03.12.2021

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Ayaan Hirsi Ali: „Beute. Warum muslimische Einwanderung westliche Frauenrechte bedroht“, Bertelsmann Verlag, München 2021, gebunden, 432 Seiten, 22 Euro
Ayaan Hirsi Ali: „Beute. Warum muslimische Einwanderung westliche Frauenrechte bedroht“, Bertelsmann Verlag, München 2021, gebunden, 432 Seiten, 22 Euro

Islamkritik

Ayaan Hirsi Ali warnt vor naiver „Willkommenskultur“

Selbst eine Immigrantin, weiß die Autorin, wovon sie spricht: In Somalia wurde sie genital verstümmelt, konnte vor einer Zwangsehe in die Niederlande fliehen, wo sie Politikwissenschaften studierte

Bodo Bost
13.11.2021

Die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali behandelt in ihrem Buch „Beute“ viele unbequeme Wahrheiten rund um die Immigration aus muslimischen Ländern. Frauen gelten in diesen Ländern nicht als gleichberechtigt, sondern als Beute.

In Afghanistan verschwinden nach der Machtübernahme der Taliban Frauen von der Straße, und die Häuser werden zu Gefängnissen. Das hatte die Autorin als Jugendliche am eigenen Leibe in Somalia erfahren, als dort radikale Moslems die Macht übernahmen. Sie berichtet von den Mechanismen, die in der islamischen Gesellschaft Anwendung finden, wenn der Islam als politische Ideologie die Macht übernimmt.

Hirsi Ali hat diesen Titel gewählt, weil die Männer, über die sie in dem Buch schreibt, Frauen verachten. Sie üben sexuelle Gewalt aus, indem sie ihnen obszöne Ausdrücke hinterherrufen, unzüchtige Geräusche machen, bis hin zu Gruppenvergewaltigungen und dem „Vergewaltigungsspiel“, dem „Taharrush“. Im Deutschen hat man dies mit „Antanzen“ übersetzt.

Hirsi Ali ist selbst eine Immigrantin: Als Kind wurde sie genital verstümmelt, floh aus Somalia vor einer Zwangsehe in die Niederlande. Dort studierte sie Politik und schrieb das Drehbuch zum Film „Unterwerfung“, was Islam wörtlich bedeutet. Der Film war eine radikale Islamkritik. Regisseur Theo van Gogh wurde dafür 2004 ermordet und über Hirsi Ali eine Todes-Fatwa verhängt. Sie lebt anonym in Nordamerika und publiziert weiter, vor allem über muslimische Männer, die in der Mehrheit ein radikal anderes Frauenbild haben, als das im Westen übliche.

Muslimische Männer lernen Frauenfeindlichkeit von klein auf, auch in Europa legen sie ihre Erziehung nicht ab. Oft wird diese Erfahrung durch die von muslimischen Führungsfiguren bewusst gepflegte Opferrolle verstärkt. Immer mehr Parallelgesellschaften entstehen, wie der Brüsseler Stadtteil Molenbeek, die Keimzelle der Pariser Attentate, wo sich die Polizei nicht mehr hineintraut und Frauen sich nur voll verschleiert auf die Straßen wagen.

Ihre Thesen untermauert Hirsi Ali mit vielen Statistiken und konkreten Beispielen sexueller Gewalt. Ihr geht es nicht darum, muslimische Immigranten zu dämonisieren, aber sie will eine Debatte über Tabuthemen anstoßen.

Neben den Frauen sind auch Homosexuelle, Juden und Menschen, die wie Hirsi Ali dem Islam den Rücken kehren, von Abwertung durch muslimische Männer betroffen. In der Asyldebatte wirft die Autorin Politik und Medien eine falsch verstandene Toleranz und eine naive „Willkommenskultur“ vor. Von Merkels „Wir schaffen das“ führt laut Hirsi Ali ein direkter Weg zur Silvesternacht 2015 in Köln.

Hirsi Ali zeigt, warum junge minderjährige Immigranten ohne familiäre Bindungen und mit wenig Aussicht auf Asyl so anfällig für kriminelles, frauenverachtendes Verhalten sind. Dabei stützt sie sich auf Forschungsergebnisse des Kriminologen Christian Pfeiffer. Mit Zahlen einer Studie der Universität Stanford belegt sie, dass sich seit der Massenzuwanderung von 2015/16 auch bei uns Frauen immer mehr aus dem öffentlichen Raum zurückziehen.

Wie in Dänemark und Großbritannien, wo eine harte Immigrationspolitik von Immigranten im Ministerrang durchgesetzt wird, macht auch Hirsi Ali konkrete Vorschläge, um die Wende in der Migrationskrise zu schaffen. Als Politologin warnt sie vor einem Zusammenbruch des Sozialstaats, wenn wegen der Massenzuwanderung eine immer größer werdende Zahl von Leistungsempfängern unterstützt würde, die nie in das System eingezahlt hat. Sie beruft sich auf den Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman, der gesagt hat, man könne offene Grenzen haben oder einen Wohlfahrtsstaat – aber nicht beides.

Hirsi Alis Zukunftsvision ist düster, viele Kritiken warfen ihr Übertreibung vor, aber nicht nur in Afghanistan hat sie sich schon bewahrheitet.



Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ gern mit einer

Anerkennungszahlung


Kommentar hinzufügen

Captcha Image

*Pflichtfelder

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag. Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!