Amerikaner hoffentlich an erster Stelle.

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