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Die „FAZ“-Redakteure Reinhard Bingener und Markus Wehner listen Fälle von Attacken auf, die vorwiegend Moskau zugeschrieben werden
Am 1. August 2024 ist der Tiergartenmörder Wadim Krassikow zurück in Moskau. Präsident Putin begrüßt ihn am Flughafen mit einem Blumenstrauß und dem Ruf „Klasse“. Ende 2006 stirbt in London der ehemalige russische Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko nach einem Giftattentat. Im Frühjahr 2015 wird der Bundestag durch einen russischen Cyber-Angriff teilweise lahmgelegt. Die Meldungen über beschädigte Daten- und Stromkabel und Erdgasleitungen in Nord- und Ostsee nehmen kein Ende.
Es sind haarsträubende Fälle, welche die beiden „FAZ“-Redakteure in ihrem Buch „Der stille Krieg“ auflisten. Ihre These: Russland und China führen längst einen stillen Krieg gegen den Westen. Die Autoren nennen drei Bereiche, in denen die westlichen Demokratien attackiert werden: durch gezielte Desinformationen und Verleumdungen, durch Spionage und durch Sabotage.
Das geschieht mit unterschiedlichen Mitteln, die in Moskau von drei Geheimdiensten vorgenommen werden. Für drastischste Fälle gibt Putin persönlich sein Placet. Morde an Dissidenten und Gegnern sind die spektakulärsten Aktionen, was russischen Diensten ausdrücklich gestattet ist. Sabotageakte äußern sich in Anschlägen auf Unterwasserverbindungen, in Brandanschlägen und Attentaten mittels versteckten Sprengstoffs. Die in jüngster Zeit rasant zugenommenen Hacker-Angriffe auf lebenswichtige Infrastruktur in Wirtschaft und Gesellschaft verursachen nicht nur einem enormen wirtschaftlichen, sondern auch politischen Schaden. Die in hoher Intensität laufenden Desinformationskampagnen über soziale Medien führen zu Vertrauensverlust in die Regierenden und zur Verrohung des öffentlichen Klimas.
Eine perfide Waffe ist die „instrumentalisierte Migration“. Der weißrussische Präsident Lukaschenko hatte das gezeigt, als er Tausende Flüchtlinge auf die polnische Grenze hetzte, um Westeuropa zu destabilisieren. Dass es immer wieder gelingt, unter westlichen Politikern Sympathisanten zu finden, wird von den Autoren gerade mit Blick auf die SPD fast schon diffamierend kritisiert. Vielleicht am schlimmsten: Die westlichen Staaten sind auf diese kaltblütig und gut geplanten Attacken nur unzureichend vorbereitet.
Man könnte das Buch wie einen spannenden Krimi lesen, würde es nicht eine so beängstigende Realität wiedergeben. Es ist ein Weckruf sowohl an Regierung und Bevölkerung, sich der wachsenden Bedrohung bewusst zu werden.
sitra achra am 06.07.26, 15:15 Uhr
Sollen die Russen etwa auch die andere Wange hinhalten, wenn sie von uns in die Enge getrieben und geprügelt werden? Wir sollten diese deutschen Kriegshetzer (die Namen sind Legion) an die Russen zur weiteren Behandlung überstellen, damit ein Krieg abgewendet werden kann. Dieses "Opfer" dürfen wir getrost in Kauf nehmen. Panzer-Toni kann sich ja vorab ins Kloster begeben und Buße tun, um seine Haut zu retten.
Jan Kerzel am 29.06.26, 12:41 Uhr
Buch und Buchbesprechung sprechen für sich. Da ist kein Kommentar nötig. Die Landsmannschaft Ostpreußen wurde vom russ. Justizminister als unerwünschte Organisation eingestuft. Jede Zusammenarbeit mit ihr ist quasi verboten und kann strafrechtlich belangt werden. Mir ist nicht klar, wie man seitens der Landsmannschaft Ostpreußen je wieder einen Fuß in die Tür nach Kaliningrad/Königsberg bekommen will. Die Sache ist erledigt. Alle Bemühungen hierzu waren umsonst, schade. Wer komplett unnötigerweise extrem antirussische Narrative vertritt, hat in Russland nun mal nichts zu suchen. Statt sich gepflegt herauszuhalten, denn die Zeiten werden sich auch wieder ändern, glaubt man , man ist gut dabei, wenn man auf das organisierte Kriegsgerassel einsteigt. Im rechten CDU-Spektrum nimmt man es wahrscheinlich wohlwollend zu Kenntnis. Aber wo bleiben die eigentlichen und eigenen Zielsetzungen? Isch over.