01.08.2021

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Der Wochenrückblick

Die Konkubine kann gehen

Warum die „Dienste“ der Union nicht mehr benötigt werden, und wie wir die FDP zur Strecke bringen

Hans Heckel
20.03.2021

Das ist überraschend: Normalerweise sind Spitzenpolitiker doch manisch ehrgeizig – sonst wären sie ja gar nicht an die Spitze gelangt. Demzufolge können sie es gar nicht abwarten, noch eine Stufe höher zu klettern, und sehnen daher das große Armdrücken fieberhaft herbei, bei dem sich entscheidet, wer den Pokal holt.

Beim Ringen um den Posten des Kanzlerkandidaten der Union scheint jedoch alles anders zu laufen, weshalb man von „Ringen“ gar nicht sprechen mag. Vielmehr umschleichen die beiden Anwärter die vermeintliche Traumposition wie eine giftige Pflanze, die einem Superkräfte verleihen, aber auch genauso gut einen grausigen Tod bringen kann. Wobei die Aussicht auf den Tod nach den beiden Landtagswahlen deutlich plastischer erscheint als noch vergangene Woche. „Zwischen Ostern und Pfingsten“ falle die Entscheidung, sagt Armin Laschet, aber eher kurz nach Ostern als erst am Pfingstsonntag ... oder so.

Wovor haben die beiden bloß so eine Angst? Vor Merkel natürlich. „Es sind blasse, weiche Figuren, die in der Merkel-CDU ihren Weg gemacht haben“, resümiert „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt. Das heißt: Wer weder blass noch weich genug ist, läuft Gefahr, von der Immer-noch-Regierungschefin zertrampelt zu werden. Wer auch immer als Kanzlerkandidat für die Union antritt, hat also nur die Wahl, entweder als blasser, weicher Schatten der Amtsinhaberin durchs Gebüsch zu schleichen oder mitten im Wahlkampf den Groll der grünen Kanzlerin im schwarzen Gewand auf sich zu ziehen. Die lässt sich bestimmt was einfallen, und die grün-roten Medien werden ihr gerne dabei zur Seite stehen.

Das Leben kann so was von ungerecht sein: Spätestens seit der abrupten Energiewende vor zehn Jahren (die nötig wurde, weil uns schlagartig zu Bewusstsein gekommen war, wie sehr die Tsunami-Gefahr Deutschland bedroht) hebt die CDU ihren Rock vor der grünen Ideologie wie eine willige Mätresse. Wie oft hat sie sich hingegeben, denken wir nur an die „No Borders, No Nation“-Grenzöffnung von 2015! Grüner, ja linksradikaler kann Politik gar nicht sein.

Und jetzt wollen die Grünlinken die CDU einfach vom Hof verbannen, wie eine in die Jahre gekommene Konkubine, deren „Dienste“ nicht länger benötigt werden, weil man was Besseres in Aussicht hat – nämlich die Traumliaison Grün-Rot-Dunkelrot.
Mit den Kommunisten? Schreckt das nicht die Wähler ab? Ach was, auch in dieser Hinsicht hat die schwarze Konkubine gute Vorarbeit geleistet. Schleswig-Holsteins CDU-Ministerpräsident Daniel Günther warb bereits 2018 dafür, sich gegenüber Koalitionen mit der Linkspartei offen zu zeigen und die „Scheuklappen“ abzulegen. In Wahrheit meinte er allerdings nicht „abzulegen“, sondern „anzulegen“, damit jene Scheuklappen der CDU den Blick auf den blutroten Rand der kommunistischen Bewegung ersparen, während sie glasigen Auges ihrem eigenen Untergang entgegen eselt.

Wenn die Union also nun vor einer grünlinks-ultralinken Front warnt, müssen die anderen nur „Günther“ flöten oder daran erinnern, wer Bodo Ramelow in Thüringen zur Macht verholfen hat, schon ist die Luft raus. Aber womit soll die Union denn dann bloß werben? Man könnte sich auf das klassische Profil der deutschen Christdemokraten besinnen und hervorkehren, wie verlässlich und bodenständig man doch immer gehandelt habe. Und wie wichtig dies gerade in dieser schweren, stürmischen Zeit sei.

Sicher, klingt erst mal gut. Allerdings: Wenn jemand, der seit einer kleinen Ewigkeit seinen eigentlichen Gegnern nach dem Mund geredet hat, auf einmal mit seiner „Verlässlichkeit“ wirbt, könnte das die helleren Köpfe in der Wählerschaft zu derben Antworten animieren.

Zumindest scheint es angezeigt, dass man in der Union die eigenen Reihen schließt, sonst kann man die Sache gleich vergessen. Das Dumme ist nur, dass Opportunisten alles Mögliche drauf haben, nur eines zählt ausgerechnet nicht zu ihren Stärken: Loyalität. Erst diese Woche hat Markus Söder Rücktrittsforderungen gegen Gesundheitsminister Jens Spahn mit den Worten zurückgewiesen: „Das würde jetzt nicht helfen.“

Tiefer konnte er den Dolch in den Rücken seines Unionskollegen kaum rammen. Er hätte auch sagen können: „Ich wäre den Deppen ja selbst gern los. Aber im Moment passt das irgendwie nicht in die Schlachtordnung. Also müssen wir mit der Knalltüte leider noch eine Weile leben.“

Das Schauspiel der Union sorgt im linken Lager verständlicherweise für ausgelassene Hochstimmung. Nur die derzeitigen Umfragen trüben die Euphorie. Nach denen reicht es nämlich noch nicht für Grün-Rot-Dunkelrot im Bund. Da muss man sich also noch Mühe geben. Erstes Mittel der Wahl wäre ein publikumsträchtiger Skandal, gut terminiert kurz vor der Bundestagswahl.

So was wie der jüngste „Maskenskandal“ wäre hilfreich. Wer weiß, vielleicht haben sie da ja schon längst was im Magazin, womit nicht nur jenes Magazin an der Hamburger Ericusspitze gemeint ist. Solche Skandale verwahren deren Aufdecker oft monatelang in der Schublade, um sie erst im wirkungsvollsten Augenblick hervorzuziehen. Kurz vor einem Urnengang beispielsweise. Wir dürfen freudig gespannt sein, was man uns im September serviert, um die Wahlchancen des Linksbündnisses in letzter Minute noch zu optimieren.

Als Ärgernis erweist sich die FDP. Die sollte für den Plan B bereitstehen, die Ampel aus Grünen, SPD und Liberalen, falls der Pakt mit den Kommunisten nicht für die Mehrheit reicht. Im Grunde war man sich sicher, dass die Freidemokraten auch gar keine andere Wahl hätten und um jeden Preis ampeln würden, wenn man sie dazu einlüde. In so einer Koalition könnte man die (eigentlich bei den Linken ganz besonders verhasste) „Kapitalistentruppe“ Schritt für Schritt ihrer Inhalte entkleiden, bis sie genauso nackt dasteht wie heute die Union.

Das scheint Parteichef Christian Lindner indes zu wittern und spielt nicht recht mit. Überdies vom eigenen Wählerzuwachs im Südwesten beflügelt macht der freche Wicht auf „eigenständig“ und lässt die Ampelträume vorerst an sich abperlen. Wir wollen hoffen, dass in den Schubladen der Skandal-Aufkocher auch noch etwas gegen die Liberalen vor sich hin reift, das man denen zu gegebener Zeit ins Gesicht schleudern kann. So etwas dürfte sie bescheidener werden lassen.

Nachdem man mithilfe von CDU und FDP zuerst die AfD an die Wand gedrückt hat, um danach die CDU in den Graben zu schupsen, wäre die Strecke der erlegten bürgerlichen Parteien schließlich nicht vollständig, bevor nicht auch die Freidemokraten im Orkus gelandet sind. Ein kleiner Parteispenden-Krimi vielleicht? Die alten Hits sind doch immer noch die besten! Oder ein FDP-Mann, der mit einem AfD-Funktionär essen war? Oder der einen kennt, der mit einem AfD-Funktionär ...? Egal. Genossen, wir verlassen uns auf euch!



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Kommentare

Chester Hammelmann am 23.03.21, 23:53 Uhr

Wenn man die links-grün-rote Regierung eben nicht auf fairem Weg installieren kann, greift man eben auf schmutzige Mittel zurück.
Man sieht ja, wie es Berlin unter grün-rot-rot hergeht, schlimmer geht es kaum. Und das im Bund? Gute Nacht Deutschland!

89 erlebt Schlömmer am 22.03.21, 08:03 Uhr

Diese Merkel Truppe (einst CDU heute Club der Unfähigen) hat den Niedergang der einstigen Adenauer Partei sowie des gesamten Landes zu verantworten !! Diese Truppe hat Kohls Mädchen zu dem werden lassen was sie heute ist, der personifizierte Ausverkauf des Landes, das einst Deutschland hieß. Alle Unioner haben diesen Ausverkauf von A wie Asylmissbrauch über E wie Energie Wende bis hin zu Z wie Zuwanderung all die Jahre mitgetragen und sich immer nur auf ihre Posten und Pfründe konzentriert. Diese historische Schuld trägt schwer. Aber noch schwerer haben daran die Bürger - und auch anteilig Wähler dieser Truppe - zu tragen.

sitra achra am 20.03.21, 11:43 Uhr

Wieder mal ein Treffer ins Schwarze (CDU). Sie erweisen sich wiederholt als Augur der roten Sonnenfinsternis.
Eine vergebliche Hoffnung würde ich auf eine Koalition der ausgelaugten Merkel-CDU mit der weichgespülten AfD samt
dem liberalen Wurmfortsatz unter Leitung von Hans-Georg Maaßen setzen. Wer nicht träumt, hat schon verloren.

Siegfried Hermann am 20.03.21, 10:27 Uhr

Herr Heckel,
wie immer eine excellente Analyse (!!) unserer bunten Politdarsteller. Und weiß Gott. Das hat mit Satire so rein gar nichts zutun!
In einen Punkt irren sie sich aber.
--manisch ehrgeizig--
ist KEIN einziger dieser Polit-darsteller.
Mediengeil, manisch machtbesessen und lupenrein skrupellos
würde jeder halbwegs seriöse Meisen-Doktor bestätigen. Das Problem ist nur: Weil sie nur willfährige Marionetten höherer Hintergrundmächte sind, suchen sie nach Feierabend und Kamera-Aus ihre Psycho-Konflikt-Lösung und Seelenheil bei einer DominaTherapie.
Warum sonst konnten die völlig sinnlosen (!!) PP2-Masken durchgesetzt werden, nur weil Frau Söder sich bei der Bestellung und Kalkulation eingekaufter, aber nicht verkäuflicher Ware sitzen geblieben wäre!?
Und da wäre wir bei der Schwarzen Witwe. Warum die Angst vor einer abgehalfterten, alten Frau??? Rück-spiegel zum seligen Amgio-Zen-Meister FJS.
Der hat im vertrauten Kreise immer damit geprahlt, dass er JEDEN im Sack hat, sprich Dossiers angelegt hat und nach belieben aus der vor- Wahlen-Schublade holen konnte.
Das Faustpfand der SED-FdJ-Sekretör*Innen (s/l/d) ist derselbe, wobei die Quellen nicht nur im Jugendbereich liegen, sondern auch bei Meditationskurse in Tel Aviv und Langley erworben worden sind.
So einfach ist das!
Wenn der Mohr seine Arbeit getan hat, kann er gehen. So ist das mit der CDU. Zu alten Ruhm ist dieser Verein absolut nicht mehr in der Lage, weil seit Kohl komplett ausgehöhlt bis zum Abwinken, was wiederum dann auch die Agenda der FdJ-Sekretör*Innen (s/l/d) ist. In dieser Disziplin muss man der Frau wirklich Respekt zollen. Über gut 30 Jahren hat sie sich so dermaßen verstellt, gelogen, Vertrauen ausgenutzt und akribisch ihre Aufgabe und Agenda verfolgt: Die totale Zerstörung Deutschlands und deren Parteiensystem, dass jeder islamische Terrorist und Schläfer auf die Knie fällt, ihr huldigt wie Mohammad, bis die ganze Welt, incl. das Dorf in Galien, islamisch erobert ist und deren ideales Vorbild ist.
Aber. Keine Sorge.
Wie schrieb W. v. Goethe:
Wo das Böse sät und wirkt, wird letztendlich das Gute daraus erwachsen.
Das ist schlicht ein kosmisches Gesetz!
Im diesen Sinne

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