30.08.2025

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Das Wort „Masuren“ ist zu einem mythischen Begriff geworden. Allein die Abfolge der Selbstlaute „a“ und „u“ schmeichelt dem menschlichen Ohr. Die Landschaft Masuren liegt weit im Osten, mehr als tausend Kilometer von Gelsenkirchen entfernt. Doch gerade di
Bild: usedom.deDas Wort „Masuren“ ist zu einem mythischen Begriff geworden. Allein die Abfolge der Selbstlaute „a“ und „u“ schmeichelt dem menschlichen Ohr. Die Landschaft Masuren liegt weit im Osten, mehr als tausend Kilometer von Gelsenkirchen entfernt. Doch gerade di

Prachtstück

Das Schloss am Haff

In Stolpe auf Usedom entstand aus dem Besitz der Familie von Schwerin ein Kulturzentrum

Brigitte Stramm
30.08.2025

Das Schloss Stolpe, ganz präsent im Dorf Stolpe am Stettiner Haff auf Usedom gelegen, war seit dem 13. Jahrhundert – mit einer Unterbrechung von 140 Jahren – als Gut Stolpe im Besitz der Familie von Schwerin. Im Laufe seiner Geschichte erhielt es durch Um- und Anbauten immer mehr einen schlossähnlichen Charakter. Das geschah maßgeblich durch die Um- und Anbauten, die Friedrich Graf von Schwerin (1869–1924) bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts vornehmen ließ.

Den Zweiten Weltkrieg hat das Gebäude zwar unbeschadet überstanden, aber es wurde bei der Einnahme der Roten Armee geplündert. Freda Gräfin von Schwerin, die letzte adlige Besitzerin und Friedrichs Witwe, musste Stolpe nach der Bodenreform 1945 verlassen.

Nun begann in der Zeit der DDR der Niedergang des Komplexes. 1949 wurde der Mittelteil abgerissen und als Baumaterial für andere Gebäude benutzt. Später wurden die Türme so weit abgetragen, um damit den Schlosscharakter des Gebäudes, der dem neuen System nicht genehm war, zu nehmen. Als Unterstand für landwirtschaftliche Maschinen, später als Gaststätte und Ferienlager genutzt, setzte durch Feuchtigkeitsschäden der Verfall ein. 1990 stand das Haus leer, auf dem Dach wuchsen bereits kleine Bäume.

Für die Stolper stand fest: Wir wollen das Schloss zurück. 1995 hatte die Gemeinde das Herrenhaus für eine symbolische D-Mark erworben und es seither denkmalgerecht saniert. Das wäre ohne den Förderverein, der sich 2001 gegründet hatte, nicht möglich gewesen. Durch Fördermittel, Spenden und umfangreiche Eigenleistungen öffnete 2014 das Haus erstmals wieder. Seitdem gibt es organisierte Führungen, ein Museum und Bücherstuben, ein Café und die Touristeninfo. Geschätzt wird die Schlosskulisse auch als Trauungsort oder für Konzerte: Orchester und Musikfestspiele gastieren dort, Theatervorführungen und Lesungen laufen im Festsaal.

Mit einem Dorffest am 22. und 23. August wurde der Abschluss der Schlosssanierung gefeiert. Nach 30 Jahren sind nun auch Inneneinrichtung und Außenanlagen fertig gestaltet, detailreich und originalgetreu – inklusive eines Anbaus, der Unterkünfte beherbergt und den barrierefreien Zugang erlaubt. Insgesamt flossen fünf Millionen Euro in das Projekt. Nun aber sei aus dem ehemaligen Herrenhaus ein Kulturzentrum im Usedomer Achterland entstanden: „Unser Herzstück“, sagt stolz Bürgermeister Falko Beitz.

www.schloss-stolpe.de 


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