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Hierbei ist Deutschland noch globaler Marktführer: Deutsche U-Boote mit technischer Spitzenqualität
Die deutsche Wirtschaft schwächelt – mit einigen wenigen Ausnahmen, zu denen auch die Rüstungsbranche gehört. Aktuell ist die Rheinmetall AG der größte und umsatzstärkste Hersteller von Kriegsgerät. Dahingegen steht die TKMS AG, vormals ThyssenKrupp Marine Systems GmbH, momentan noch auf Platz sechs. Allerdings deuten ihre Geschäftszahlen auf Größeres hin: Der Umsatz stieg 2025 um 9,3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, während sich der Nettogewinn auf 108 Millionen gegenüber 88 Millionen im Jahr 2024 belief. Darüber hinaus lagen im März 2026 bereits Aufträge im Umfang von 20,6 Milliarden Euro vor. Doch jetzt winken dem Konzern, der Kriegsschiffe aller Art produziert, noch deutlich größere Gewinne. Und das resultiert aus der wachsenden Nachfrage nach modernen konventionellen U-Booten, über die man sich in der Kieler Konzernzentrale freut.
Auf dem Gebiet der Fertigung nicht nuklear angetriebener U-Boote ist TKMS der unangefochtene globale Marktführer. Beispielsweise hat das Unternehmen alle Boote der Klasse 212 A für das U-Boot-Geschwader der Deutschen Marine in Eckernförde gebaut. Zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung waren dies die weltweit ersten Einheiten mit einem außenluftunabhängigen Antrieb auf Brennstoffzellenbasis. Dessen Leistungsfähigkeit demonstrierte das U-32, als es bei der Überfahrt nach Florida 18 Tage unter Wasser blieb und damit einen neuen Rekord für U-Boote ohne Atomreaktor aufstellte.
Die Weiterentwicklung der Klasse 212 A nennt sich Klasse 212 CD, wobei die Abkürzung für Common Design (gemeinsamer Entwurf) steht. Denn die neuen Boote werden im Rahmen eines Kooperationsvorhabens mit dem führenden norwegischen Rüstungsunternehmen Kongsberg Gruppen ASA gebaut. Sie sollen deutlich größer und schwerer sowie technisch noch ausgereifter als ihre Vorgängermodelle sein. So ist nun eine fortschrittliche Lithium-Ionen-Fahrbatterie mit höherer Kapazität und der Einbau des Flugkörpersystems IDAS geplant. Mit dem letzteren würden die U-Boote erstmals über die Möglichkeit verfügen, im abgetauchten Zustand U-Jagdhubschrauber abzuschießen oder auch Ziele an Land anzugreifen.
Die Deutsche Marine und die Kongelige Norske Marine wollen jeweils sechs Boote der Klasse 212 CD in Dienst stellen, wobei die Auslieferung der ersten norwegischen Einheit „Æger“ für 2029 geplant ist, während ihr deutsches Pendant 2031 einsatzbereit sein könnte. Die Kosten dieses Vorhabens sind beträchtlich: Allein für die ersten vier deutschen 212-CD-Boote erhält TKMS 4,7 Milliarden Euro. Aus der Sicht des Bundesverteidigungsministeriums ist die Anschaffung jedoch alternativlos, wenn Deutschland seine NATO-Verpflichtungen erfüllen will.
Die Tochterwerft in Wismar verleiht unternehmerische Zuversicht
Nach der Bestellung der zwölf Boote durch Deutschland und Norwegen ergatterte TKMS noch einen weiteren Auftrag, der zudem als der bislang größte in der gesamten Unternehmensgeschichte gilt: Am 6. Juli entschied sich Kanada dafür, ebenfalls zwölf Boote der Klasse 212 CD bei TKMS zu ordern, womit ein längerer Bieterwettstreit mit dem südkoreanischen Anbieter Hanwha Ocean endete. Dieser war ein ernsthafter Konkurrent, weil seine neuen brennstoffzellengetriebenen U-Boote der KSS-III-Klasse dem Modell 212 CD in etlichen Punkten ebenbürtig sind. Am Ende gab dann aber die Interoperabilität den Ausschlag. Kanada, das über die längste Küstenlinie der Welt verfügt und sich in der Arktis von Russland und China in die Zange genommen fühlt, will eine U-Bootflotte, die mit der seiner NATO-Partner Deutschland und Norwegen in jeder Hinsicht kompatibel ist: In Zukunft sollen 24 baugleiche Boote im Nordatlantik und dessen Randmeeren patrouillieren. Damit, so der kanadische Premierminister Mark Carney, könne die NATO-Nordwestflanke am effektivsten gesichert werden.
TKMS will mit dem Verkauf der Boote an Kanada und deren aufwendiger Langzeitwartung und stufenweisen Modernisierung sagenhafte 100 Milliarden Euro erlösen. Dabei bezweifeln manche Experten allerdings, dass es dem Unternehmen in einem vertretbaren Zeitrahmen gelingen wird, parallel zu den zwölf bestellten 212-CD-Klasse-Booten für die Bundesrepublik und Norwegen noch einmal so viele Einheiten an Kanada auszuliefern. Man darf gespannt sein. Denn TKMS fühlt sich der Herausforderung hingegen gewachsen, was unter anderem aus dem Aufbau einer Tochterwerft in Wismar resultiert.
Deshalb verhandelt der Konzern aktuell auch noch mit dem indischen Staatsbetrieb Mazagon Dock Shipbuilders Limited und der Beschaffungsbehörde der indischen Streitkräfte über den gemeinsamen Bau weiterer sechs U-Boote mit Brennstoffzellenantrieb im Rahmen des Modernisierungsprojektes P75(I) zur Ablösung der Kalvari-Klasse. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius zeigte sich gerade sehr optimistisch, dass dieser Sieben-Milliarden-Euro-Deal ebenfalls bald zustande kommt.
Abgetauchte Qualität auf Top-Niveau
Drei Wochen unter Wasser – Made in Germany macht's möglich
Die aktuellen U-Boot-Klassen deutscher Werften sind Tauchriesen, extrem leise, schnell und haben höchste Feuerkraft
Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren die deutschen U-Boot-Typen XXI und XXIII die mit Abstand modernsten ihrer Zeit. Und auch später verkörperten die U-Boote aus den bundesdeutschen Werften absolutes Weltniveau, weswegen sie auch vielfach in den Export gingen (siehe rechts). Ihre Beliebtheit resultierte nicht zuletzt aus den hervorragenden technischen Daten und der hohen Kosteneffizienz. Die heute im Dienst befindlichen Boote der Klasse 212 A und die Einheiten der geplanten Version 212 CD sind nun zwar deutlich teurer, aber zugleich noch sehr viel leistungsfähiger.
Zum einen erlaubt der außenluftunabhängige Antrieb auf Brennstoffzellenbasis beeindruckende Tauchzeiten von fast drei Wochen. So lange liefern die mit Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff gespeisten neun Polymer-Elektrolyt-Membran-Brennstoffzellenmodule Strom für die Unterwasserfahrt. Zum anderen ist diese Form des Antriebs die leiseste überhaupt, wenn es um U-Boote geht. Selbst die mit Interkontinentalraketen bestückten Atom-U-Boote, die in den Tiefen der Weltmeere humherschleichen, produzieren deutlich mehr Lärm.
Darüber hinaus sind die Boote der Klassen 212 A und 212 CD nicht nur wegen ihres hervorragenden Akustikmanagements schwer unter Wasser aufzuspüren. Denn sie verfügen auch über einen Kunststoffüberzug, der quasi als „Tarnkappe“ fungiert, weil er die Signale der Ortungsgeräte des Gegners schluckt. Bei der Klasse 212 CD kommt noch der diamantförmige Rumpfquerschnitt hinzu, welcher das Sonarecho um weitere 60 Prozent reduziert. Ein zusätzliches Plus ist die Außenhülle aus nichtmagnetischem Stahl, der Schutz vor Magnetminen und den Magnetanomalie-Detektoren der U-Boot-Jäger bietet.
Der hochwertige Druckkörper erlaubt Tauchtiefen von bis zu 400 Metern, wobei die Zerstörungstauchtiefe sogar bei 700 Metern liegen soll. Gleichzeitig können die Boote wegen ihre geringen Größe aber auch in extrem flachem Wasser operieren, was beim küstennahen Einsatz wichtig ist. So müssen die U-Boote während ihrer Operationen in den stark befahrenen Gewässern zwischen Deutschland und Dänemark bereits bei Wassertiefen von um die 17 Meter sicher tauchen können.
Äußerst hilfreich sind darüber hinaus die innovativen Optronik-Mastsysteme, welche das herkömmliche Periskop ersetzen und sowohl visuell als auch per Radar kaum zu erfassen sind. Sie ermöglichen alle Arten von Tag- und Nachtangriffen bei minimalem Risiko für das Boot. Darüber hinaus gibt es sicher etliche weitere technische Highlights, welche aber momentan noch unter die militärische Geheimhaltung fallen.
Beliebte Export-Hits
Deutsche U-Boote sind weltweit gefragt
U-Boote sind die am meisten verkauften Kriegsschiffe aus bundesdeutscher Produktion: Bislang wurden 136 Stück an 20 Staaten auf vier Kontinenten geliefert. Damit verfügt nun fast jedes zweite Land rund um den Globus, dessen Marinestreitkräfte U-Boote im Bestand haben, über konventionell angetriebene Unterwassereinheiten von hiesigen Herstellern wie TKMS.
Den Anfang machten dabei Norwegen und Dänemark, die 1962 sowie 1965 bereits 17 Boote der Klassen 205 und 207 bestellten. Ein noch größerer Verkaufsschlager wurde das ausschließlich für den Export bestimmte diesel-elektrische U-Boot der Klasse 209 – es avancierte bis 2021 zum weltweit meistgebauten U-Boot-Modell nach dem Zweiten Weltkrieg. Alles in allem gingen 66 Stück nach Griechenland, Portugal, Argentinien, Peru, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Chile, Brasilien, Ägypten, Südafrika, Südkorea, Indonesien, Indien und in die Türkei, die alleine schon 14 Boote erwarb.
Großer Beliebtheit erfreuen sich heute zudem auch die Nachfolgeklassen 212 A, 214, 218 und Dolphin. Inzwischen wurden immerhin 18 Einheiten der Klassen 212 A und 214 an Italien, Griechenland, Südkorea und Portugal verkauft. Dazu kamen vier weitere für Singapur bestimmte Boote der Klasse 218. Israel wiederum erhielt insgesamt sechs Boote der Klassen Dolphin-I und Dolphin-II, die den Modellen der Klassen 209 und 212 A ziemlich ähneln, aber aller Wahrscheinlichkeit nach auch mit atomaren Marschflugkörpern bestückt werden können. Damit zählen sie faktisch zu den gefährlichsten Offensivwaffen des jüdischen Staates im Nahen Osten überhaupt.
Und auch sonst trägt der Export deutscher U-Boote nicht gerade zur internationalen Konfliktprävention bei. Man denke hier nur an die parallelen Verkäufe an die beiden verfeindeten NATO-Mitglieder Griechenland und Türkei, die ihre Rivalität auch und gerade auf See ausleben und derzeit wieder einmal am Rande eines heißen Krieges im östlichen Mittelmeer stehen (PAZ 30/26).
Peter Wendt am 03.08.26, 10:39 Uhr
Deutsche Hightech im U- Bootsbau.
Wirtschaftsminister der woken Grünen war einst ein gewisser Herr Habeck, der weniger durch Fachkenntnisse, denn durch ungewöhnliche Aktionen glänzte. So wollte er einmal eine chinesische Militärdelegation durch die Kieler Werft führen und konnte nur in letzter Minute gestoppt werden.
Das Problem in Deutschland: Habeck ist kein Einzelfall.