21.02.2026

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Ukrainekrieg

Ein möglicher Weg zum Frieden

Roland Fritzsche und Oleg Nikoforov blicken in ihrer Analyse der Gründe für den bewaffneten Konflikt weit in die russische Geschichte zurück

Peter Backfisch
21.02.2026

Mit „Pulverfass Ukraine. Die Vorgeschichte“ legen Roland Fritsche und Oleg Nikiforov ein Buch zu den Ereignissen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor. Um die Gegenwart verstehen zu können, gehen sie ins 10. bis 12. Jahrhundert russischer Geschichte zurück. Sie stellen heraus, dass mit dem Wissen um die gemeinsame Geschichte die Weichen auf Koexistenz gestellt werden können. Unter Bezugnahme auf historische Dokumente werden neben den staatlichen Umbrüchen im Raum um den Dnjepr auch kulturelle Gemeinsamkeiten dokumentiert. Die Autoren konzentrieren sich auf Umbrüche nach der Auflösung der Sowjetunion, schließlich sei die Ukraine als ein stabiler Staat erst im Rahmen der UdSSR entstanden, ihre Grenzen unterlagen immer politischen Einflüssen.

Mit den Umbrüchen von 1990/1991 wurde im Westen die Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO diskutiert. Deshalb wurde neben den Entwicklungen zwischen den beiden Staaten auch die damalige Rolle der NATO einer Analyse unterzogen. Das leisten die Autoren mit der erforderlichen objektiven Sichtweise.

In den Voraussagen des US-Politologen Zbigniew Brzezinski sehen sie den Plan des Westens, die Ukraine in den Einflussbereich des Westens zu integrieren. „Ohne die Ukraine als Verbündeten oder Bestandteil Russlands verliert Moskau seinen Status als eine europäische Großmacht“, schrieb Brzezinski in seinem Buch „Die einzige Weltmacht“ von 1997. Er plädierte für eine schnelle Mitgliedschaft in der EU und der NATO. Die Rückkehr der Ukraine unter die Kontrolle Russlands beschrieb er als Gefahr für den Westen. Diese Sichtweise wird von den Autoren als ursächlich für die erfolgte Eskalation gesehen. Vertragliche Vereinbarungen, Abkommen, auch UN-Resolutionen werden ausführlich behandelt. Was geschah 2014? Wie kam Janukowitsch an die Macht, warum und wie wurde er gestürzt? Welche Rolle spielten dabei die verschiedenen Kräfte in Kiew? Einflussnahmen seitens des Westens heizten den Konflikt nachhaltig an.

In ihren Analysen üben die Autoren mehrmals Kritik an der Politik Russlands, so an dem Ablauf der „militärischen Sonderoperation“. Inzwischen ist eine Situation eingetreten, die mit militärischen Mitteln wohl nicht zu lösen ist und das Potenzial für einen weltweiten Krieg hat. Trotz dieser scheinbar verfahrenen Lage legen die Autoren ein Szenario dafür vor, „wie ein möglicher Weg zum Frieden“ aussehen könnte. Dabei halten sie allerdings die Berücksichtigung Russlands für unverzichtbar.

Roland Fritzsche/Oleg Nikiforov: „Pulverfass Ukraine. Die Vorgeschichte“, Verlag Wörner Medien 2025, Klappenbroschur, 290 Seiten, 19,90 Euro


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