31.07.2026

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Nach erfolgten Verschönerungsarbeiten: Die Ruine der Kirche Schönwalde
Bild: Screenshot Ruin KeeepersNach erfolgten Verschönerungsarbeiten: Die Ruine der Kirche Schönwalde

Kirchenrettung im nördlichen Ostpreußen

Gepflegte Blumenbeete anstelle von Unkraut und Gestrüpp

Die Freiwilligentruppe „Ruinenwächter“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte deutsche Kirchen vor dem Verfall zu bewahren

Manuela Rosenthal-Kappi
31.07.2026

Seit Jahren treffen sie sich in ihrer Freizeit, bewaffnet mit Schaufeln, Grabgabeln, Scheren und sonstigem Gartengerät, um die zugewucherten Kirchenruinen im nördlichen Ostpreußen wieder zugänglich zu machen. In weiteren Schritten sorgen sie für die Sicherung der noch vorhandenen Bausubstanz.

Nachdem 2010 die meisten Kirchenruinen aus der Vorkriegszeit der russisch-orthodoxen Kirche übergeben worden waren und sich herauskristallisierte, dass diese kaum Anstrengungen zu deren Erhalt unternehmen würde, gründete Wassilij Plitin die Gruppe „Ruinenwächter“. Die Idee, durch den Erhalt der Gotteshäuser Orte der Geschichte zu schaffen, zu denen die Menschen der Region wie auch Touristen gerne hingehen würden, war geboren. Die Gruppe entwickelte das Konzept „Ästhetik der Ruinen“, das inzwischen auch die staatliche und gesellschaftliche Anerkennung erhalten hat, die ihm gebührt.

Regelmäßig berichten die Ruinenwächter über ihre Verschönerungsaktionen, geben Termine für geplante Aktionen bekannt und werben dafür, sich selbst daran zu beteiligen. Eines der jüngsten Beispiele für eine gelungene Verwandlung ist das der evangelischen Kirche Schönwalde (Jaroslawskoje) im Kreis Samland.

Seit Beginn der Sanierung des Denkmals im Rahmen des Konzepts „Ästhetik der Ruinen“ hat sich die Ruine grundlegend verwandelt. Innerhalb von drei Jahren wurde die Schönwalder Kirche von einer der trostlosesten Ruinen der Region in einen wunderschönen Park umgestaltet. Wo früher undurchdringliches, verwildertes Dickicht wucherte, befindet sich jetzt ein ebenes Rasenfeld. Früher war das Dach des Turms einsturzgefährdet und es gab lediglich eine öffentliche Toilette im Glockenturm. Heute gibt es einen freigelegten Boden im Turm der Kirche, das Dach ist neu eingedeckt.

War das Kirchenschiff einst ein Tummelplatz für gefährlichen Bärenklau, Müll und Brennnesseln, so befindet sich dort jetzt ein schön angelegter Hortensiengarten. Das Konzept der Ruinenästhetik hat sich bewährt: vor allem, da Freiwillige, Aktivisten, Kirche, Staat und Wirtschaft ihre Kräfte gebündelt haben und ein tatkräftiger Kurator zur Verfügung stand.

Jedoch reicht es nicht aus, das Konzept „Ästhetik der Ruinen“ ins Leben zu rufen und umzusetzen – die auf diese Weise geschaffenen Sehenswürdigkeiten müssen auch gepflegt werden. Für die Pflege veranstalten die Ruinenwächter sogenannte Freiwilligentage, zu denen alle Bürger eingeladen sind. Ein lobenswertes Konzept, das auch andernorts Schule machen könnte.


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