11.06.2026

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Ein Minensuchboot der „Frankenthal“-Klasse (Klasse 332): Die „Fulda“ (M 1059)
Bild: Matthias Süßen (matthias-suessen.de) / Lizenz CC BY-SA / Wikimedia CommonsEin Minensuchboot der „Frankenthal“-Klasse (Klasse 332): Die „Fulda“ (M 1059)

Die „Fulda“ ist schon auf dem Weg zum Kriegsgebiet

Deutsche Marine bereitet sich für einen Einsatz im Golf von Hormus vor – Entsendung des Minenjagdbootes M 1059

Manuel Ruoff
15.05.2026

Noch darf sich die Bundeswehr nicht in den Konflikt zwischen den USA und Israel auf der einen Seite sowie dem Iran auf der anderen einbringen. Dafür bedürfte es erst noch einer entsprechenden Erlaubnis des Deutschen Bundestages. Doch damit sie gleich loslegen kann, wenn denn diese Erlaubnis endlich vorliegt, hat sie schon einmal die „Fulda“ (M 1058) losgeschickt auf den Weg Richtung Kriegsschauplatz, um im Mittelmeer erst einmal Halt zu machen und bereit zu stehen.

Das Minenjagdboot gehört wie seine Schwesterboote „Weilheim“ (M 1059), „Al Kasbah“ (M 1060), „Rottweil“ (M 1061), „Sulzbach-Rosenberg“ (M 1062), „Bad Bevensen“ (M 1063), „Grömitz“ (M 1064), „Dillingen“ (M 1065), „Al Murjan“ (M 1066), „Bad Rappenau“ (M 1067), „Datteln“ (M 1068) und „Homburg“ (M 1069) zur „Frankenthal“-Klasse (Klasse 332). Dem aufmerksamen Leser mag aufgefallen sein, dass zwei der zwölf Einheiten, nämlich „Al Kasbah“ und „Al Murjan“, nicht nach einer deutschen Stadt benannt sind. Das war mal anders. Ursprünglich lauteten die Namen nämlich „Weiden“ und „Frankenthal“. 2006 wurden die Boote jedoch an die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verkauft und umbenannt. Die VAE verfügt also auch über Minenjagdboote der „Frankenthal“-Klasse. Die übrigen zehn Einheiten gehören zum 3. Minensuchgeschwader in Kiel.

Schwesterboote im Besitz der VAE

Die von 1990 bis 1998 gebaute Klasse 332 ersetzte die „Lindau“-Klasse, die von 1958 bis 2000 erst bei der Bundes- und dann bei der Deutschen Marine in Dienst stand. 1980 wurde die Taktisch-Technische Forderung für die „Frankenthal“-Klasse erstellt. Die Erstellung der Definition mit Ablieferung im Frühjahr des Jahres 1987 übernahmen die Firmengruppen AEG und MBB. Entwurf und Konstruktion stammten außer von den mit dem Bau beauftragten drei Werften in Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein von der Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH in München und der STN Systemtechnik Nord GmbH in Hamburg.

Damit möglichst viele vom lukrativen Kuchen abbekommen, wurden die attraktiven Bauaufträge breit gestreut. Bei der niedersächsischen Abeking & Rasmussen Schiffs- und Yachtwerft GmbH & Co. KG in Kemwerder entstanden neben der „Fulda“ auch die „Weiden“ bzw. „Al Kasbah“, die „Dillingen“ und die „Bad Rappenau“, bei der Bremer Fr. Lürssen Werft GmbH & Co. KG die „Weilheim“, die „Rottweil“, die „Sulzbach-Rosenberg“, die „Bad Bevensen“ und die „Frankenthal“ bzw. „Al Murjan“ sowie bei der schleswig-holsteinischen Kröger-Werft Rendsburg GmbH die „Grömitz“, die „Datteln“ und die „Homburg“. Die „Fulda“ lief am 29. September 1997 vom Stapel und wurde am 5. Juni 1998 in Dienst gestellt.

Kampfkraft des Minenjägers

Die Boote sind 54,4 Meter lang und 9,2 Meter breit. Der Tiefgang beträgt 2,6 Meter und die Verdrängung 644 Tonnen. Zwei Dieselmotoren mit 4480 Kilowatt Leistung machen die Boote über zwei fünfflügelige Propeller mit 1,9 Metern Durchmesser bis zu 18 Knoten in der Stunde schnell. Bis zu 44 Mann Besatzung finden auf den Booten Platz.

Da der US-Präsident Donald Trump kein Hehl daraus macht, dass er eine Beteiligung von NATO-Partner an dem Angriffskrieg seines Landes und Israels gegen den Iran wünscht, ist nicht auszuschließen, dass das deutsche Minensuchboot nach dem Vorbild des sogenannten Tonking-Zwischenfalls (siehe unten) in vorgebliche oder reale Kampfhandlungen verwickelt wird. Angesichts dessen ist bei diesem Einsatz möglicherweise noch wichtiger als die Minenjagdgeräteausstattung die Bewaffnung. Die Hauptwaffe ist ein MLG 27, ein Marine-Leicht-Geschütz von Rheinmetall mit dem Kaliber 27 Millimeter. Hinzu kommen zwei US-amerikanische Flugabwehrsysteme vom Typ FIM-92 Stinger sowie zwei Maschinengewehre MG3, drei Gewehre G36, drei Maschinenpistolen MP2, zwei Pistolen P8 und Handgranaten.


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Kommentare

Jan Kerzel am 22.05.26, 03:41 Uhr

Festzuhalten bleibt, dass die Bundesregierung die Nähe zu Kriegsschauplätzen regelrecht sucht und natürlich auch findet. Im Ukrainekrieg ist man voll dabei, im Irankrieg tastet man sich langsam rein. Mit Israel hat man eine enge Partnerschaft. Die deutsche Friedens- und Entspannungspolitik ist mausetot. Deutsche Waffen sind in vielen Regionen der Todbringer. Interessanterweise wird dies in der Gesellschaft weithin nicht problematisiert oder moralisch verworfen. Ein Stab von Experten liefert zuverlässig die Rechtfertigung medial ab. Politische Exponenten geben in Dauerschleife ihre Begründungsstatements ab. Viele haben ein sehr ungutes Gefühl und lehnen diesen Kurs ab, aber ihre Wirkmöglichkeiten sind gering. BK Merz und seine Getreuen haben sich klar entschieden. Es könnte durchaus sein, dass ein alter Film , neu coloriert, zur Wiederaufführung gelangt ist.

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