03.12.2021

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War 23 Jahre lang als Leiterin der LO-Werkwochen aktiv: Uta Lüttich
Foto: Klaus RudelWar 23 Jahre lang als Leiterin der LO-Werkwochen aktiv: Uta Lüttich

Brauchtum

Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Eine Laudatio von Klaus Rudel für die ausscheidende Werkwochenleiterin Uta Lüttich

Klaus Rudel
24.11.2021

Nun stehe ich also hier und es wurde mir die Aufgabe durch die Landsmannschaft Ostpreußen (LO) übertragen, unsere langjährige Werkwochenleiterin Uta Lüttich in der 67. Werkwoche zu verabschieden. So darf ich vom Sprecher der LO, Stephan Grigat und dem Bundesvorstand die herzlichsten Grüße bestellen.

Liebe Uta, im Oktober 1969 gab es die erste Werkwoche im von uns allen geliebten Ostheim in Bad Pyrmont, damals noch in Westdeutschland, geleitet von Hanna Wangerin. Im Jahr 2017 wechselte die Werkwoche der LO in die Politische Bildungsstätte Helmstedt. Das war nicht nur für Dich ein schmerzvoller Abschied von unserem vertrauten heimeligen Ostheim. Nichtsdestotrotz wird das Erbe der textilen Volkskunst durch Dich und die Teilnehmer bis heute gepflegt und vor dem Untergang bewahrt. Hiervon zeugen 67 Werkwochen in der Bundesrepublik und 15 Werkwochen im südlichen Ostpreußen.

Durch die Wahl zur Bundesvorsitzenden der ostpreußischen Frauenkreise und Bundesvorstandsmitglied der LO im Jahr 1998 wurde die Funktion der Werkwochenleitung auf Dich übertragen. Im gleichen Jahr hast Du die Werkwochenleitung von den beiden Vorgängerinnen Hilde Michalski und Ursel Burwinkel übernommen und bis heute geleitet. Zum Leiten gehören auch die vielen administrativen Aufgaben, von denen die Teilnehmer nichts merken, die im Hintergrund von Dir in die Wege geleitet wurden und zu guten Werkwochen führten. Du sagtest einmal, die Werkwoche sei für Dich einer der Höhepunkte des Jahres.

Zu Deinen Aufgaben zählte auch die Kontaktpflege und Organisation der Werkwochen in Allenstein, wo zusammen mit den fleißigen Damen der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM) im Haus Kopernikus Werkwochen der LO auf Heimaterde in einem zwei Jahresrhythmus durchgeführt werden. So sind die Werkwochen in Allenstein bei der Deutschen Minderheit an einem Ort, an dem sich ostpreußische Geschichte verdichtet, wie kaum anderswo, und nicht nur die Steine sprechen unsere Sprache.

Das Haus Kopernikus in Allenstein steht auf ganz eigene Weise für die Geschichte und die Tragödie der Ostpreußen, eines besonderen Volkes und dessen Sehnsucht nach einem Ort, der Geborgenheit verspricht.

Im Jahr 2004 gab es den Festakt zur 50. Werkwoche in Bad Pyrmont. An diesem Jubiläum besuchten zur großen Freude der Anwesenden vier ehemalige Werkmeisterinnen ihre Wirkungsstätte. Es waren Waltraut Bartholomeyczik, Ilse Gruchow, Helga Nolde und Ida Schramme.

Zehn Jahre später, zum 60. Werkwoche Jubiläum im Jahr 2014, gab es einen ostpreußischen Heimatabend mit dem gern gehörten Conférencier, Sänger und begnadeten Sprachvirtuosen Peter Juréwitz, der mit einem Schuss Humor den Abend der Anwesenden mit ostpreußischen Darbietungen begleitete. So wurden in 23 Jahren, 25 Werkwochen in der Bundesrepublik und ab 1999, zwölf Werkwochen von Dir in Ostpreußen geleitet. Deinen Wissensschatz über Ostpreußen hast Du in den Werkwochen mit zahlreichen interessanten Vorträgen für die Teilnehmer initiiert oder eigene, die mit viel Akribie von Dir ausgearbeitet wurden, vorgetragen.

Eine Herzensangelegenheit war für Dich immer, dass auch Teilnehmer aus Ostpreußen an den Werkwochen in der Bundesrepublik aktiv teilnahmen. Durch die Corona-Maßnahmen gab es 2020 eine Unterbrechung dieser Tradition, und es konnten keine Teilnehmerinnen aus Ostpreußen, und wir nicht zu der Werkwoche 2021 in Allenstein anreisen. Das war für uns alle sehr bedauerlich.

Ostpreußisches Brauchtum und Tradition zu erhalten, zu gestalten, weiterzuentwickeln und zu bewahren ist bis heute das Anliegen der noch vorhandenen landsmannschaftlichen Frauenkreise und insbesondere der Werkwoche, dafür hast Du Dich nach bestem Wissen und mit viel Energie eingesetzt. Sonst würde es die Werkwoche wahrscheinlich gar nicht mehr geben.

Aufgrund dieser und weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten innerhalb der LO und der Landsmannschaft Westpreußen (LW) wurden Dir auch folgende Auszeichnungen und Ehrungen verliehen: 2007 das Goldene Ehrenzeichen der LO in Hamburg, 2012 die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. für herausragende ehrenamtliche Verdienste und Leistungen auf dem Gebiet der Heimatpflege, und am 18. Mai 2019 folgte die Verleihung des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Liebe Uta, wir haben eine Nachfolgerin gesucht und gefunden: Hannelore Mosbacher wird im kommenden Jahr die 68. Werkwoche übernehmen, betreuen und mit unserer Unterstützung im ostpreußischen Sinn die Tradition der Werkwoche weiterführen. Grundvoraussetzung für zukünftige Werkwochen ist allerdings eine große Anmeldezahl von an der ostpreußischen Volkskunst Interessierten und jenen, die ihr Wissen darüber gerne weitergeben.

Geschätzte Uta, Du hast Dich ja bei der Bitte, Deine Nachfolgerin zu unterstützen, auf Anhieb dazu bereit erklärt. Wir haben uns bereits gemeinsam zur Stabübergabe der Werkwochenleitung getroffen und Du hast Unterlagen zur Verfügung gestellt. Das ist leider nicht selbstverständlich. Für diese offene ehrlich gelebte Kooperation bedanken wir uns ganz herzlich.

Doch bevor die Werkwoche in neue Hände übergeht, ist es uns allen ein besonderes Anliegen, Dir ganz persönlich für die langen 23 Jahre und die zur Verfügung gestellte Lebenszeit, die Du für unsere Werkwoche eingesetzt hast, zu danken. Wir hoffen und freuen uns, wenn Du unsere Werkwochen in Zukunft als Teilnehmerin besuchst und Deiner Leidenschaft des Topflappen-Doppelstrickens entspannter entgegensehen kannst. Wir danken!



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