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Warnung vor Milliardären

Wolfgang Kaufmann
02.05.2026

Douglas Rushkoff ist Professor für Medientheorie und digitale Wirtschaft an der City University New York. Er gilt als einflussreicher Vordenker digitaler Entwicklungen und prägte mehrere wichtige Begriffe in diesem Bereich, die mittlerweile Allgemeingut sind.

Heute zählt Rushkoff allerdings zu den schärfsten Kritikern von Zukunftstechnologien, hinter denen die Technologie-Milliardäre stehen. Das resultiert nicht zuletzt aus einem privaten Treffen mit fünf solcher Personen, die den Wissenschaftler darüber ausfragten, wie sie am besten überleben könnten, wenn es zum Umweltkollaps, Bürger- oder Atomkriegen, tödlichen Pandemien sowie Angriffen einer Künstlichen Intelligenz käme. Die Wiedergabe dieser Gespräche steht auch am Anfang von Rushkoffs neuester Publikation „Survival of the Richest.

Warum wir vor den Tech-Milliardären nicht einmal auf dem Mars sicher sind“, der Haupttitel heißt wörtlich übersetzt „Das Überleben der Reichsten“, was eine Anspielung auf Charles Darwins „Das Überleben des Stärkeren“ darstellt.
In seinem Buch enthüllt Rushkoff nicht nur, dass sich die Milliardäre den Kopf über Luxusbunker, Privatarmeen oder eine Flucht ins Weltall zerbrechen. Vielmehr zeigt er auch sehr deutlich, wie die Superreichen nach der politischen Macht greifen und einen radikalen Umbau der Gesellschaft anstreben.

Sie denken sogar über die Flucht ins Weltall nach

Dabei ist den Milliardären das Wohl und Wehe der Normalbürger nach Rushkoffs Beobachtungen herzlich gleichgültig: Sicher geborgen in ihrer technologischen Blase seien sie bereit, den Glauben an Wissenschaft und Technik über jede Moral zu stellen. Und das habe schwerwiegende Folgen.

Denn alle Versuche, die Welt durch eine Entfesselung digitaler oder anderer Zukunftstechnologien zu „retten“, würden nur dazu beitragen, sie noch schlimmer zu machen. So habe die Menschheit den Tech-Milliardären unter anderem schon einen neuartigen Überwachungskapitalismus zu „verdanken“, der keine echten Produkte erschaffe, sondern vom Datenhandel lebe.

Die Digitalisierung unseres Lebens sorge zugleich für immer mehr Freiheitseinschränkungen. Technologien, die entwickelt worden seien, um Menschen zu beherrschen, könnten auch schnell chaotische Energien freisetzen.

In diesem Zusammenhang verweist Rushkoff auf die seiner Meinung nach berechtigte Angst von Milliardären wie Elon Musk vor der Künstlichen Intelligenz, die zur Entwicklung von Exit-Strategien wie Siedlungen auf dem Mars führe. In denen würde der technolibertäre Unfug dann munter weitergehen.


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