01.01.2026

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Kinderschutz

Abscheulich: Kindeswohlgefährdung steigt extrem

Selbst hierbei ist die Statistik eindeutig: Wieder betrifft es besonders den Bereich der Migration

Peter Entinger
01.01.2026

Im Bereich der Kindeswohlgefährdungen gibt es einen beunruhigenden Höchststand. Binnen fünf Jahren stieg die Zahl der Fälle um fast ein Drittel. Damit verzeichnet Deutschland einen traurigen Rekord beim Kinderschutz. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stellten die Jugendämter 2024 bei rund 72.800 Minderjährigen eine akute Kindeswohlgefährdung durch Vernachlässigung, Misshandlung oder sexuelle Gewalt fest. Damit wurde zum dritten Mal in Folge ein neuer Spitzenstand erreicht. Binnen fünf Jahren stieg die Fallzahl um 31 Prozent – 2019 waren etwa 55.500 Fälle gezählt worden.

Auch gegenüber dem Vorjahr gab es eine deutliche Zunahme. Im Vergleich zu 2023 (geschätzte 67.000 Fälle) stieg die Zahl 2024 um etwa acht Prozent. Die Jugendämter wurden so häufig alarmiert wie nie zuvor. Zwar wurde nicht immer eine akute Gefährdung festgestellt, doch bestand in vielen Familien Hilfebedarf.

Rund die Hälfte der betroffenen Kinder war jünger als neun Jahre, ein Drittel sogar unter sechs. Das Durchschnittsalter lag bei nur etwa acht Jahren. Kindeswohlgefährdungen kommen in allen sozialen Schichten und Familienformen vor. Knapp 40 Prozent der Fälle betrafen Haushalte mit beiden Eltern, ähnlich viele entfielen auf Alleinerziehende. Seltener waren Stief- oder Pflegefamilien betroffen. Auffällig ist zudem, dass in knapp jedem dritten Fall ein Elternteil im Ausland geboren war und die Familiensprache nicht Deutsch war. Damit ist die Angelegenheit auch ein Migrationsproblem.

Bei den Arten der Gefährdung dominierte Vernachlässigung (58 Prozent der Fälle) vor psychischer Misshandlung
(37 Prozent). In gut jedem vierten Fall gab es Hinweise auf körperliche Gewalt, in sechs Prozent auf sexuelle Übergriffe.

Die Täter stammen meist aus dem engsten Umfeld des Kindes. In 75 Prozent aller Fälle ging die Gefährdung hauptsächlich von einem Elternteil aus. In den übrigen Fällen waren andere Bezugspersonen verantwortlich. Hinweise auf eine Gefährdung kommen überwiegend von außen. Häufig informieren Polizei oder Justiz die Jugendämter, gefolgt von Nachbarn, Bekannten oder Erziehern. Nur selten melden sich die Eltern (sieben Prozent) oder gar die Kinder selbst (zwei Prozent) bei den Behörden. In den meisten bestätigten Fällen greifen die Behörden schützend ein. Notfalls wird auch das Familiengericht eingeschaltet.

Als Gründe für den Anstieg gelten sowohl eine gestiegene Sensibilität, durch die glücklicherweise mehr Fälle ans Licht kommen, als auch wachsende Probleme in vielen Familien – von wirtschaftlicher Not über Überforderung bis zu Sucht –, die sich seit der Pandemie teils verschärft haben. Fachleute warnen zudem, dass viele Jugendämter angesichts der Fallflut personell an ihre Grenzen stoßen.

Kinderschutzverbände und Opposition fordern ein entschlossenes Gegensteuern: mehr präventive Hilfen und Entlastung für Familien, eine bessere personelle Ausstattung der Jugendämter sowie ein gesellschaftliches Engagement, um Kinder vor Vernachlässigung und Gewalt zu schützen. Jeder einzelne Fall, so mahnen sie, sei eine Verpflichtung zum Hinsehen und Handeln.


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