16.10.2021

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Königsberg

Die ehemalige Comenius-Schule erhält eine schmucke Fassade

Bisher wurden nur alte Villen in Amalienau und Maraunenhof restauriert. Nun auch andere Häuser aus den 1920er Jahren im Blick

Jurij Tschernyschew
08.04.2021

Viel Aufmerksamkeit wird der Restaurierung historischer Gebäude in den repräsentativen Stadtteilen Königsbergs rund um die Körteallee und Herzog-Albrecht-Allee gewidmet, wo bemerkenswerte Villen und Herrenhäuser erhalten geblieben sind. Es gibt jedoch Straßen in der Stadt, die in den Listen der Orte, an denen historische Gebäude restauriert oder restauriert werden sollen, selten zu finden sind, obwohl sie sich ebenfalls im Zentrum befinden. Eines der Beispiele ist die Straße Alter Garten/Unterhaberberg, die sich von der Hohen Brücke bis zum Brandenburger Tor erstreckt.

Die Straße wurde während des Krieges stark zerstört und anschließend fast vollständig mit Häusern im Stil der Chruschtschow-Ära Anfang der 1960er Jahre wieder aufgebaut, als große Wohnungsknappheit herrschte. Doch in dem Teil, der vor dem Krieg Alter Garten hieß, ist ein bemerkenswertes Gebäude erhalten, dessen Anblick die Bürger seit Kurzem mit einer hellen und frischen Fassade erfreut - es ist das Haus in der Straße Alter Garten 105–107.

In Königsberg gab es mehrere Schulen in der Nähe des Alten Gartens/Unterhaberberg. Eine davon, die „Comenius -Schule“, benannt nach dem Philosophen und Pädagogen Jan Amos Comenius, befand sich in diesem Gebäude. Das vierstöckige Haus mit einem Bogen wurde in den 1920er Jahren im nordischen Jugendstil errichtet.

An der einen Seite ist das Eingangstor zum Schulkomplex erhalten geblieben. Es führt zu dem schönen Gebäude der heutigen Schule Nr. 16, in dem vor dem Krieg die Comenius-Schule untergebracht war. Gemäß dem Renovierungsplan wurde die Fassade in hellen, freundlichen Farben gestrichen. Der untere Teil der Hausfront in grün, der obere Teil in beige. Umgerechnet knapp 425.000 Euro waren für die Arbeiten bereitgestellt worden. Die Mauern wurden verstärkt und das Gewölbe sowie andere architektonische Elemente restauriert. Die Arbeiten sollten eigentlich bis Ende Oktober 2020 abgeschlossen sein, aber wegen einer zusätzlichen Verstärkung der Mauern wurde der Termin auf Anfang dieses Jahres verschoben.

Kurz vor Abschluss der Arbeiten passierte dann noch ein Missgeschick, durch das der frisch reparierte Bogen beschädigt wurde. Als ein Autofahrer durch den Torbogen fuhr, unterschätzte er die Ausmaße seines Fahrzeugs und beschädigte das anmutige Bauelement. Ursprünglich war der Bogen nicht Teil des Arbeitsplans. Im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Auftragnehmer wurde jedoch beschlossen, die gesamte Fassade des Gebäudes in Ordnung zu bringen.

Jetzt sticht das 20er-Jahre-Gebäude mit seinen frischen Farben zwischen den benachbarten Häusern aus der Chruschtschow-Ära hervor und stellt eine auffällige Zierde der Straße dar.



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