06.05.2026

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Die Teilnehmer der Tagung
Bild: LODie Teilnehmer der Tagung

Arbeitstagung der deutschen Vereine

Lebhafte Diskussionen in Sensburg

Zum diesjährigen Treffen waren insgesamt 30 Teilnehmer der Einladung der LO gefolgt

Uwe Hahnkamp
06.05.2026

Am Wochenende vom 25. auf den 26. April trafen sich die Vorsitzenden der deutschen Vereine im südlichen Ostpreußen sowie der Vorstand des Verbands der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren (VDGEM) zur diesjährigen Arbeitstagung, die die Landsmannschaft Ostpreußen (LO) für sie in Sensburg organisiert hatte.

Der Arbeitstagung voran ging wie jedes Jahr ebenfalls in Sensburg die Jahresversammlung des VDGEM. Zwar standen in diesem Jahr neben der üblichen jährlichen Berichterstattung keine Wahlen an, es wurde also ein relativ kurzes Treffen der Delegierten der Vereine, jedoch gab es ein anderes Thema zu besprechen, das den Vereinen und ihren Mitgliedern am Herzen lag und liegt.

Mit Beginn des Jahres 2026 wechselte die Zuständigkeit für die finanzielle Unterstützung deutscher Minderheiten im Ausland vom Außen- zum Innenministerium der Bundesrepublik Deutschland. Ein weiterer Grund zur Sorge für die Vereine, die wegen allgemein sinkender Finanzierung, der Umstellung auf elektronische Formulare und Unterschriften, und immer wieder verschärften Voraussetzungen für Anträge sowieso unter hohen Druck stehen.

Befürchtungen wegen neuer Zuständigkeit

Um ihrer Unsicherheit und der Frage „was kommt da auf uns zu?“ etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen, griff die LO in der Arbeitstagung für die Vertreter der deutschen Vereine im südlichen Ostpreußen die Frage auf und lud entsprechende Referenten ein.

Als Erster gab Dr. Sebastian Klappert vom Bundesministerium des Inneren (BMI) einen Einblick in die Arbeit seiner Behörde. Obwohl er selbst erst wenige Monate dort arbeitet, konnte er die anwesenden Vorsitzenden der deutschen Gesellschaften beruhigen und ihnen Unterstützung für ihre weitere Arbeit zusichern. Insbesondere sei, so der Referent, nicht mit größeren Kürzungen der bereitgestellten Mittel zu rechnen.

Der zweite Teil der Befürchtungen betrifft die Verteilung der Mittel in der Republik Polen. Hatten die Vertreter der Vereine bisher mit der Stiftung zur Entwicklung Schlesiens, dem BMI und dem Konsulat, also indirekt dem Außenministerium, zu tun, soll nun alles gebündelt über das BMI und den Verband der deutschen sozialkulturellen Gesellschaften (VdG) in Oppeln laufen. Zwar war die Antragstellung aufwendig, zumal auch stets noch lokale Geldquellen gesucht werden, aber insbesondere der gute Kontakt zu den Mitarbeitern des Generalkonsulats in Danzig half unbürokratisch bei manchen Problemen.

Zweite Referentin der Arbeitstagung war daher die Büroleiterin des VdG Joanna Hassa, die den Mitgliedern der Minderheit ihre Sorgen zu nehmen versuchte. Sie erläuterte die zukünftigen Strukturen der Abläufe der Finanzierung. Gerade die Aussicht auf nicht oder nur gering veränderte Formulare beruhigte die Gemüter, obwohl gerade für die nähere Zukunft Fragen zur Umsetzung bleiben werden. Die praktische Umstellung beginnt eben gerade erst.

Unterstützung der Jugendarbeit – IfA und Videos

Zusätzlich zum Rahmenthema stellte der neue Kulturmanager des Instituts für Auslandsbeziehungen (IfA) in Ermland-Masuren, Patrik Valouch, das IfA, seine ersten Pläne u.a. zur Jugendarbeit und vor allem sich selbst vor. Nach dem Wochenende sollten die Mitglieder der Minderheit in der Region wissen, mit wem sie es in der nächsten Zukunft zu tun haben werden.

Der übliche Filmabend am Sonnabend fiel hingegen teilweise ins Wasser. Ein fehlendes DVD-Laufwerk, das einzige Minus in der Organisation des Wochenendes, verhinderte die Präsentation eines Langfilms. Stattdessen wurden Kurzfilme zu Ostpreußen von der Internetseite der LO vorgestellt, mit der die Mitglieder der Minderheit an der Geschichte der Region interessierte junge Menschen gewinnen können.

Die insgesamt 30 Teilnehmer verließen mit einer Menge neuen Wissens, nach teilweise lebhaften Diskussionen im Saal und einem Mix aus Sonne und Schneegestöber draußen über dem Schosssee in Sensburg die Arbeitstagung. Fragen werden bei der Umsetzung der neuen Finanzierung von Projekten und Vereinen im Alltag sicher noch aufkommen, aber die meisten wurden vorerst beantwortet.


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