20.03.2026

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Bei der Eröffnung (v.l.): Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert, Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer, Niedersachsens Landtagspräsidentin Hanna Naber, der Vorsitzende der Ostpreußischen Kulturstiftung Ulrich Mädge und Kurator Dr. Tim Kunze
Ostpreußisches Landesmuseum/Teresa Halbreiter; tewsBei der Eröffnung (v.l.): Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert, Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer, Niedersachsens Landtagspräsidentin Hanna Naber, der Vorsitzende der Ostpreußischen Kulturstiftung Ulrich Mädge und Kurator Dr. Tim Kunze

Ein Festakt für Kant

„Kantiges“ Wohlfühlbad für den Minister

Harald Tews
20.03.2026

So voll dürfte die katholische Pfarrkirche St. Marien in Lüneburg schon lange nicht mehr gewesen sein: Zum Festakt zur Eröffnung des neuen Kant-Museums war sie mit über 400 Gästen bis zum letzten Platz gefüllt. Kant sei Dank war auch viel bundespolitische Prominenz vertreten. Aus Berlin reisten Kulturstaatsminister Wolfram Weimer an sowie der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Christoph de Vries. Aus Hannover kamen die Landtagspräsidentin Hanna Naber und der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs. Die Konsulate der baltischen Staaten entsandten ihre Vertreter, und Lüneburgs grüne Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch sprach ein Grußwort und ernannte Lüneburg zur „Kant-Stadt“.

Weimer muss der Festakt wie ein Wohlfühlbad vorgekommen sein. Nachdem er wegen umstrittener Entscheidungen zur Berlinale und der Absage der Verleihung des Buchhandlungspreises von Teilen der Medien unter Beschuss geraten war (die PAZ berichtete), ging bei Kant sein Herz auf. „Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung brauchen wir mehr Kant: mehr kritisches Denken, mehr Wissen, mehr Bildung – und auch mehr Mut zum verantwortlichen Handeln“, sagte er und warnte vor einer Gegenaufklärung, die sich auch in Deutschland ausbreite und Kants Ideen widerspreche.

Mit 5,6 Millionen Euro war der Bund am Bau des Museums beteiligt, vom Land Niedersachsen kamen weitere 2,4 Millionen Euro. Museumsdirektor Joachim Mähnert hob hervor, dass man im Kostenrahmen geblieben sei, was heutzutage nicht selbstverständlich sei. Den Zeitrahmen hat allerdings die Corona-Pandemie gesprengt, denn ursprünglich war geplant, das Museum bereits 2024 zum 300. Jahrestag von Kants Geburt zu eröffnen.

Im Anschluss an den Festakt, bei dem Mitglieder der Akademie Junges Musiktheater am Theater Lüneburg Lieder des Königsberger Komponisten Johann Friedrich Reichardt (1752–1814) vortrugen, zog die Menge prozessionsähnlich zum Kant-Museum. Neben dem Stiftungsratsvorsitzenden der Ostpreußischen Kulturstiftung und früheren Lüneburger OB Ulrich Mädge waren auch Stephan Grigat als Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen sowie Barbara Loeffke dabei. Ihr verstorbener Ehemann Hans-Ludwig Loeffke gründete 1958 das Ostpreußische Jagdmuseum, aus dem das Ostpreußische Landesmuseum hervorgegangen ist. Dass es nun auch Kant eine Heimat bietet, hätte ihn sicher mit Stolz erfüllt.


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