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Am „Tag der Arbeit“ fand in beiden Städten zeitgleich ein Musikwettbewerb um Jimi Hendrix’ Song „Hey Joe“ statt
Am 1. Mai wurde der Fischmarkt in Allenstein zu einer Freiluftbühne für ein außergewöhnliches musikalisches Experiment. Hunderte Gitarristen, Amateure wie Profis, trafen sich im Herzen der Stadt, um gemeinsam eines der berühmtesten Lieder der Rockgeschichte zu spielen und Teil eines weltweiten Rekordversuchs zu werden. Im Mittelpunkt stand der Klassiker „Hey Joe“, untrennbar verbunden mit der Rock-Legende Jimi Hendrix.
Genau dieses Stück erklingt traditionell auch in Breslau, wo jedes Jahr der Versuch unternommen wird, den Weltrekord für das größte Gitarrenensemble zu brechen. 2026 wurde dieser Versuch erstmals erweitert, Allenstein schloss sich der Aktion an und verband sich symbolisch und organisatorisch mit Breslau.
Auf dem Fischmarkt herrschte eine festivalartige Atmosphäre. Zwischen Kabeln, Verstärkern und gespannter Vorfreude mischten sich Anfänger mit erfahrenen Musikern. Einer der besonderen Gäste war Robert Szewczyk, der sich vor Ort selbst an die Gitarre wagte. Seine Teilnahme unterstrich den offenen, integrativen Charakter der Veranstaltung, bei der nicht Perfektion, sondern gemeinsames Musizieren im Vordergrund stand.
Die Verbindung zu Breslau war mehr als nur symbolisch. Beide Städte spielten zeitgleich und verfolgten ein gemeinsames Ziel, nämlich die Zahl der gleichzeitig spielenden Gitarristen zu maximieren. Die Veranstaltungsbesucher im südlichen Ostpreußen konnten die Situation in Schlesien über eine Großleinwand auf der Bühne mitverfolgen. Dennoch zeigt ein Blick auf die offiziellen Ergebnisse, dass der Rekord im Jahr 2026 nicht gebrochen werden konnte.
In Breslau, dem zentralen Ort der Zählung, nahmen 7.649 Musiker teil, womit das Ergebnis unter dem Rekord von 8.122 Gitarristen aus dem Vorjahr blieb. Auch durch die Beteiligung von Allenstein konnte diese Marke nicht übertroffen werden. Trotzdem war das Ereignis weit davon entfernt, als Misserfolg zu gelten. Vielmehr zeigte sich erneut, welche verbindende Kraft Musik entfalten kann.
Die Klänge von „Hey Joe“ hallten gleichzeitig durch zwei Städte, getragen von der Begeisterung Tausender Menschen. Die Allensteiner bewiesen dabei, dass auch abseits der etablierten Zentren eine lebendige Musikszene existiert, die bereit ist, Teil eines großen Ganzen zu werden. Ansonsten bot der Fischmarkt an diesem sonnigen Feiertag eine farbenfrohe Szene. So blieb am Ende kein neuer Eintrag ins Guinness-Buch, wohl aber ein starkes Zeichen für Gemeinschaft, Leidenschaft und die zeitlose Faszination der Gitarre.